Straßenränder im Rhein-Neckar-Kreis werden zu blühenden Lebensräumen
- Wo früher überwiegend eintönige Grasflächen das Straßenbegleitgrün prägten, blühen heute an vielen Stellen im Rhein-Neckar-Kreis wieder heimische Wildpflanzen. Die naturnahe Pflege fördert die Artenvielfalt und schafft wertvolle Lebensräume für Insekten.
- Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
- hochgeladen von Charlotte Basaric-Steinhübl
Rhein-Neckar-Kreis. Wer derzeit durch den Rhein-Neckar-Kreis fährt, entdeckt entlang vieler Straßen plötzlich wieder mehr Farbe: Margeriten, Wiesensalbei, Kuckuckslichtnelken oder Wiesen-Flockenblumen blühen dort, wo früher oft nur kurz gemähte Grasstreifen zu sehen waren.
Hinter der sichtbaren Veränderung steckt ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg, an dem sich das Amt für Straßen- und Radwegebau des Rhein-Neckar-Kreises bereits seit 2018 beteiligt. Ziel ist es, Straßenränder ökologisch aufzuwerten und neuen Lebensraum für Insekten zu schaffen.
Inzwischen werden mehr als 20 Hektar Straßenbegleitgrün naturnah gepflegt – verteilt auf über 70 Flächen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im gesamten Kreisgebiet.
Mehr Nahrung für Bienen und Insekten
Die Maßnahmen zeigen mittlerweile deutlich Wirkung. Besonders entlang der B 38 bei Weinheim, der L 531 bei Dossenheim, der B 3 bei Wiesloch oder rund um Eschelbronn ist die neue Blütenvielfalt sichtbar.
„Dort, wo früher fast ausschließlich Grasflächen waren, entstehen heute wieder artenreiche Blühflächen mit deutlich mehr Nahrung für Insekten“, erklärt Matthias Knörzer, Betriebsdienstleiter der drei Straßenmeistereien im Rhein-Neckar-Kreis.
Damit sich die Pflanzen entwickeln können, werden die Flächen gezielt gepflegt. Das bedeutet unter anderem: weniger Mähen, späteres Mähen und das Entfernen des Schnittguts. Teilweise werden zusätzlich spezielle Blühmischungen ausgesät.
Weniger Mähen – mehr Natur
Unterstützt werden die Straßenmeistereien von regionalen Landwirten, die viele Arbeiten mit speziellen Maschinen übernehmen. Kleinere oder schwer zugängliche Flächen werden weiterhin von Hand gepflegt.
Ein festes Schema gibt es dabei nicht. Je nach Standort muss individuell entschieden werden, wie oft gemäht wird und welche Pflege sinnvoll ist. Auf manchen Flächen kann sogar ganz auf eine Mahd verzichtet werden.
Im Landratsamt sieht man das Projekt als Erfolg. Auch in den kommenden Jahren sollen weitere Flächen ökologisch aufgewertet werden. Ziel bleibt es, Straßenränder nicht nur funktional, sondern auch als wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhalten.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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