BriMel unterwegs
Herbstkonzert mit Gaby Kiessling
- Zitherspielerin Gaby Kiessling
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Dudenhofen. Zum Nachmittagskaffee mit der Musikerin Gaby Kiessling (Ü80) lud die Senioren-Residenz Sankt Sebastian am 9. Oktober ein. Die Gäste waren sehr angetan von dieser wundervollen Musikdarbietung auf der Konzertzither. Sie sah in ihrer auf sie zugeschnittenen Theaterrobe wieder einmal bezaubernd aus. Es waren Lieder zum Träumen, die sie auf der Bühne performte, umrahmt von der wundervollen Fotoausstellung mit einem ganz besonderen Nordlicht von Johann-Peter Melder. Auf der Bühne leuchtete sie, an den Wänden die Aurora Borealis.
Zum Herbstkonzert um 15.30 Uhr hatten sich etliche HeimbewohnerInnen und Besucher eingefunden und lauschten den lieblichen Zitherklängen, zeitweise wurde sogar mitgesungen. „Unter den Linden“ von Walther von der Vogelweide war eines der vielen Stücke, die wohl jeder kennt und entsprechend viel Applaus gab es. Gaby Kiessling moderierte immer zwischendurch und gab Hintergrundinformationen preis. Im Laufe der Jahrzehnte hat sie sich ein immenses Wissen angeeignet. „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber wird normalerweise auf dem Klavier gespielt, für ihre Zither hat sie das Stück ein wenig tiefer gestimmt, damit es erdiger klingt. Auch Menuette waren dabei, die sie aus dem Effeff spielte. Als nächstes kam Filmmusik zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda, einem tschechischen Komponisten, der dadurch berühmt wurde. Wundervoll hörte man „Die Moldau“ von Bedrich Smetana (ebenfalls ein tschechischer Komponist) bei geschlossenen Augen „zithernd“ vorbeifließen. Das Instrument ist schon etwas Besonderes. Bei den Liebesträumen des berühmten Komponisten Franz Liszt mit der Traum-Melodie saßen die Gäste völlig in sich gekehrt und lauschten den wundervollen Klängen dieser magischen Zither und manchen noch über das Stück hinaus. Ein Walzer kam, den Gaby Kiessling ebenfalls für ihre Zither umgeschrieben hatte. Von dem österreichischen Komponisten Fritz Kreisler gab es „Schön Rosmarin“. Oft würde Gaby Kiessling gefragt, ob sie auch den dritten Mann spielen würde. Nichts einfacher als das, DEM Zitherstück schlechthin; jeder kennt es, der den Schwarz-Weiß-Film „Der dritte Mann“ von Carol Reed aus dem Jahre 1949 gesehen hat. Diese faszinierende Musik komponierte Anton Karas. Die Melodie zum Film „Der Clou“ musste ebenfalls wieder für die Zither umgeschrieben werden und klingt ähnlich wie „Der dritte Mann“, was öfter zu Verwechslungen führt. Da Gaby Kiessling es gleich im Anschluss spielte hörte man jedoch den Unterschied. Hachsz, wer kennt sie nicht, die Titelmelodie zum Drama „Die Dornenvögel“ mit Richard Chamberlain in der Hauptrolle, dieser tragischen Liebesgeschichte? Damals ein echter Straßenfeger mit Meggie & Ralph wurde heute sozusagen wiederbelebt. Und nochmal Filmmusik von „Frühstück bei Tiffany“ mit dem melodischen Titel „Moon River“ von Henry Mancini und aus dem Musical „Cats“ noch etwas. Es war ein prall gefüllter Nachmittag mit ganz vielen schönen Momenten der Grande Dame. Nächster Musik-Termin mit der „Waschtag-Band“ ist am 18.10. und ab 14 Uhr geht’s mit Tom, Helga, Conny und Klaus in die 50er Jahre. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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