Bienengarten mit Schleuderraum
Großprojekt des Bezirksimkervereins ist offiziell in Betrieb gegangen

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Philippsburg/Waghäusel (ber). Viel Lob gab es von vielen Besuchern des Bezirksimkertags in Waghäuseler Stadtteil Wiesental, so von der Bürgermeisterstellvertreterin Sandra Striegel-Moritz aus Hambrücken - nicht nur für die praktizierten „vorbildlichen Bemühungen um den Artenschutz“, sondern auch für den bewirkten Erhalt der Natur, der Umwelt und des Ökosystems insgesamt. Begeistert zeigte sich die Kommunalpolitikerin auch davon, dass so viele junge Leute – wie unschwer erkennbar - Interesse an der Bienenzucht und vor allem an dem Erhalt der momentan gefährdeten Bienen haben. Ähnlich sahen es auch Gerhard Sand als Vertreter der Stadt Waghäusel und die spendenfreudigen Banker der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt.
Der Bezirksimkerverein Philippsburg kann mehr als stolz sein. Jetzt ist er im Besitz eines 6,5 Hektar großen Grundstücks, eines Bienenlehrgartens, eines Bienenlehrstands, eines Schleuderraums und eines Geräteschuppens, der schon früher auf dem Gelände stand.
Mit Hilfe des neuen Bienenlehrstandes soll insbesondere, wie es heißt, die Ausbildung von Neuimkern praxisnah und mit eigenen Bienenvölkern erfolgen. Der Schleuderraum mit der Schleuder, in die sodann die Waben kommen, mit Kühlgerät und Luftentfeuchter unterstützt die Hobbyimker bei der Honiggewinnung und -zubereitung. Im Häuschen steht außerdem ein Blechschrank, beispielsweise für Literatur und Dokumente.
Der große Raum muss bestimmte hygienische Voraussetzungen erfüllen, so einen aufwaschbaren Boden haben. Laut Anton Kremer, Chef der vielen Imker, soll der Bienengarten sukzessive zu einem Vorzeigeobjekt für bienenfreundliche Pflanzen, die auch für Hausgärten geeignet sind, entwickelt werden. Entlang des Grundstücks sind Haselnusssträucher und Maiblumensträucher gesetzt, zudem wachsen dort Flieder, Holunder und Johannisbeere.
„Wir kümmern uns auch um die Nahrung der Tierchen. Mit unseren Anpflanzungen zeigen wir, was so alles möglich ist“, informierte der Vorsitzende. Für ihn ist der Bienengarten ein „wichtiger Meilenstein“. Erstmals könne der bereits 1890 gegründete Verein auf ein festes Domizil verweisen. Noch nicht aufgestellt sind die Bienenkästen für die etwa 30 Völker.
Der Bienengarten Wiesental liegt zentral im Imkerbezirk und kann gut mit dem Rad erreicht werden. Seit 1996 gibt es – zwischen Kirrlach und Wiesental - die Schrebergärten in der Kleingartenanlage „Grünweiler Äcker“, die aus 87 Parzellen besteht. Dort haben jetzt die Bienenfreunde mittendrinnen einen geeigneten Platz gefunden. Zu den Nachbarn werde, wie es heißt, ein gutes Verhältnis gepflegt. Niemand müsse sich beeinträchtigt fühlen. Zum Bezirksimkerverein Philippsburg gehören Rheinhausen, Oberhausen, Huttenheim, Rheinsheim, Philippsburg, Wiesental, Waghäusel, Kirrlach, Hambrücken und Neudorf.
Seit immerhin 128 Jahren fördert und unterstützt der Bezirksimkerverein die Bienenhaltung und deren natürliches Umfeld. Sehr rührig ist der Zusammenschluss mit seinen rund 80 aktiven Imkern, die sich mit der Haltung, Vermehrung und Züchtung von Honigbienen sowie mit der Produktion von Honig und weiterer Bienenprodukten beschäftigen.
Das Hobby finde weithin Zuspruch, insbesondere bei Frauen, die inzwischen 50 Prozent der Neumitglieder ausmachen, und jüngeren Leuten, betonte Anton Kremer. So steige kontinuierlich die Zahl der Mitglieder und Freunde im Verein, was von ihm auch gewünscht wird. 20 Frauen und Männer habe der Verein allein in diesem Jahr ausgebildet, zehn blieben als Imker dem Verein erhalten. In der Regel besitzt ein Imker so etwa acht Völker.

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