Mit Forstwirtin und Waldpädagogin durch die Winterhelle
Das passiert im Wald vor meiner Haustür

Kurze Rast auf der Rübezahlbank. Hier gab Forstwirtin Yvonne Limpert Informationen über die Wichtigkeit der Rettungspunktschilder.
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  • Kurze Rast auf der Rübezahlbank. Hier gab Forstwirtin Yvonne Limpert Informationen über die Wichtigkeit der Rettungspunktschilder.
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Von Anja Stemler

Kusel. Pandemiebedingt musste die Waldführung unter dem Thema „Nachhaltige Forstwirtschaft - Das passiert im Wald vor meiner Haustür “ mehrmals verschoben werden. Am 13. und 20. Juni war es dann soweit. Yvonne Limpert, Forstwirtin beim Forstamt Kusel, führte die Gruppe Teilnehmer zusammen mit Waldpädagogin Alexandra Knapp durch die Winterhelle.

Treffpunkt war der Parkplatz vor dem ehemaligen VdK Heim. Von dort gingen die 16 Teilnehmer zur ersten Station, dem Forstmeister Vay Platz. Georg Vay hat den Wald von 1884 bis 1915 bewirtschaftet und den Hochwald geschaffen.
Danach ging die Bewirtschaftung in die Hände des Sohnes über.
Weiter ging die Wanderung auf schmalen Pfaden zu einer Stelle, an der sehr viele, junge Weißtannen wachsen. Diese haben sich dort auf natürliche Weise angesiedelt.
Es gibt verschiedene waldbauliche Entwicklungsphasen. Hier sind die Bäume in der Etablierungsphase.
Die Etablierungsphase umfasst die ersten Lebensjahre der Bäume.
Sie beginnt mit der Keimung des Samens bzw. der Pflanzung und endet, wenn sich der junge Baum definitiv im Vegetationsgefüge gegen konkurrierende Pflanzen durchgesetzt hat.
Die Teilnehmer bekamen die Aufgabe in einem abgesteckten Bereich, die dort wachsenden Pflanzen zu zählen und auf den Hektar hochzurechnen.
Dann ging es weiter zu einer Stelle an der zwei bis drei Meter hohe Nadelbäume standen. Diese befinden sich in der Qualifizierungsphase. Den Teilnehmer wurde erläutert was einen Stamm ausmacht, der später einmal als Wertholz verkauft werden soll. Die Qualifizierungsphase beginnt, sobald die jungen Bäume der Konkurrenzvegetation entwachsen sind und in einen intensiven Verdrängungswettbewerb zueinander eintreten.
Die Bäume wachsen nun immer rascher empor und das natürliche Aststerben setzt ein. In der Qualifizierung fördert Dichtstand die natürliche Differenzierung.
Die nächste Station war an einer Rückegasse, dort standen Bäume, die sich in der nächsten Waldbauphase befinden, der Dimensionierung. Hier durften die Teilnehmer selbst einmal Förster spielen und Bäume auswählen, die gefördert werden sollten, bzw. solche, die entnommen werden müssten. Die förderungswürdigen Bäume nennt man Zukunftsbäume. Diese sind mit vier Punkten gekennzeichnet.
Die Auswahl der Zukunftsbäume richte sich nach Astigkeit, Gradschaftigkeit und den Abständen im Bestand. In der Dimensionierungsphase beschränken sich alle waldbaulichen Eingriffe ausschließlich auf die Entnahme der Bedränger am Auslesebaum. Der zum Kronenausbau zur Verfügung stehende Zeitraum ist begrenzt. Dimensionierung bedeutet: Der Baum solle Dimensionen bekommen.
Ein Stück weiter kam die Gruppe an einen alten Zaun und gleich daneben einige Kirschbäume, die in Schutzhüllen standen. Hier wurde auf das Thema Einzelschutz und Flächenschutz eingegangen.
Einige Meter weiter konnten die Teilnehmer eine gut 100 Jahre alte Douglasie bewundern. Um zu verdeutlichen, wie viel Platz ein ausgewachsener Baum braucht wurde der Flächenbedarf auf den Hektar hochgerechnet.
Darnach gab es eine kurze Rast an der Rübezahlbank unter der alten Hubertuseiche. Hier wurde auf die Wichtigkeit der Rettungs-
punktschilder besonders für die Waldarbeiter hingewiesen. Dann ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Kurz vor Ende der Führung kam die Truppe an einem Stamm vorbei, der auf seine Abholung wartete. Hier durften die Teilnehmer mit Werkzeugen eines Forstwirtes, wie das Maßband und die Kluppe, ein Werkzeug zum Ermitteln des Durchmessers, den Stamm vermessen.
Anschießend wurde das Volumen berechnet und besprochen, wie viel Erlös ein solcher Stamm bringen könnte.

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Autor:

Anja Stemler aus Kusel-Altenglan

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