Stahlbildhauer Robert Schad arbeitet in der Region an lokalem Projekt
Kleines Dorf, große Kunst

Ein Modell im Maßstab 1:10 des Kunstwerks von Robert Schad, das im kommenden Frühjahr in der „Neuen Mitte“ in Tiefenthal aufgestellt werden soll.  Foto: KunstKabinett
  • Ein Modell im Maßstab 1:10 des Kunstwerks von Robert Schad, das im kommenden Frühjahr in der „Neuen Mitte“ in Tiefenthal aufgestellt werden soll. Foto: KunstKabinett
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Tiefenthal. Die markanten und unverwechselbaren Werke des Stahlbildhauers Robert Schad stehen an so prominenten Orten wie den deutschen Botschaften in Moskau und Kathmandu, vor dem Bundesministerium der Finanzen in Berlin sowie - mit einer Höhe von 34 Metern - als beherrschendes Kunstwerk im portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima – und bald auch vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Tiefenthal.

Noch in diesem Herbst wird der international bekannte Künstler in der Werkstatt des Metallbauunternehmens Werle in Obrigheim an jenem Kunstwerk arbeiten, das im Frühjahr kommenden Jahres in der „Neuen Mitte“ von Tiefenthal aufgestellt werden soll. „Malog“ lautete bislang der Arbeitstitel des Projekts für die 850-Einwohner zählende Gemeinde im Leiningerland. Aus Corten-Stahl, dem bevorzugten Material des Künstlers, wird die rund sechs Meter hohe Skulptur entstehen, die später einmal aus der Silhouette des Dorfes herausragen soll.
„Die Tage, in denen Robert Schad in Obrigheim an seinem Kunstwerk arbeitet, markieren den Beginn eines mehrere Monate dauernden Entstehungsprozesses, bis die Plastik im nächsten Frühjahr in Tiefenthal aufgestellt werden soll“, berichtet Wolfgang Thomeczek, Galerist, Beigeordneter von Tiefenthal und so etwas wie der geistige Vater eines der bislang wohl ungewöhnlichsten Kunstprojekte im Leiningerland. Die Verbindungen des in zeitgenössischen Kunstkreisen überaus gut vernetzten Thomeczeks zu Robert Schad reichen weit zurück, und erst im Mai vergangenen Jahres konnte er den vielfach ausgezeichneten Künstler in seinem Kunstkabinett in Tiefenthal zu einer Ausstellung begrüßen.
„Im Vorfeld der damaligen Ausstellung entstand die Idee zu dem Kunstwerk in Tiefenthal, zu dem der Gemeinderat im Januar dieses Jahres seines offizielle Zustimmung erteilte“, berichtete Thomeczek. Bereits seit einigen Jahren arbeitet man in der kleinen Gemeinde an der Umgestalten der Ortsmitte, hat unter anderem das Dorfgemeinschafshaus generalsaniert und erweitert und ist derzeit gerade dabei, den Platz rund um die „Neue Mitte“ zu gestalten, wozu die Skulptur Schads zu so etwas wie einem neuen Wahrzeichen der Gemeinde werden soll.
Das Besondere daran: Im Gegensatz zu den allermeisten Kunstwerken im öffentlichen Raum wird die Tiefenthaler Skulptur völlig ohne Steuermittel finanziert. Thomeczek: „Das ist möglich mit dem KunstKabinett Tiefenthal, das über die Region hinaus Freunde und Förderer gefunden hat, die das Projekt Robert Schad unterstützen.
Robert Schad hat außerdem großen Wert darauf gelegt, dass das Werk für das Leiningerland mit ihm zusammen im Leiningerland gefertigt wird. Nicht in seinem Atelier in Frankreich und auch nicht in seinem Atelier in Portugal. Sein Wunschpartner war der Metallbetrieb von Peter Werle in Obrigheim.“
Dabei wird auch das Kunstwerk für Tiefenthal eine typische Kreation des Künstlers werden, der dafür bekannt ist, aus massivem Vierkantstahl so etwas wie Zeichnungen im Raum zu schaffen. „Linien entstehen dabei nicht durch Biegen und Verbiegen, sondern aus der Addition unterschiedlich langer, gerader Teile, die verschweißt werden. Die Schweißstellen werden verschliffen, erscheinen dann organisch, gelenkartig. Die physische Schwere des massiven Stahls ist aufgehoben. Es entsteht eine Verlaufsform mit menschlichen Proportionen, um sich tänzerisch im Raum zu entwickeln“, wird auf der Homepage des Künstlers seine Arbeitsweise beschrieben. Fast meint man bei der Betrachtung eines Werks Schads die Momentaufnahme einer flüchtigen Bewegung vor sich zu haben. Dass Robert Schad mit Tänzern und Choreographen zusammenarbeitet und Videofilme dreht, überrascht daher nicht.
Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Schad erhielt, zählen unter anderem der Preis für Zeichnung der III. Biennale für zeitgenössische Kunst, Vila Nova de Cerveira/Portugal, der XXV. Internationale Preis für Zeichnung Joan Miró, Barcelona/Spanien, sowie der Große Preis der II. Internationalen Biennale für Bildhauerei in Obidos/Portugal.
Robert Schad hat an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studiert und kam in den Genuss gleich mehrerer Stipendien, die ihm unter anderem einen Arbeitsaufenthalt in Portugal ermöglichten. Kunstwerke von Schad im öffentlichen Raum finden sich neben den schon Genannten unter anderem in der Skulpturenmeile in Mannheim, in Saarbrücken-Sankt Johann sowie in Sankt Wendel – und im kommenden Jahr auch in Tiefenthal. jlk
Hinweis:

Das ursprünglich für Dienstag, 16. Oktober, terminierte Künstlergespräch mit Robert Schad wurde kurzfristig verschoben. Das Wochenblatt wird den neuen Termin rechtzeitig bekannt geben.

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