Burgspiele Altleiningen
„Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“

Hintergründiges aber vor allem unterhaltsames Ringen für das gemeinsame gute Werk: Christine, Eckhard, Rainer, Leo und Eva.
  • Hintergründiges aber vor allem unterhaltsames Ringen für das gemeinsame gute Werk: Christine, Eckhard, Rainer, Leo und Eva.
  • Foto: Burgspiele Altleiningen
  • hochgeladen von Franz Walter Mappes

Altleiningen. Theater zu Corona-Zeiten - da ist vieles anders: der Raum nur locker besetzt, mit viel Abstand zwischen den einzelnen Zuschauern; der obligatorische Mund-/Nasenschutz; die schon zur Gewohnheit gewordene Hand-Desinfektion beim Einlass.
Aber glücklicherweise ist auch einiges wie „früher“: Wenn die Inszenierung packt, vergisst man das drumherum und lebt mit den Protagonisten auf der Bühne mit. Und genau so geht es dem Publikum bei der Premiere. „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ der preisgekrönten Autorin Ingrid Lausund steht auf dem Spielplan der Burgspiele Altleiningen und von der ersten Minute an zieht es die Zuschauer in seinen Bann.
Es ist ein grandioses Stück, in dem schonungslos die Sicht von fünf gut situierten Deutschen auf Afrika verhandelt wird. Man will sich (gönnerhaft) für ein Schulprojekt in Guinea-Bissau engagieren und gerät in Diskussionen, ob ein obdachloser 8-Jähriger oder eher ein 10-jähriges Mädchen ohne Arme die Unterstützung verdient. Ob eine Spende sowieso nichts mehr retten kann, oder ob Solidarität zwischen Europa und Afrika doch noch möglich ist.
Es gelingt der Autorin auf unvergleichlich doppelbödige Weise den tiefgründigen Inhalt mit Szenen von großer Komik zu kombinieren, so dass man stellenweise aus dem Lachen nicht herauskommt und dennoch viele Denkanstöße für den Nachhauseweg hängen bleiben.
Das spielfreudige Schauspielensemble tut sein Übriges für einen überaus gelungenen Abend: da ist „Christine“, eine einigermaßen prominente Schauspielerin, die um ihre Bedeutung für den Benefiz-Abend weiß. Anja Gößling lässt sie in wunderbar divenhafter Manier sich immer wieder in den Vordergrund spielen. Ihr Bewunderer „Leo“ wird von Martin Steinmetz dargestellt. Er spielt glaubhaft den Spaßvogel der Truppe, der Konflikte mit lockeren Sprüchen zu kitten versucht. „Rainer“ ist ein Manager-Typ, der mit pseudo-intellektuellen Ansätzen immer wieder das Projekt kritisch hinterfragen will. Köstlich wie Darsteller Alexander Maier den Rainer sich so völlig verzetteln lässt, dass man sich im Publikum fremdschämen muss. „Eckhard“ ist dagegen aus tiefster christlicher Überzeugung bei der Benefiz-Aktion dabei. Willy Hiebert zeigt ihn als sehr lange sehr geduldigen Menschen, der aber für seine Werte kämpft und seine Mitspieler mit einer beeindruckenden Moralpredigt zur Raison bringt. Last but not least ist da noch „Eva“: mit ihrer penetrant wohlmeinenden Art, mit ihren naiven Vorschlägen zur Programmgestaltung geht sie den Kollegen gewaltig auf den Geist. Manuela Spieß gibt ihr mit überzeugenden Spiel und der passenden nölenden Stimmlage Kontur und erntet viele Lacher und wohlverdienten Beifall.
„Man bekommt den Spiegel vorgehalten“, „unterhaltsam und beeindruckend“, „regt zum Nachdenken an“, „Viel Spielfreude“ und „beste Unterhaltung“ – sind einige der Stimmen, die man auf dem Weg zum Parkplatz aufschnappt, bevor man auf dem Nachhauseweg doch darüber nachdenkt, ob man die 10 Euro für den Cocktail das nächste Mal (oder vielleicht doch generell) spenden sollte.
Weitere Aufführungen finden am 31. Oktober sowie am 1., 6., 7. und 8. November jeweils um 19 Uhr statt. ps

Autor:

Franz Walter Mappes aus Bad Dürkheim

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