Glückstour der Schornsteinfeger
Spendenrekord 2026
- Schornsteinfegermeister mal anders mit dem Rennrad: links Maximilian Bauer Alsenz und Martin Weirich, Obermoschel
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Alsenz/Obermoschel. Mit einem neuen sagenhaften Spendenrekord in Höhe von 536.784 Euro für den Verein "Glückstour-Schornsteinfeger helfen krebs- und schwerstbehinderten Kindern" endete die diesjährige -inzwischen 21. Radtour- der Schornsteinfeger. An mehreren Tagen wurde dabei quer durch ganz Deutschland für einen guten Zweck von den Schornsteinfegern kräftig in die Rad-Pedale getreten.
Schornsteinfeger Maximilian Bauer und Martin Weirich aktiv dabei
Mit dabei mit ihren Sport-Rennrädern waren auch diesmal wieder die beiden nordpfälzischen Schornsteinfegermeister Maximilian Bauer (34) aus Alsenz und der Obermoscheler Martin Weirich (62). Beide verbindet nicht nur die Ausbildung in der Schornsteinfegerfamilie Bauer in Alsenz, sondern seit einiger Zeit auch jeweils ein eigener Kehrbezirk in der Landeshauptstadt Mainz sowie seit 2022 auch die gemeinsam gegründete und betriebene Energieberatungsfirma MM Energie Consult mit Sitz in Alsenz. Schon immer stark verbunden sind sie auch mit der "Glücktour-Aktion", und unterstützen das schon lange aktiv.
Es wird bei der "Glückstour" zum einen die genannten Spendengelder eingesammelt, aber auch andererseits viel Gutes getan: Während der Radtour wurden in diesem Jahr an den jeweiligen Stationen an 76 Institutionen, die sich um betroffene Kinder und deren Familien kümmern, jeweils 3.000 Euro überreicht. "Dabei berichten die Empfänger mit oftmals sehr bewegenden Worten über ihre Arbeit und vor allem über die Dankbarkeit der betroffenen Familien", sind Bauer und Weirich noch immer beeindruckt von diesen Begegungen. "Oft ermöglich wir auf diese Weise so Hilfestellung, wenn Krankenkassen oder andere Versicherungen bereits absagen mussten oder solche Kosten nicht übernehmen können", so die beiden Schornsteinger. Die diesjährige "Glückstour-Radfahrt" führte von Braunschweig aus über Duderstadt, Kassel, Hünfeld, Bad Neustadt, Forchheim, Ingolstadt bis nach Straubing in Bayern, wo der Bundesverbandstag der Schornsteinfeger stattfand. Dort wurden die Radler mit frenetischen Jubelstürmen ihrer Berufskollegen begrüßt und so für die Strapazen belohnt. "Einige Hitzetage Ende Mai und Anfang Juni machten uns doch sehr zu schaffen, andererseits kamen wir einmal auch in ein heftiges Unwetter mit Starkregen", berichteten Weirich und Bauer. Bis zu rund 100 Kilometer wurden täglich absolviert.
Beim Verein "Glückstour" hatte der Schonfsteinfegermeisterkollege Jürgen Stricker aus Bayern die Fundamente gelegt. Seine kleine Tochter war an Krebs erkrankt und war trotz aller medizinischer Hilfe leider verstorben. Die Krankheit und der Verlust seines Kindes veranlasste den Schornsteinfegermeister, den Verein "Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern" zu gründen. 2006 kam es zu dem ersten Kontakt von Stricker mit der Glückstour, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau auch begleitete. Auch Stricker erkrankte an Krebs und verstarb nach langem Kampf im Jahr 2010. Letztlich war es sein Engagement, was dazu geführt hat, dass es die Glückstour überhaupt gibt, so der Schornsteinfegerverband. Inzwischen wurde das ursprüngliche Engagement unter Federführung des Schornsteinfegermeisters Ralf Heibrok und seinen vielen ehrenamtlichen Helfern zu der größten privaten Hilfsaktion in Deutschland und auch auf misshandelte und mißbrauchte Kinder ausgedehnt. Gesammelt und geholfen wird immer. Einmal im Jahr treten Schornsteinfeger als "Glücksradler" auf einer Etappenfahrt über etwa 1.000 Kilometer in die Pedale. Ziel ist jeweils der Bundesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks. Die Glückstour der Schornsteinfeger will auch in Zukunft alles daran setzen zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Auch Maximilian Bauer und Martin Weirich wollen die Glückstour solange wie nur möglich unterstützen.
Verpflegung, Übernachtung wird selbst getragen
Besonders hervorzuheben ist, dass die Kosten wie Übernachtung, Essen und Verpflegung bei der Glückstour von den teilnehmenden Schornfsteinfegern komplett selbst getragen werden. Oftmals kommen die Spendengelder durch Kontakte zu Institutionen wie auch durch Paten, die bereit sind, 3.000 Euro zu spenden, zusammen. Und diese werden dann unbürokratisch und schnell an betroffene Kinder und deren Eltern und Erziehungsberechtigte weitergeleitet. Das dies auch auch zukünftig so bleiben soll, dafür werden sich die beiden Nordpfälzer Schornsteinfegermeister auch künftig sehr engagiert und aktiv einsetzen.
Autor:Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel |
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