Das Grubenbähnchen im Kalkbergwerk wurde saniert - Startschuss zur ersten Stollenfahrt
- Andreas Müller mit "Gefolge" bei der ersten Stollenfahrt
- Foto: VG Lauterecken-Wolfstein
- hochgeladen von Anja Stemler
Wolfstein. Das alte Grubenbähnchen hatte mehr als 45 Jahre auf dem „Buckel“ – nun kam es umfänglich saniert aus Chemnitz zurück. Anfang Juni durften der ausgeschiedene Bürgermeister Andreas Müller und der neue Bürgermeister Philipp Gruber die Bahn einweihen und den Startschuss zur ersten Stollenfahrt geben.
Das Team des Besichtigungs-Kalkbergwerks Wolfstein konnte es kaum erwarten, bis die Bahn aus seiner Verjüngungskur in Chemnitz zurückkam und die Schulkinder wieder Platz auf dem generalüberholten Bähnchen nehmen durften.
Bis dahin bot die Verbandsgemeinde Führungen für Schulklassen und Familien ganz nach dem Motto „Auf den Spuren von Otto Kappel“ an. Diese Sonderführungen wurden gut angenommen. Die Gäste wurden mit Taschenlampen ausgestattet und gingen den 300 Meter langen Stolleneingang zu Fuß „unter Tage“.
Bereits im Herbst 2024 stimmten die Gremien zu, dass der Förderantrag beim LEADER-Förderprogramm eingereicht werden konnte. Nicht lange danach, Ende November, kam schon die Zusage. Die Kosten der Grubenbahn belaufen sich auf 151.393,70 Euro brutto (Fördersumme 75% entspricht 112.588,88 Euro und einem Eigenanteil in Höhe von 38.804,82 Euro). Das neue Grubentelefon für zusätzliche Sicherheit unter Tage wird oben drauf gefördert (Förderung 75% entspricht rd. 975 Euro und einem Eigenanteil in Höhe von rd. 325 Euro). Mitte Mai 2025 kam der Zuwendungsbescheid der ADD Trier auf 75 %. Da schlugen die Herzen beim Tourismus höher. Lena Ockert, Achim Wirth, Kathrin Bürthel, Daniela Gärtner sowie Claudia Wagner freuten sich über die hohe Fördersumme.
Nach der öffentlichen Ausschreibung ging Ende November 2025 ein Angebot der Firma CE Cideon Engineering GmbH & Co. KG aus Chemnitz ein. Bei der ersten Videokonferenz erzählten die erfahrenen Ingenieure, die sonst nur mit der Deutschen Bahn zusammen arbeiten, dass sie diese Ausschreibung spannend fanden und sich über den Auftrag mit dem kleinen Grubenbähnchen freuten. Die Ingenieure stellten nach vielen Messungen und Vorbesprechungen zwei Varianten vor:
Eine, die -wie die letzten 45 Jahre- über Stromschienen läuft und die andere Lösung wäre eine batteriebetriebene Bahn gewesen.
Nachdem die Verbandsgemeinde beim Bergamt und beim TÜV beide Varianten vorstellten (Grubenbahn ist wesentlicher Bestandteil des Hauptbetriebsplanes für den Besucherbetrieb), bekam die VG Ende Februar die Stellungnahme vom Bergamt. Dieses sieht wegen erhöhten Gefahren, möglichen Auswirkungen auf Brandlast und Rauchentwicklung, etc., von einer batteriebetriebenen Bahn ab. Danach konzentrierte sich die beauftragte Firma wieder verstärkt auf die alt bewährte Schienenlösung, bei der das Bergamt wie auch der TÜV gut mitgehen konnten. Wegen Lieferschwierigkeiten bei Stromabnehmern und anderen Ersatzteilen musste zwei Mal der Termin für die Rückkehr der sanierten Bahn verschoben werden. Umso mehr freute sich die Verbandsgemeinde mit dem Bergwerksteam, dass das beliebte „Herzstück des Bergwerks“ vor dem Mundloch des Otto-Kappel-Stollens wieder geparkt werden kann.
Die Sanierungsmaßnahmen im Groben waren die Überarbeitung des Antriebwagens und der bestehenden Wägen, die Schaffung barrierefreier Einstiegsmöglichkeiten bei einem Wagen, eine neue Motorsteuerung, Nachrüstung Soundsystem (Abspielen von mehrsprachigen Audiodateien), Nachrüstung von Gurtschlaufen zum Festhalten auf dem Bähnchen, Akkubetrieb, der die Ausfahrt auch bei Stromausfall sichert, ein wetterfestes Grubentelefon, das für zusätzliche Sicherheit unter Tage sorgt sowie die Erneuerung der Stromschienen.
In einer kleinen Feierstunde begrüßten der ausgeschiedene Bürgermeister, Andreas Müller, der die Vorberatungen und Gespräche in den Gremien führte sowie die Beschlüsse herbeiführte und der neue Bürgermeister, Philipp Gruber, die Gäste auf´s Herzlichste. Philipp Gruber freute sich sehr darüber, dass gleich zu Beginn seines neuen Amtes als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein ein solch schöner Termin stattfand und Andreas Müller freute sich ebenfalls, dass er wenige Tage nach seiner Verabschiedung die Bahn mit einweihen konnte.
Philipp Gruber, Andreas Müller und Claudia Wagner, die in der VG für das Besucherbergwerk zuständig ist, schnitten gemeinsam das rote Band vorm Mundloch durch und gaben damit den Weg frei für die erste Stollenfahrt auf der neu sanierten Grubenbahn.
Die Bergwerksführer und Bergwerkskassierer, Dominik Kappus vom TÜV, die Florian Zylla und Oliver Hahner von der beauftragten Firma aus Chemnitz, Lena Hoim vom LEADER-Regionalmanagement - LAG Donnersberger und Lautrer Land - c/o entra Regionalentwicklung GmbH, Winnweiler sowie Alexandra Meusel, Geschäftsführerin der Pfälzer Bergland Tourismus GmbH, nahmen Platz auf der Bahn. Nach dem gemeinsamen Bergmannsgruß „Glück Auf“ ging es fröhlich gelaunt 50 Meter „unter Tage“. red
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |
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