Aus dem Takt
Junge, lass es raus, sonst platzt du!

Eine Email, die ich Karfreitag erhalten habe, hatte mich innerlich so aufgewühlt. Ich habe mehrere Versuch gestartet sie zu beantworten ... geschrieben, abgeändert, gelöscht, geschrieben, nicht abgeschickt. Erst als ich am Sonntag Urbi et Orbi aus dem Vatikan sah, brachen bei mir alle Dämme. Die Politikkenner mögen mir verzeihen, wenn ich vielleicht gewisse Vorgänge vereinfacht oder Zahlen geschönt habe, aber das machen die Großen auch! Lesen Sie bitte, und versuchen Sie meine innere Aufregung zu verstehen ... 

Lieber Freund,

ich wusste es, dass du den Ausspruch „Solidarität ist keine Einbahnstraße“ tätigen würdest!

„Diese Zeit erlaubt keinen Egoismus, denn die Herausforderung, vor der wir stehen, ist uns allen gemeinsam und macht keine Unterschiede. Bei den vielen Gebieten der Welt, die vom Coronavirus betroffen sind, kommt mir eigens in Bezug auf Europa folgender Gedanke. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte dieser geschätzte Kontinent wieder neu erstehen, weil ein konkret spürbarer Geist der Solidarität es ermöglichte, die Rivalitäten der Vergangenheit zu überwinden. Umso dringender ist es, gerade unter den heutigen Umständen, dass diese Rivalitäten nicht wieder aufleben, sondern dass sich alle als Teil einer Familie erkennen und sich gegenseitig unterstützen. Die Europäische Union steht heute vor einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt. Lasst uns nicht die Gelegenheit versäumen, einen weiteren Beweis der Solidarität zu erbringen, auch wenn wir dazu neue Wege einschlagen müssen. Als Alternative bleibt sonst nur ein Egoismus der Einzelinteressen und die Versuchung, in die Vergangenheit zurückzukehren, und das Risiko in Kauf zu nehmen, dass das friedliche Zusammenleben und die Entwicklung künftiger Generationen auf eine harte Probe gestellt werden.“ - Papst Franziskus am 12.04.2020 -

Die von den EU-Finanzministern beschlossenen Maßnahmen sind einfach nicht ausreichend! Deutschland treibt mal wieder Italien, Spanien, Griechenland ... in eine Situation, die diesen Ländern nicht guttut! Gelder aus ESM führen dazu, dass diese Länder später nur zu einem höheren Zinssatz -und unter gewissen Voraussetzungen-Kredite aufnehmen können. Kredite sind nur in Höhe von 2 % der Wirtschaftskraft möglich. Ob das ausreicht, um die Coronafolgen abzudecken, daran habe nicht nur ich meine Zweifel. Wie fast immer, bestimmen die finanzstarken EU-Länder das Procedere.
Dein Ruf nach Solidarität ist an dieser Stelle erforderlich, aber ganz anders, als du es gemeint hast!

Deutschland bekommt die für die Krise erforderlichen Hilfspakete auf dem Finanzmarkt so günstig, wie kein anderes Land! Wir nehmen einen Kredit auf, und bekommen aufgrund des Negativzins noch Millionenbeträge geschenkt.

Unsere Maßnahmen bringen zum Ausdruck, dass sich Deutschland in Europa als privilegiert ansieht. Von wirklicher Solidarität sind wir noch weit entfernt!

Auch der nächste Artikel von Ulrike Herrmann macht die Situation noch einmal klar - die beschlossenen Maßnahmen reichen nicht! Es wird über einen „Wiederaufbaufond“ nachgedacht.
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taz vom Samstag, 11.4. (Seite 7)
500 Milliarden Euro für Europa
von Ulrike Herrmann
Die Euro-Finanzminister wollen den Rettungsschirm ESM aktivieren, ein europaweites Kurzarbeitergeld einführen und die Kredite für Firmen aufstocken. Trotzdem wird das Geld nicht reichen, um die Coronafolgen zu bekämpfen
https://www.taz.de/!5675250
•••••••••••••••••••••••••••••••••

„Solidarität ist keine Einbahnstraße“ - was erwartest du also von Ländern wie Italien oder Spanien? Erst ein Eurobond würde für Solidarität sorgen ... denn die EU könnte
sich, im Vergleich zu den belasteten Staaten (I & E), zu erheblich günstigeren Konditionen Kredite am Markt besorgen, und die Rückzahlungsmodalitäten schriftlich vereinbaren. Das ist solidarisches Verhalten in einer europäischen Gemeinschaft!

In der letzten EU-Finanzkrise zählte Deutschland zu den Gewinnern. Griechenland hat 2,9 Milliarden € Zinsen an Deutschland gezahlt. Nicht der griechische Staat hat unter dieser Belastung gelitten - nein, es waren Unternehmer, das Gesundheitswesen und die Rentner.

Die innerhalb der letzten 7 Jahre erfolgten 23 Kürzungen kosteten die Rentner über 50 Milliarden. Griechenland Rentner würde ich als verarmt ansehen!

... und die Karfreitags- bzw. Osterstimmung?

Aufbruch & Veränderung

Das war das Wort zum Montag - und ja, die Worte des Papstes haben mich tief berührt!

Es grüßt

Michael J.

Postskriptum

In meinem Entwurfsordner befinden sich 3 Ausgaben dieser Email. Diese werde ich jetzt löschen. Ich bin mir sicher, das die letzte die beste ist! 😉

Autor:

Michael Josef Rittel aus Lauterecken-Wolfstein

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