Veranstaltungen „Gegen das Vergessen“ in Schifferstadt
- Foto: Stadtverwaltung Schifferstadt
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Geschichte sichtbar machen, Erinnerungen bewahren – das möchte die Stadtverwaltung mit der Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen“ erreichen. Vom 29. Oktober bis zum 9. November können Interessierte gemeinsam mit Musikern und Künstlern in die Vergangenheit blicken und auch selbst ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.
Die Stadt Schifferstadt lädt ganz herzlich zu Veranstaltungen gegen das Vergessen ein.
Am 29.10. findet um 19 Uhr im Club Ebene Eins die Lesung von Eva Szepesi – „Ein Mädchen allein auf der Flucht“ statt.
Eva Szepesi floh 1944 als elfjährige aus Budapest in die Slowakei, wurde jedoch gefasst und nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Im Januar 1945 retteten sowjetische Soldaten das Mädchen. Eva Szepesi ist eine der wenigen noch lebenden Zeitzeugen. Sie engagiert sich unermüdlich an Schulen und Gedenkstätten, um ihre Lebensgeschichte an jüngere Generationen weiterzugeben. Für diesen gesellschaftlichen Einsatz wurde sie unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Eva Szepesi hat Ihre Erlebnisse in dem Buch "Ein Mädchen auf der Flucht" erzählt, aus dem sie an diesem Abend lesen wird. Veranstalter ist der Club Ebene Eins e.V.
Am 04.11. wird um 17 Uhr auf dem Rathausvorplatz die Ausstellung der Fotoaktion „Gesicht zeigen für Demokratie“ eröffnet.
Demokratie lebt vom Mitmachen, von Vielfalt und von Menschen, die für unsere gemeinsamen Werte einstehen. Unter dem Dach der landesweiten Kampagne „Demokratie – Akzeptanz – Vielfalt“ fand am 29.05.2026 im Foyer unseres Rathauses eine besondere Fotoaktion statt, bei der zahlreiche Gesichter ein starkes Zeichen gesetzt haben.
Das beeindruckende Ergebnis dieser Aktion wartet nun darauf, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden: Am 4. November um 17 Uhr eröffnet Bürgermeisterin Ilona Volk offiziell die Ausstellung auf dem Rathausvorplatz. In den nächsten Wochen werden die Portraits auf mehreren Plätzen im Stadtgebiet wie zum Beispiel im Stadtpark, auf dem Käthe-Kollwitz-Platz und weiteren als sichtbares Statement für die Vielfalt unserer Gesellschaft zu sehen sein.
Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, wofür unsere Stadt steht: für ein respektvolles Miteinander, gegenseitige Toleranz und eine lebendige Demokratie.
Die Initiative für diese Aktion in Schifferstadt ging von der CDU-Fraktion aus. Auf ihren Antrag hin beschlossen die Stadtratsfraktionen von CDU, SPD, FWG, Bürger für Schifferstadt und Bündnis 90/DIE GRÜNEN sich an der Kampagne zu beteiligen.
Am 9.11. wird um 10 Uhr zur Stolpersteinputzaktion zum Treffpunkt auf dem Rathausvorplatz eingeladen
Insgesamt 43 in den Gehweg eingelassene Gedenktafeln aus Messing verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Sie markieren die letzten frei gewählten Wohnorte oder Arbeitsplätze von Opfern des Nationalsozialismus´.
Das Datum der Stolpersteinputzaktion ist bewusst gewählt: Am 9. November 1938 ereignete sich die Reichspogromnacht, bei der tausende Synagogen sowie jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört oder verwüstet wurden.
Mit dem Putzen der Stolpersteine wird an die Opfer des Nationalsozialismus in Schifferstadt gedacht, die an diesen Orten ihren letzten frei gewählten Wohnort oder Arbeitsplatz hatten. Treffpunkt zum gemeinsamen Start der Aktion ist auf dem Rathausvorplatz.
Alle sind herzlich eingeladen, beim Säubern der Steine an die Menschen und ihre Schicksale zu erinnern.
Stilles Gedenken am Synagogenstein findet am 9.11. um 18 Uhr statt.
In der Bahnhofstraße 52, Ecke Frederickstraße steht das ehemalige Haus von Dr. Emil Georg Sold. Er hat 1984 einen Gedenkstein für die im Jahr 1938 beim Novemberpogrom abgebrannte Synagoge auf seinem Grundstück aufstellen lassen. Am Montag, 9. November um 18 Uhr lädt die Stadtverwaltung zu einem stillen Gedenken im Kerzenschein ein.
Am 9.11. um 19 Uhr ist das Konzert „trust & resistance“ im Stadtpark im Kleinen Kulturhaus zu hören
Welches Medium könnte besser geeignet sein als Musik, um sowohl die tiefen Gefühle von Unterdrückung und Gefahr widerzuspiegeln als auch das unerschütterliche Vertrauen in die Menschheit und die Demokratie?
Mit „trust & resistance“ schafft die Cellistin Katja Zakotnik einen Solo-Konzertabend, der geächteter Musik gewidmet ist, sowie Komponistinnen und Komponisten, die unter Diktaturen litten oder heute leiden. Die Werke erzählen von Mut, Hoffnung und ungebrochener Kraft.
So zum Beispiel das „Wiegala“ von Ilse Weber, die im KZ Auschwitz ermordet wurde, als sie eine Kindergruppe betreute. Oder das „Chonguri“ von Sulkhan Tsintsadze aus Georgien, einem Land im Umbruch, in dem der Protest gegenwärtig keine Pause kennt. Eine Komponistin aus Indien kommt zu Wort, eine Tonkünstlerin aus dem Iran: über dreiviertel der Musik, die in diesem Konzert erklingt, stammt aus weiblicher Feder. Katja Zakotnik moderiert und liefert die Hintergründe.
Autor:Jan Federspiel aus Schifferstadt |
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