Neues von Mutterstadter Vereinen
In Mutterstadt haben Tradition und Zukunft einen Namen: SPD
- Foto: SPD Mutterstadt
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Am 10. März 1946 fand in Mutterstadt im Saal des Gasthauses „Ochsen“ die Wiedergründung des SPD-Ortsverein statt, der 1933 von dem NS-Regime verboten und aufgelöst worden war. In einer Gedenkveranstaltung am 10. März 2026 im Palatinum erinnerte jetzt die Partei an die Wiedergründung und an die Arbeit des SPD-Ortsvereins in diesen 80 Jahren. Die Anwesenden wurden begrüßt durch die Ortsvereinsvorsitzende und Landtagskandidatin Kathrin Hammer, u.a. auch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Dörte Schall, Kreisbeigeordnete Bianca Stassen, die ehemaligen Bürgermeister Ewald Ledig, Dr. Peter Kern (Limburgerhof), Hans-Dieter Schneider, die ehemalige Landtagsvizepräsidentin Hannelore Klamm, AWO-Kreisvorsitzender Holger Scharff. Ein Grußwort kam von Bürgermeister Thorsten Leva, der die wichtige und zukunftsweisende Arbeit der örtlichen SPD für den Ort hervorhob und von der SPD-Kreisvorsitzenden Vanessa Ost, die den Stellenwert und die Arbeit der Mutterstadter Genossen innerhalb des Kreisverbandes lobte. Ortschronist Volker Schläfer, seit 60 Jahren SPD-Mitglied, erinnerte dann in seiner Rede an die Anfänge nach Kriegsende und die Entwicklung der Mutterstadter Sozialdemokraten bis heute.
An diesem 10. März 1946 trafen sich, „ihrer Gesinnung treu gebliebene Genossen“, viele davon auf Grund ihrer parteipolitischen Einstellung im 3. Reich eingesperrt und drangsaliert, um den Ortsverein wieder zu gründen. Zusammen mit anderen demokratischen Kräften galt es damals, die schwierige wirtschaftliche Lage zu verbessern. Dazu gehörten als vordringlichste Aufgaben im Ort, die Beschaffung von Nahrungsmitteln und die Sicherstellung des Heizmaterials, die Beseitigung von Kriegsschäden, die Behebung der Wohnungsnot und den Neuaufbau des Schulwesens zu organisieren und sich für einen demokratischen Staatsaufbau einzusetzen. Erster Vorsitzender des Ortsvereins wurde Heinrich Hartmann, der von der Besatzungsmacht eingesetzte damalige Ortsbürgermeister. Die Mutterstadter SPD erhielt 1946 bei der ersten Gemeinderatswahl 8 Sitze. In den vergangenen 80 Jahren spielte die SPD in Mutterstadt eine führende Rolle, stellte mit Heinrich Hartmann, Otto Reber, Hermann Belzner, Hans-Dieter Schneider und jetzt mit Thorsten Leva Bürgermeister und konnte so, unterstützt von Beigeordneten, Fraktionsvorsitzenden, Gemeinderats- und Ausschussmitgliedern, viele kommunalpolitische Ideen und Vorschläge im Ort umsetzen.
Schläfer nannte Personen, erwähnte politische Siege und Niederlagen und verwies auf wichtige Entscheidungen im Ort in dieser Zeitspanne sowie an die Aktivitäten des SPD-Ortsvereins auch außerhalb des politischen Spektrums, wie Bunte Abende, Bälle, Ausflüge, Tagestouren, Aktionen, Wahlkämpfe u.ä. Sein Fazit: In Mutterstadt haben Tradition und Fortschritt einen Namen: SPD. Interessant auch seine Ausführungen zu der 150 Jahre zurückliegenden Entstehungsgeschichte des traditionellen Waldfestes, eines der größten Veranstaltungen der SPD am 1. Mai in der Pfalz. 1946 und in den Folgejahren gab es in Mutterstadt weitere (Wieder-)Gründungen von 1933 verbotenen Vereinen und Organisationen, u.a. Gesangverein, Arbeiterwohlfahrt, Arbeitersamariterbund, Konsumladen, Arbeiter-Sportvereine (Gewichtheber, Turner, Leichtathleten). Zu dem Rückblick lief eine Dia-Präsentation, zusammengestellt von Thorsten Leva.
Festredner Kurt Beck, ehemaliger rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, und immer ein gern gesehener Gast in Mutterstadt, spannte dann den Bogen von der Parteipolitik, von der Ortspolitik über die Landespolitik zur Bundespolitik und ging auch auf die derzeitige weltpolitische Lage ein, zeigte Risiken, aber auch Chancen auf und appellierte an die SPD und an alle BürgerInnen, wachsam zu sein und die demokratischen Rechte, die in diesen vergangenen 80 Jahren aufgebaut worden seien, auch in der Zukunft zu verteidigen. Beck bedankte sich bei Volker Schläfer für die Recherche zu dieser Zeitspanne und beglückwünschte die Mutterstadter SPD insgesamt für ihre Arbeit, ihre Erfolge und für ihr Engagement seit der Wiedergründung.
Mit einem anschließenden Beisammensein ging der Festabend „80 Jahre Wiedergründung der SPD-Mutterstadt“ zu Ende.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom dem Duo Wendelin Magin und Monika Keller vom 1. Handharmonika-Club Mutterstadt.
Text: Volker Schläfer
Autor:Michael Hemberger aus Mutterstadt |
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