„Künstlerisch spielen – inspirierend lehren“
Meisterkurs dank Waghäuseler Initiative
- Musikerinnen Prof. Katharina Berrío Quintero, geborene Groß (Klavier) und rechts: Katharina Schröter (Querflöte)
- Foto: W. Schmidhuber
- hochgeladen von Werner Schmidhuber
Waghäusel. Was 2023 als Idee begonnen hat, ist 2026 Wirklichkeit geworden: Mit dem Kurs „Künstlerisch spielen – inspirierend lehren“ entstand in der Musikakademie Schloss Weikersheim ein neues Format für junge Musikerinnen und Musiker mit Interesse an einem künstlerisch-pädagogischen Studium.
Initiiert wurde der Kurs von den beiden aus Waghäusel stammenden Musikerinnen Katharina Schröter (Querflöte) und Prof. Katharina Berrío Quintero, geborene Groß (Klavier), gemeinsam mit ihrem Kollegen Andreas Freitag (Klarinette). Unterstützt und umgesetzt wurde das Projekt von der Jeunesse Musicales Deutschland.
Die Idee zu diesem Kurs entstand aus einer gemeinsamen Überzeugung, die die beiden Katharinas seit einigen Jahren verbindet. Nach ihren Studienjahren trafen sie sich in Stuttgart wieder und entwickelten eine enge musikalische und freundschaftliche Verbindung. Heute arbeiten sie nicht nur künstlerisch zusammen, sondern teilen auch eine pädagogische Vision: Künstlerischer Anspruch und pädagogische Berufung sind keine Gegensätze, sondern können sich gegenseitig stärken, wenn man sie bewusst zusammen denkt.
Die Motivation für das Projekt speist sich nicht nur aus der eigenen Lehrerfahrung an Musik- und Hochschulen, sondern auch aus der aktuellen Situation im Musikschulbereich. Laut der sogenannten MIKADO-Studie werden bis 2035 rund 14.700 Musikschullehrkräfte in den Ruhestand gehen, während deutlich weniger Absolventinnen und Absolventen nachrücken.
Bei gleichzeitig steigender Nachfrage bedeutet dies, dass künftig bis zu 500.000 Schülerinnen und Schüler keinen Musikschulunterricht mehr erhalten könnten.
Der Bedarf an qualifizierten Musikerinnen und Musikern, die sowohl künstlerisch als auch pädagogisch exzellent ausgebildet sind, wächst daher erheblich. Umso wichtiger erscheint es, junge Talente frühzeitig zu ermutigen und als Lehrende aktiv auf geeignete Persönlichkeiten zuzugehen und sie in ihrer Entscheidung für diesen Berufsweg zu bestärken.
Der Kurs, ausgeschrieben für die Hauptfächer Klavier, Klarinette und Flöte, verband mehrere Formate: individuellen künstlerischen Einzelunterricht, Hospitationen bei anderen Teilnehmenden sowie thematische Workshops und Beratungsangebote zu Studienwegen und Berufsperspektiven.
Die Auswertung der Rückmeldungen zeigt deutlich, dass viele Teilnehmende den Kurs als wichtige Entscheidungshilfe nutzten. Sei es zur Klärung eines Studienwunsches oder zur gezielten Vorbereitung auf Aufnahmeprüfungen. Mehrfach wurde der Wunsch nach Prüfungssimulationen, Auftrittstraining, mentalem Coaching und Körperarbeit geäußert. Ein Hinweis darauf, wie groß das Bedürfnis nach einer ganzheitlichen Vorbereitung auf den Musikerberuf ist.
Gerade in einem Berufsfeld, das häufig von Konkurrenz geprägt ist, entstand hier ein Raum der gegenseitigen Ermutigung.
Der Kurs in Weikersheim hat gezeigt, welches Potenzial im künstlerisch-pädagogischen Nachwuchs steckt. Interesse, Leistungsbereitschaft und Idealismus sind vorhanden. Wenn es gelingt, diese Motivation durch hochwertige Angebote, verlässliche Rahmenbedingungen und strukturelle Wertschätzung zu stärken, kann aus einem Meisterkurs mehr entstehen als ein gelungenes Projekt: ein Impuls für eine Generation, die Musik künstlerisch lebt und inspirierend weitergibt.
Autor:Werner Schmidhuber aus Waghäusel |
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