Weitere Veranstaltungen der Handwerkskammer geplant
Unternehmensnachfolge im Ländlichen Raum

(von links) Steffen Wenz, Beate Karcher von der Handwerkskammer, Bürgermeister Tony Löffler, Andrea Winkler von der Handwerkskammer, HauptamtsleiterinMichaela Schmidt und Sebastian Oberst
  • (von links) Steffen Wenz, Beate Karcher von der Handwerkskammer, Bürgermeister Tony Löffler, Andrea Winkler von der Handwerkskammer, HauptamtsleiterinMichaela Schmidt und Sebastian Oberst
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Ubstadt-Weiher. Rund 30 Teilnehmer informierten sich zum Thema Unternehmensnachfolge im Ländlichen Raum im denkmalgerecht sanierten Fachwerkhaus in der Gemeinde Ubstadt-Weiher, welches selbst schon häufig eine andere Nutzung erfahren und viel zu erzählen hat.Auf diese Weise versinnbildlichte bereits der Veranstaltungsort das Thema des Nachmittags, den der Bürgermeister der Gemeinde, Tony Löffler, eröffnete.

Weniger Unternehmensnachfolger als Betriebe

Unternehmensnachfolge wird eine immer größere Herausforderung: Soviel wie nie und so wenig wie nie – so lässt sich die aktuelle Lage bei der Betriebsnachfolge beschreiben. 2013 gab es erstmals mehr Alt-Inhaber auf Nachfolgersuche als potenzielle Betriebsübernehmer.
Derzeit kommen auf jeden Alt-Inhaber 0,85 potenzielle Übernehmer. Da in der Hälfte der Fälle eine familieninterne Nachfolge nicht in Betracht kommt, bedarf es weiterer Lösungen bei der Suche von Nachfolgern, so beispielsweise die Entwicklung von eigenen Mitarbeitern und das Finden von externen Interessenten über die kammereigene Betriebsbörse oder die überregionale nexxt-change Börse.

Gute Vorbereitung ist das A und das O

Für den Erfolg einer Betriebsübergabe ist eine gute Vorbereitung entscheidend, darüber sind sich die Berater der Handwerkskammer Karlsruhe einig. Diese Weichenstellung hilft dem Verkäufer sein Lebenswerk nachhaltig zu gestalten, Miete oder Pacht und damit auch Altersvorsorge zu sichern und seine Kundenbeziehungen zu übergeben. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche ambitionierte und interessierte Menschen, die bereit sind, sich selbstständig zu machen. Diese können mit einer erprobten Konzeption beginnen, ihren Lebensunterhalt sichern, Fehler vermeiden und gute Gewinne erzielen.

Nachfolgecheck empfohlen

Andrea Winkler, Nachfolgemoderatorin, empfahl zum Einstieg einen Nachfolgecheck, welcher über die Analyse von persönlichen und betrieblichen Verhältnissen in einen Handlungskatalog mit Ad–hoc–Maßnahmen, Stufen- und Zeitplan mündet. Wichtiger denn je ist es, sich als Arbeitgeber attraktiv aufzustellen und das Personal im Nachfolgeprozess mitzunehmen. Wie man Personal findet und hieraus erfolgreich Mitarbeiter zum Nachfolger entwickeln kann, darüber informierte die Personalberaterin Beate Karcher. Die im gesamten Prozess zu beachtenden rechtlichen Aspekte stellte der Rechtsberater Steffen Wenz vor.

Zwei bis fünf Jahre dauert ein Nachfolgeprozess

Im Fazit zeigte sich, dass alles in Allem ein Nachfolgeprozess zwei bis fünf Jahre Zeit in Anspruch nimmt und gut vorbereitet sein sollte. Dies bestätigte auch Sebastian Oberst von der Metzgerei Dutzi in einem ermutigenden Interview. Er berichtete über seinen persönlichen und beruflichen Werdegang und wie er jetzt als Inhaber der Metzgerei den Alltag bewältigt.
Das Team der Handwerkskammer Karlsruhe legt allen, die sich mit dem Thema beschäftigen, ans Herz: „Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung. Sie können viel Lehrgeld sparen, wenn Sie sich sorgsam und mit Unterstützung auf den komplexen Prozess der Nachfolge vorbereiten.“ ps

Autor:

Judith Ritter aus Lingenfeld

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