Vielblättrig, farbenfroh und invasiv
Die Stauden-Lupine im Porträt
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Mit ihren großen, meist blauen Blütenständen ist die Stauden-Lupine wahrlich eine Augenweide.
Ursprünglich ist die Art auf der Pazifikseite von Nordamerika beheimatet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie nach England eingeführt. Inzwischen gibt es Züchtung in verschiedenen Farben, was sie zu einer belieben Gartenpflanze macht.
Die Pflanze wird bis zu 1,5 m hoch und hat einem bis zu 50 cm langen, kerzenförmigen Blütenstand und eine tiefreichende Wurzel. Die Blätter sind zahlreich und gefingert. Der auffällige Blütenstand, besteht aus 50 bis 80 Schmetterlingsblüten. Die Hauptblüte beginnt Ende April. Die Samen sind in der Regel ab Juni keimfähig. Pro Pflanze können mehrere Hundert, auch bis zu 2000 Samen gebildet werden. Bei der Samenreife werden die Samen meterweit geschleudert und sind über Jahrzehnte keimfähig. Unreife samen können nachreifen und dann auch auskeimen. Außer über Samen erfolgt die Vermehrung der Stauden-Lupine auch über unterirdische Wurzelausläufer, auch aus einzelnen Wurzelstücken. All dies zeigt, welches enorme Ausbreitungspotential diese Pflanzenart mit sich bringt. Da sie zum Verwildern neigt, wächst sie auch entlang von Straßen und Eisenbahnschienen sowie an Waldrändern und Lichtungen und wandert vermehrt auch in Grünlandflächen ein. Dort bildet die Stauden-Lupine in kurzer Zeit Bestände aus, die andere Pflanzen überwachsen und ihnen damit das Licht nehmen. Heute ist die Staudenlupine einer der 15 häufigsten Neophyten in Deutschland.
In extensivem Grünland und auf mageren Wiesen, zum Beispiel in Naturschutzgebieten, wird die Pflanzenart daher zum Problem. Neben ihren hohen Wuchs ist die Stauden-Lupine nämlich mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln in der Lage, den Boden mit Stickstoff anzureichern. Dies bedeutet, dass der vormals nährstoffarme Boden gedüngt wird. Dadurch verändert sich die Pflanzengemeinschaft schnell und weitreichend. Stickstoffliebende Arten, wie zum Beispiel Brennnessel oder Kletten-Labkraut nehmen zu. Arten, die auf weniger Stickstoff im Boden angepasst sind, wie beispielsweise Arnika oder heimische Orchideen, werden verdrängt. Mit dem Zurückgehen der Pflanzenarten von mageren Standroten nehmen auch die sie bewohnenden Tierarten ab. Daher stellt das Auftreten der Stauden-Lupine in einem Gebiet eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt dar, und sie ist vom Bundesamt für Naturschutz als invasive Art eingestuft worden.
Um die heimischen, an magere Standorte angepassten Grünlandpflanzenarten zu erhalten, ist eine Bekämpfung der Stauden-Lupine notwendig. Die Bekämpfung ist mit sehr viel Aufwand verbunden, vor allem wenn die Stauden-Lupine bereits große Bestände gebildet hat. Daher ist es umso wichtiger ist es, schnell zu handeln, wenn man einzelne Exemplare der Stauden-Lupine auf Flächen entdeckt. Dies gilt insbesondere für naturschutzfachlich hochwertige Flächen, deren Wert auf der Magerkeit des Standortes beruht, wie zum Beispiel Halbtrockenrasen.
Bei kleinen Beständen hat sich das Ausgraben/Ausstechen der Einzelpflanzen mit vollständiger Wurzel vor der Samenreife als am effektivsten erwiesen; auch um ein Einwandern in benachbarte Flächen zu verhindern. Dies muss allerdings über mehrere Jahre durchgeführt werden, solange bis keine Lupinen mehr auf der Fläche vorhanden sind. Die ausgestochenen Pflanzen müssen danach entsorgt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Beweidung der Fläche mit Ziegen. Wenn die Stauden-Lupine bereits große Bestände gebildet hat, ist nur eine Mahd oder Beweidung mit Ziegen sinnvoll, um den Aufwand in einem vertretbaren Maß zu halten.
Neben der geeigneten Methode ist auch der Zeitpunkt der Bekämpfung von entscheidender Bedeutung. Eine Entfernung sollte zur vollen Hauptblüte und auf jeden Fall bevor die Samen reif werden stattfinden; bei Mahd sind weitere Mahden jeweils zur Zeit der erneuten Blüte wichtig. Eine zu späte Mahd, also wenn die Samen schon so reif sind, dass sie keimen können, birgt neben der Gefahr des Auskeimens auch die Gefahr, Samen der Stauden-Lupine im Mähwerk auf andere Flächen zu verschleppen und damit ungewollt zur Ausbreitung der invasiven Art beizutragen.
Im Donnersbergkreis kommt die Staudenlupine auch im Naturschutzgebiet Langhöll-Falkenberg vor, das durch ein Mosaik aus Halbtrockenrasen, Trockengebüschen, Baumgruppen, Streuobstbeständen, artenreichen Wiesen und Weiden sowie naturnahe Waldbestände und Gewässerbereiche charakterisiert ist. Eine Beweidung mit Ziegen wurde bereits mehrfach durchgeführt. Um die Pflanzenart noch weiter zurückzudrängen, werden ab dem nächsten Jahr weitere Maßnahmen durchgeführt. Es ist zu hoffen, dass damit der Bestand der Stauden-Lupine nachhaltig zurückgedrängt und die Pflanzengemeinschaft der mageren Wiesenflächen gestützt wird.
Autor:Jens Tauchert aus Kusel-Altenglan |
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