Regionale Wertschöpfung macht den Unterschied
OIE sieht sich für Zukunft gut aufgestellt

Die OIE-Vorstände Eva Wagner (2.v.r.) und Ulrich Gagneur (1.v.r.) besuchten bei ihrem Rundgang auch die Ausbildungsstätte des OIE-Verteilnetzbetreibers Westnetz.
  • Die OIE-Vorstände Eva Wagner (2.v.r.) und Ulrich Gagneur (1.v.r.) besuchten bei ihrem Rundgang auch die Ausbildungsstätte des OIE-Verteilnetzbetreibers Westnetz.
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Kreis Kusel/Idar-Oberstein. „Die OIE kann auf ein solides Geschäftsjahr 2018 zurückblicken. Wir haben in einem herausfordernden Marktumfeld für uns wesentliche Ziele erreicht und die Weichen insbesondere in den Feldern Erneuerbare Energien, Privat- und Geschäftskundenangeboten und Telekommunikation gestellt“, sagten Eva Wagner und Ulrich Gagneur, Vorstände der OIE, beim diesjährigen Jahrespressegespräch.
„Die Bürger kennen uns als ihren verlässlichen Partner in der Region, der seit 1899 hier verwurzelt ist. Unser Gesicht sind unsere Mitarbeiter, die von Abentheuer bis nach Kappeln und von Pfeffelbach bis nach Schwerbach für eine sichere Energieversorgung und die Nähe zum Kunden stehen.“ Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018 hat das Unternehmen 243 Gigawattstunden (GWh) Strom, 152 GWh Gas und 101 GWh Wärme an seine Kunden geliefert. Der Energieliefermenge steht ein Umsatz von insgesamt 85 Millionen Euro gegenüber. Bis Ende 2018 waren im Gebiet des Unternehmens rund 2.600 dezentrale Erzeugungsanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von knapp 180 Megawatt am Netz.

OIE ist Job- und Wirtschaftsmotor in der Region

„Für die OIE ist der Auf- und Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten und regionaler Wirtschaftskreisläufe ein wichtiger Baustein, um Wirtschaftspotentiale in ihrem Geschäftsgebiet zu verankern und eine lebenswerte, zukunftsfähige Region zu erhalten. Mit rund 200 für die OIE tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gehört sie mit ihrem Verteilnetzbetreiber Westnetz zu den größten Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben. Darüber hinaus sichern ihre regionalen Einkäufe und Aufträge Arbeitsplätze bei Lieferanten und Dienstleistungsunternehmen. Sie zahlt vor Ort Konzessionsabgaben, Dividenden und Steuern“, stellten die Vorstände zu Beginn fest.

Investitionen auf hohem Niveau

Die Investitionen des Unternehmens sind im letzten Geschäftsjahr - im Vergleich zu den bereits im vergangenen Jahr hohen Werten - gestiegen: Sie betreffen im Wesentlichen Netzerneuerungen und Netzerweiterungen durch Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten, den Anschluss neuer Kunden und Einspeiser sowie den Netzausbau im Rahmen der Erneuerbaren Energien. Auch hohe Investitionen in den Ausbau der Glasfaser- und Wärmenetze und –anlagen, gaben im vergangen Geschäftsjahr den Ausschlag. „Für den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau in den Bereichen Strom, Erdgas, Breitband und Wärme haben wir in den letzten fünf Jahren über 102 Millionen Euro ausgegeben. Die Anzahl der Kunden, die von uns an das Netz angeschlossen werden wollten, stieg im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent. Wir setzen hohe Beträge für die regionale Infrastruktur ein, das ist wichtig, gerade in unserer ländlich geprägten Gegend“, erläuterte Wagner.

