Feierlicher Abschied der Abiturienten in der Donnersberghalle
- Der Abiturjahrgang 2026
- Foto: IGS Rockenhausen
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Rockenhausen. Am Freitag, 20. März, wurde die Donnersberghalle zum Schauplatz eines besonderen Moments im Leben vieler junger Menschen: Die Integrierte Gesamtschule Rockenhausen verabschiedete ihren Abiturjahrgang mit einer akademischen Feier. Eltern, Freunde, Lehrkräfte und Wegbegleiter waren zusammengekommen, um dies gemeinsam zu würdigen.
Unter dem diesjährigen Motto „Abiversal – 13 Jahre im falschen Film“ zog sich eine kreative Leitidee durch das gesamte Programm. Mit einem Augenzwinkern blickten die Abiturientinnen und Abiturienten auf ihre Schulzeit zurück – eine Zeit voller unerwarteter Wendungen, herausfordernder Szenen und prägender Momente, die sich im Rückblick wie ein Film zusammensetzen. Doch an diesem Nachmittag wurde deutlich: Auch ein vermeintlich „falscher Film“ kann zu einer erfolgreichen Geschichte werden.
Den Auftakt bildete das Orchester der Jahrgangsstufen 9 und 10 unter der Leitung von Jens Illichmann und Uwe Rogge mit dem „Raiders March“, der als Filmmusik der Abenteuerreihe um Indiana Jones bekannt ist. Bereits hier wurde die Verbindung zum Abimotto spürbar: Wie die ikonische Filmfigur, die sich immer wieder neuen, unvorhersehbaren Herausforderungen stellt, stehen auch die Abiturientinnen und Abiturienten am Beginn eines neuen Abschnitts – hoffentlich bereit, unbekanntes Terrain zu betreten, eigene Entscheidungen zu treffen und ihren ganz persönlichen Weg zu finden.
"Wer ist überhaupt der Regisseur?“
Im Anschluss richtete Schulleiter Dirk Melzer das Wort an die Absolventinnen und Absolventen. In seiner Rede griff er die Filmmotivik auf und stellte zentrale Fragen nach Orientierung und Eigenverantwortung: „Oft muss man feststellen, dass man sich auf ein immergleiches Drehbuch verlässt, nur um dann festzustellen, dass der Regisseur improvisiert…und wer ist überhaupt der Regisseur?“ Damit lenkte er den Blick auf eine Erkenntnis, die über die Schulzeit hinausweist. Verlässliche Strukturen treten zunehmend in den Hintergrund, während individuelle Entscheidungen an Bedeutung gewinnen. „Freiheit beginnt dort, wo das vorgegebene Drehbuch brüchig wird“, betonte Melzer und machte damit deutlich, dass die Absolventinnen und Absolventen nun gefordert sind, ihren eigenen Weg zu gestalten und Verantwortung für die nächsten Kapitel ihres Lebens zu übernehmen.
Für musikalische Zwischentöne sorgte die Bläserklasse mit „Waltz No. 2“ von Schostakovitsch, bevor sich die Grußworte anschlossen: Landrat Rainer Guth hob hervor, dass ein erfülltes Leben nicht zwingend an ein Studium gebunden sei, sondern viele Wege zum persönlichen Glück führen.
Verantwortung übernehmen und Haltung zeigen
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Michael Cullmann, erinnerte an die gemeinsame Fahrt nach Auschwitz, bei der die Schülerinnen und Schüler eindrücklich erfahren hätten, wohin Hass und Intoleranz führen können. Er spannte den Bogen zur Gegenwart und mahnte, dass eine Sprache, die an die Zeit des Nationalsozialismus erinnere, in Teilen der Politik wieder an Normalität gewinne – umso wichtiger sei es, dass die junge Generation Verantwortung übernehme und Haltung zeige. Auch Frau Becker vom Förderverein sowie Herr Grimm, Vorsitzender des Schulelternbeirats, richteten ihre Glückwünsche an die Absolventinnen und Absolventen und würdigten deren Leistungen.
Ein besonderer Moment entstand durch die Darbietung von „Hallelujah“, interpretiert von Leen Abdul Hadi und begleitet am Klavier von Jens Illichmann. In der Rede der Abiturientinnen und Abiturienten wurde der metaphorische „Film“ schließlich lebendig: Erinnerungen an gemeinsame Jahre, an Herausforderungen und Erfolge, aber auch an die vielen kleinen Momente des Schulalltags wurden aufgegriffen. Dabei wurde spürbar, dass dieser Lebensabschnitt zwar endet, die eigentliche Geschichte jedoch erst beginnt.
Mit dem Abitur in der Hand stehen den jungen Erwachsenen nun zahlreiche Wege offen – neue Kapitel, neue Rollen und vor allem die Möglichkeit, das eigene „Drehbuch“ selbst zu schreiben. Den Höhepunkt bildeten die Zeugnisvergabe sowie die anschließende Preisverleihung, bei der besondere Leistungen und Engagement gewürdigt wurden. Unter großem Applaus nahmen die 31 Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse entgegen – ein sichtbares Zeichen für Ausdauer, Leistungsbereitschaft und persönliches Wachstum.
Auszeichnungen für hervorragende Leistungen
Anna-Maria Heckmann war mit einem Schnitt von 1,4 Beste ihres Jahrgangs und erhielt dazu noch Auszeichnungen für hervorragende Leistungen in Deutsch, Biologie und Geschichte. Maksym Kovalenko, der mit einem Durchschnitt von 1,6 ein ebenso souveränes Abiturzeugnis erzielen konnte, überzeugte besonders in den Fächern Latein und Mathematik und wurde hierfür ausgezeichnet. Weitere Preisträger waren Beyza Abdullah für hervorragende Leistungen in Englisch, Finn Luca Wagner für sein besonderes Engagement in Sport, Johanna Beilmann für hervorragende Leistungen im Fach Sozialkunde, José Blädel für sein besonderes soziales Engagement, Nele Gerlach für beste Leistungen im Fach Französisch, Nils Krüger für hervorragende Leistungen in Kunst, Sebastian Gasior für hervorragende Leistungen sowohl in Informatik als auch in Physik und darüber hinaus für sein Engagement in der Robotik sowie Sophie Fröhlich für hervorragende Leistungen in Erdkunde.
Charmant führten Beyza Abdullah und José Fernando Blädel Morillo durch das Programm und
gaben der Veranstaltung einen verbindenden Rahmen. So endete eine Feier, die Rückblick und Aufbruch gleichermaßen in den Mittelpunkt stellte. Der „Film“ der Schulzeit mag abgeschlossen sein – doch die nächste Szene wartet bereits. Und diesmal führen die Abiturientinnen und Abiturienten selbst Regie. red
Autor:Frank Schäfer aus Pirmasens |
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