Der Wettbewerb mit den Ballungsräumen bietet große Chancen
Das Leben auf dem Land bekommt wieder Zukunft

Von Horst Cloß

Kreis Kusel. Leben auf dem Land hat unbestreitbar eine hohe Qualität. Ob man in der Stadt leben will oder auf dem Land: Diese Frage muss jeder Mensch für sich beantworten. Jede Region hat ihre Vorzüge und auch gleichzeitig ihre Nachteile. Insofern bleibt nur die persönliche, individuelle Betrachtung jedes Einzelnen. Weite Anfahrten zum Arbeitsplatz, zum Besuch von größeren Kultur- oder Sportveranstaltungen, fehlende digitale Technik auf dem Land oder auch ärztliche Versorgung: Das sind Themen, die Menschen dazu bringen, der Stadt oder dem unmittelbaren Umland den Vorzug zu geben.
Was für das Land spricht, das sind aber mindestens ebenso wichtige Kriterien, wie Ruhe und relative Sicherheit, Kommunikation mit Nachbarn und Freunden, preiswerteres Leben und ganz, ganz wichtig: Das Gefühl, daheim zu sein.

Dazu, sich heimisch zu fühlen, kann jeder Mensch seinen Beitrag leisten. Indem er sich in die Gesellschaft einbringt, ihr auch etwas gibt und dafür in den meisten Fällen auch etwas zurück bekommt.
Die Aufgabe der Kommunal- und Landespolitiker, aber auch der Bundespolitik ist, die Rahmenbedingungen für das Wohnen auf dem Land zu verbessern. Dazu gehören vernünftige Verkehrsverbindungen, das schnelle Internet, Mobilfunkverbindung, das Vorhalten von ausreichend Arbeitsplätzen und Bildungseinrichtungen (Schulen und Kindertagesstätten)
Bei einer kürzlich auf der Wasserburg stattgefundenen Veranstaltung, zu der auch der frühere Bürgermeister Josef Mathis aus der österreichischen Gemeinde Zwischenwasser (Landkreis Bregenz) gekommen war, ergab sich ein Trend zugunsten des Landes.
Aber nur dann, wenn die vorgenannten Voraussetzungen exisitieren. Der Ex-Bürgermeister führte zahlreiche Maßnahmen an, mit denen seine Gemeinde nicht nur vorhandene jüngere Mitbürgerinnen und Mitbürger im Ort gehalten habe, sondern auch das aktive Aufeinanderzugehen spiele eine große Rolle. Und was die Baustruktur auf dem Land angehe, habe er die Architekten der Region in sämtliche Maßnahmen einbezogen.
Rainer Hub von der ADD Trier bezeichnete die Dorferneuerung, die gerade im Landkreis Kusel vor über 30 Jahren eingeleitet wurde, als eine von mehreren Maßnahmen, um die Orte attraktiv zu gestalten.
Dass Unternehmen in ihrer Rolle als Arbeitgeber bei der Frage, ob junge Menschen hier wohnen bleiben, neue sogar hinzukommen, ebenfalls eine große Rolle spielen, wurde bei der Veranstaltung in Reipoltskirchen und den Aussagen von Michael Bohrmann von der KOB Wolfstein mehr als deutlich. Arbeiten und Wohnen stehe in einem engen Zusammenhang und spiele bei der Familienplanung eine bedeutende Rolle.
Das Kultur- und Freizeitangebot in der Region ist bekanntermaßen gut, lässt sich aber immer verbessern. Durch das Erkennen, die ärztliche Versorgung zu sichern und teilweise erfolgreich eingeleitete Maßnahmen, hat der Kreis Kusel schon wieder einen Schritt nach vorn gemacht.
Dass die Landschaft in der Region ihre Reize hat, ist ja ohnehin unbestritten.
Also: An die Arbeit, es gibt noch genügend zu tun. Und unsere Heimat ist viel zu schade, als sie zum Niemandsland werden zu lassen. Denn Stehenbleiben bedeutet Stillstand und den kann sich keine Region mehr leisten. Der Wettbewerb unter den Regionen ist in vollem Gange.

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