Breites Produkt- und Serviceangebot für Kunden

Mit ihren lokalen Serviceeinrichtungen halte die OIE zudem ein Informations- und Beratungsangebot bereit, das nicht überall selbstverständlich sei. Gerade im digitalen Zeitalter, setzen Anbieter vielfältig nur noch auf telefonischen Kontakt oder Online-Abwicklung. „Ein Unternehmen kann nur 120 Jahre erfolgreich am Markt
sein, wenn es zufriedene Kunden hat. Die OIE setzt auf Qualität, persönlichen Kontakt sowie Kundennähe und orientiert sich an dem, was ihre Kunden brauchen. Wir gehen auch tatsächlich dahin, wo unsere Kunden sind. Das unterscheidet uns ganz deutlich von anderen Anbietern“, sagte Gagneur. Dabei zeige sich derzeit eine große Verunsicherung im Energiemarkt. Nach der BEV hat nun mit energy coop und e:veen bereits der achte Energiediscounter Insolvenz angemeldet. Die OIE springt ein und sichert verlässlich und zu fairen Preisen die Energieversorgung für die betroffenen Kunden. Zudem unterstützt sie mit Förderprogrammen: Mit „ePioniere gesucht“ hat die OIE bereits 40 Kunden bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs unterstützt – Tendenz steigend. Von den „Raustauschwochen“, bei denen eine alte Öl- oder Gasheizung durch einen neuen Erdgasbrennwert-Kessel ersetzt wird, konnten alleine im vergangenen Jahr 50 Kunden profitieren. Beide Förderungen werden auch im laufenden Jahr fortgeführt, bei „ePioniere gesucht“ gibt es sogar noch einen Jubiläumsbonus von 120 Euro obendrauf. Neu ist in diesem Jahr das Förderprogramm „Heizungspumpentausch“, das Kunden mit jeweils 75 Euro beim Austausch ihrer Heizungspumpe unterstützt. „Gerade erst haben wir erfahren, dass der TÜV Süd unseren Service auch in diesem Jahr wieder mit ‚sehr gut‘ ausgezeichnet hat. Das macht uns sehr stolz, denn das haben wir unseren Mitarbeitern vor Ort zu verdanken“, ergänzte der Vorstand. Ausschlaggebend für die Zufriedenheit von OIE Kunden sah der Vorstand aber auch darin, dass das Unternehmen in der Grundversorgung Strom die Preise bereits vier Jahre stabil hält. Seit 2012 sind die Preise in der Grundversorgung Gas konstant geblieben – im Jahr 2017 wurden sie sogar gesenkt.

Strom, Erdgas, Breitband

Zahlreiche große Projekte im Strom- und im Erdgasnetz hat die OIE im vergangenen Jahr umgesetzt und auch für 2019 geplant. „Zurzeit verkabeln wir gerade das Mittelspannungsnetz in Fischbach und erschließen die Gemeinde dabei auch mit schnellem Internet. Von Allenbach bis nach Hüttgeswasen haben wir im letzten Jahr eine sehr störanfällige Freileitung, die häufig durch Windbruch beschädigt wurde, unter die Erde gelegt. Das tun wir ebenfalls mit neun Kilometern Mittelspannungsleitung von Griebelschied über Niederhosenbach und Herrstein bis Mörschied. Auch dort legen wir natürlich gleichzeitig Glasfaserkabel mit“, führte Wagner weiter aus. Im Gasbereich wurde im vergangenen Jahr beispielsweise die Leitung in der Heidensteilstraße im Zuge des Straßenvollausbaus saniert. In Baumholder wurden ‚Auf Pfadsbach‘ fünf Heizzentralen zur Versorgung von Nahwärmenetzen angeschlossen. In Idar-Oberstein hat die OIE das Erdgasnetz im vergangenen Jahr deutlich erweitert, was auch im Jahr 2019 weiter fortgeführt wird. „In Sachen schnelles Internet geht es deutlich voran. Wir haben bis heute bereits 136 Kilometer Glasfaser gelegt. Im Jahr 2019 stehen rund weitere 30 Kilometer an. Damit werden wir Ende 2019 schon 30 Gemeinden und Ortsteile mit schnellem Internet versorgen“, ergänzte die Vorständin. Bei der Legung von 16 Kilometern Glasfaser von Idar-Oberstein nach Birkenfeld wird auch dort die Mittelspannungsfreileitung verkabelt. Die Bauarbeiten hierzu beginnen in Kürze.

Erneuerbare im Fokus

Erst vor zwei Wochen fand der offizielle Spatenstich des OIE Biomasseheizwerks in Baumholder statt. Mittlerweile laufen die Bauarbeiten beim Sieben-Millionen-Euro-Projekt auf Hochtouren. Im Jahr 2018 erfolgte die Inbetriebnahme der PV-Anlagen auf dem Dach der Grundschule Oberstein. Erst kürzlich wurde die Freiflächen-Anlage auf dem ehemaligen Sportplatz in Schmidthachenbach in Betrieb genommen. Diese Projekte hatten Signalwirkung, denn bereits jetzt sind weitere Anlagen in Gimbweiler, Wirschweiler, Sensweiler, Eckersweiler und im Idar-Obersteiner Gewerbegebiet „Finkenberg Nord“ geplant.

Das bleibt in der Region

„Auch regionales Engagement sorgt für regionale Wertschöpfung. Denn davon profitieren ganz konkret Einrichtungen, Organisationen, Vereine und damit Menschen vor Ort“, führte Wagner weiter aus. Ohne die Ausgaben für ihre Serviceeinrichtungen vor Ort seien zusätzlich zu den für Steuern, Abgaben, Konzessionen, Dividenden, Einkäufen sowie Löhnen und Gehältern in Höhe von insgesamt 24,5 Millionen Euro rund 260.000 Euro für regionales Engagement geflossen. Über 37.000 Euro davon gingen an Opfer der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr. ps/jlk

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