Mehrgenerationenhaus will Zeichen setzen
Haus der Nächstenliebe eröffnet
- Blick in den Klostergarten
- Foto: Werner Schmidhuber
- hochgeladen von Werner Schmidhuber
Waghäusel. Seit vergangenem Freitag ist das „Haus der christlichen Nächstenliebe“ auf dem Grundstück bei dem Kloster und der Wallfahrtskirche eröffnet. Die Einrüstung des Gebäudes und die Fertigstellung der Innenräume hinderten nicht daran, das besondere Projekt mit kirchlichem Segen und weltlicher Unterstützung in Form eines würdigen Festaktes einzuweihen.
Zu den etwa 150 Gästen im Klostergarten gehörten Bürgermeister Andreas Emmerich, Bürgermeister a.D. Robert Straub, Pfarrer Johannes Mette aus Bruchsal, Andreas Bollheimer und Martin Straub von der Volksbank, die Architekten Leo Götzmann, Ralf Breitner und Manuel Knopf, dieser als Koordinator in Sachen Effizienzsteigerung.
Ein Grußwort hielt Bürgermeister Emmerich, der von einem künftigen Ort der Hoffnung und Geborgenheit sprach. Aus einer Vision sei jetzt Wirklichkeit geworden, stellte er fest. Manuela Hammer vom Förderverein freute sich, wie auch Architekt Knopf, über den erfolgreichen Abschluss. Wie es mehrfach hieß, handelt es sich um einen neu gesetzten „Meilenstein in der Wallfahrts- und Klostergeschichte“.
Wallfahrtsrektor Pater Robert Maria Weinkötz gab einen Überblick über den Zeitraum ab 2009, als eine eigene Stiftung gegründet wurde und ein ansehnliches Startkapital den Anfang bildete. Entstanden sei ein Ort, „der eine familiäre Gemeinschaft für Menschen unterschiedlichen Alters in allen Lebenssituationen schenkt.“
Bereits im Jahr 2000 kam die „Vision“ auf. Doch dauerte es etliche Zeit, bis alles durchdacht und angestoßen war. Am Ende kostet das Projekt rund 4,5 Millionen Euro, sagte Robert Maria. Der Betrag setzt sich aus zwei Drittel Eigenkapital und einem Drittel aus mehreren - auch privaten - Darlehen zusammen. Dank des Fördervereins, dank von über 300 Sponsoren und etwa 3.200 Einzelspenden konnte das ehrgeizige Vorhaben gestemmt werden.
Entstanden sind 12 Mietwohnungen in einer Größe zwischen 20 und 100 Quadratmeter, die seit Kurzem komplett belegt sind. Hinzu kommt eine Wohneinheit für Notfälle, die eine kurzfristige Unterbringung erfordern. Zu den Mietern gehören fünf Singles, drei Alleinerziehende mit Kindern, zwei Ehepaare ohne Kinder und zwei größere Familien. Die erwachsenen Bewohner aus insgesamt sieben Nationalitäten sind zwischen 26 und 74 Jahre alt. Dem katholischen Glauben anzugehören ist keine Voraussetzung für die Aufnahme. Aber ein religiöser Bezug müsse vorhanden sein.
Zwar ist die Rede von einem „Haus der Nächstenliebe“, doch eigentlich sind es zwei Häuser, verbunden durch ein Glaselement. Die architektonischen Entwürfe hat Leo Götzmann gefertigt, Mitglied im Förderverein des Klosters. Für die Ausführung zeichnete Architekt Ralf Breitner verantwortlich. Das klimafreundliche Wohngebäude weist etwa dreifach verglaste Fenster und eine Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik auf. Für das Projekt hatte die Stiftung von der Stadt eine Fläche der 1995 stillgelegten Zuckerfabrik gekauft.
Die Wissädalä Duddärä mit Werner Köhler an der Spitze überreichten eine Spende von 1.000 Euro, die mit großer Freude entgegengenommen wurde.
Autor:Werner Schmidhuber aus Waghäusel |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.