Großübung in Saarlouis: So lief der Katastrophenschutz den Ernstfall durch

In Saarlouis haben zahlreiche Einsatzkräfte bei einer Großübung den Katastrophenschutz für den Ernstfall trainiert. | Foto: Pressestelle Landkreis Saarlouis/Yannick Hoen
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Saarlouis. Teileinsturz, Explosion, Brand und eingeschlossene Menschen: Mit einem aufwendigen Szenario hat der Landkreis Saarlouis den Katastrophenschutz auf den Ernstfall vorbereitet. Bei der Großübung probten zahlreiche Einsatzkräfte den Einsatz rund um das Theater am Ring.

In der Simulation traf ein Meteorit das Gebäude während einer Theaterprobe. Mehrere Dutzend Personen befanden sich im und am Theater. Der fiktive Einschlag löste eine Explosion mit Teileinsturz und Folgebrand aus. Mehrere Menschen galten als eingeschlossen oder unter Trümmern verschüttet.

Die Einsatzkräfte stellten die Löschwasserversorgung sicher, führten ABC-Messungen durch und organisierten die Versorgung der Patienten mit den umliegenden Krankenhäusern. In der Hans-Welsch-Halle Lisdorf betreuten Teams zudem unverletzt betroffene Personen in einer Notunterkunft mit Personenauskunftstelle.

Viele Organisationen übten gemeinsam

Beteiligt waren nach Angaben des Landkreises Saarlouis Feuerwehren der Stadt Saarlouis, weitere Kommunen mit Katastrophenschutzeinheiten, das Technische Hilfswerk, Rettungsdienste, die Integrierte Leitstelle, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der Bundesverband Rettungshunde, die Psycho-Soziale-Notfallversorgung, mehrere Krankenhäuser, die saarländische Landespolizei und das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr.

Innenminister Reinhold Jost sagte: „Die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Beteiligten zeigt, wie ein gut aufgestellter Katastrophenschutz aussehen und funktionieren muss. Das ist alles andere als einfach, wenn man bedenkt, dass bei größeren Einsätzen in der Regel hunderte von Einsatzkräften beteiligt sind. Und gerade die Brandgeschehen in jüngster Zeit haben eines deutlich gemacht: Langfristig betrachtet werden unsere Einsatzkräfte in Zukunft wohl öfter ausrücken müssen.“

Jost dankte den Kräften für ihren Einsatz und ihre ehrenamtliche Arbeit. Auch Landrat Patrik Lauer zog eine positive Bilanz. Er sagte: „Diese hochkomplexe Katastrophenschutzübung mit zahlreichen Herausforderungen haben alle Beteiligten eindrucksvoll bewältigt und ihre große Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Das Zusammenspiel war absolut gelungen und hat einmal mehr gezeigt, dass wir gemeinsam, mit der großen Expertise aller, schwierige Situationen sehr gut meistern können."

Land investiert in Ausstattung und Warnsysteme

Das Saarland stärkt den Katastrophenschutz nach eigenen Angaben auch mit mehreren Maßnahmen. Dazu gehört der Neubau und die Ausstattung der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule für rund 50 Millionen Euro.

Zusätzlich stellte das Land nach den Erfahrungen aus dem Pfingsthochwasser mehr als 12 Millionen Euro für Infrastruktur und Ausstattung bereit. Davon beschaffte es bereits sechs Wechselladerfahrzeuge, sechs Wechselmodulträgerfahrzeuge inklusive Wechselmodulen Logistik/Transport sowie einen Kommandowagen. Weitere Abrollbehälter für Notstrom, mobile Deichsysteme und Hochleistungs-Wasserförderung befinden sich in der Beschaffung.

Auch das Sirenenförderprogramm läuft weiter. Das Saarland stellte dafür zwei Millionen Euro zusätzlich zur Bundesförderung von 1,15 Millionen Euro bereit. Bisher flossen rund 2,4 Millionen Euro. Im Saarland gibt es inzwischen rund 590 festinstallierte Sirenen. Über 460 neue elektronische Sirenenanlagen kamen durch die Förderung hinzu. Rund 70 Prozent davon ersetzten ältere Anlagen.

Im Ministerium für Inneres, Bauen und Sport bündelt außerdem eine neue Abteilung für Bevölkerungsschutz die Bereiche Katastrophenschutz, zivile Verteidigung, Schutz kritischer Infrastrukturen, Krisenmanagement und zivil-militärische Zusammenarbeit.

Autor:

Anja Stemler aus Kusel-Altenglan

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