Wieder Frieden in die Stadt einkehren lassen
Unterschriften für zweites Bürgerbegehren/ Wird LKW-Verkehr durch zweite Logistik-Zufahrt angelockt?

Philippsburg (ber). Die Stadt Philippsburg könne jetzt auf zwei Besonderheiten verweisen, betonte Bertold Keller von der „Bürgerinitiative Lebenswertes Philippsburg“: Als erste Stadt im alten Landkreis, habe sie aufgrund eines „außerordentlich erfolgreichen Bürgerbegehrens“ einen Bürgerentscheid durchzuführen. Und dem ersten Bürgerbegehren folge jetzt unmittelbar ein zweites.
Das erste Bürgerbegehren richtete sich gegen den Bebauungsplan, der auf dem ehemaligen Kasernengelände ein großräumiges Logistikzentrum ermöglicht. Jetzt geht es um die geplante zweite Zufahrt auf der Höhe des Hebelgeländes mit einer Eisenbahnüberführung. Die BI sieht darin eine „regelrechte Einladung“ zu mehr Verkehr in und um Philippsburg und Huttenheim, besonders an die Adresse der Logistiker gerichtet, die sich derzeit auch um das vordere freie Goodyear-Areal bemühen. Bei einer Gesamtfläche von rund 65 Hektar für mögliche Logistikzentren rechts und links der L 602 konzentriere sich dort massiv der Verkehr und führe zu einem permanenten Verkehrschaos, befürchteten die BI-Aktivisten.
Für das erste Bürgerbegehren waren 954 Unterschriften zusammengekommen, für das zweite jetzt 887. Notwendig seien aber nur 670, also sieben Prozent der Wahlberechtigten in der Gesamtstadt. „Das ist ein toller Erfolg. Innerhalb kürzester Zeit haben wir weit mehr als das notwendige Quorum erreicht“, bilanziert Brigitte Liebel als Sprecherin der Initiative. „Unsere Bürger sind voll motiviert.“ Damit geht die Auseinandersetzung um die umstrittene Ansiedlung eines 14,5 Hektar großen Logistikzentrums auf dem ehemaligen Salm-Kasernengelände weiter. Um einen Bürgerentscheid zu erwirken, bedarf es zunächst eines sogenannten Bürgerbegehrens.
Den dicken Unterschriftenordner nahm diesmal Bürgermeister Stefan Martus aus den Händen von Bertold Keller und Rolf König entgegen, die betonen: „Wir hoffen immer noch, dass der Bürgermeister und die Gemeinderatsmehrheit es nicht auf einen Bürgerentscheid ankommen lassen, dass sie damit wieder Frieden in die Stadt einkehren lassen – und nicht die ganze Stadt aufmischen und – wie bereits sichtbar – tiefe Gräben hinterlassen.“
In einer anschließenden gutbesuchten Veranstaltung der BI kamen auch Gedanken an den „Bürgerentscheid Lachwald“ in Stutensee auf, hinter den sich – für den Gemeinderat unerwartet - letztlich 72,4 Prozent der Wähler gestellt hatten.

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