Weißer Nebel aus Regenrohren: EWL prüft Anschlüsse im Neubaugebiet Dammheim
- Weißer Nebel tritt aus einem Regenrohr aus, während Leitungen im Kanalnetz geprüft werden.
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Landau-Dammheim. Weißer Nebel aus Regenrohren oder Hofabläufen wirkt erst einmal wie ein Zwischenfall. In Dammheim steckt aber eine gezielte Prüfung dahinter. Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) testet damit, ob Regen- und Schmutzwasser im Kanalnetz wirklich getrennt abfließen.
Der EWL nutzt dafür sogenannten Signalnebel. Er gilt als gesundheitlich unbedenklich. Die Feuerwehr wusste vorab über die Arbeiten Bescheid. Sigrid Weisenbach, Sachgebietsleiterin Kanalnetz beim EWL, sagt: „Für Anwohnerinnen und Anwohner sieht das zunächst ungewöhnlich aus. Für uns ist Signalnebel ein bewährtes Verfahren, um Anschlüsse im Kanalnetz zu prüfen“.
Warum der EWL in Dammheim genauer hinschaut
In großen Teilen von Landau fließen Regen- und Schmutzwasser noch gemeinsam durch Mischwasserkanäle. In Neubaugebieten setzt die Stadtentwässerung dagegen in der Regel auf getrennte Systeme. Schmutzwasser läuft zur Behandlung in die Kläranlage. Niederschlagswasser fließt separat ab, je nach Gebiet über Regenwasserkanäle, Regenrückhaltebecken, Mulden oder Gräben.
Auch im Neubaugebiet Dammheim gibt es dieses Trennsystem. Das Schmutzwasser aus Haushalten im Friedrich-Kreutz-Ring und im Himmelmannring läuft über eine Pumpstation in einen höherliegenden Mischwasserkanal in der Alten Bahnhofstraße. Das Niederschlagswasser fließt über Regenwasserkanäle in ein Regenrückhaltebecken. Dort versickert es oder kann je nach Wasserstand in einen nahegelegenen Graben abgeleitet werden.
Der EWL stellte bei der Auswertung der Pumpenintervalle fest, dass die Pumpen bei Regenereignissen häufiger ansprangen. Das deutete darauf hin, dass möglicherweise Niederschlagswasser in den Schmutzwasserkanal gelangt. Als mögliche Ursache nennt der EWL Fehlanschlüsse, etwa wenn Regenrohre oder Hofabläufe an den Schmutzwasserkanal angeschlossen sind.
Weisenbach erklärt: „Regenwasser gehört in einem Trennsystem nicht in den Schmutzwasserkanal. Es kann dort nämlich Pumpstationen, Kanäle und Kläranlage zusätzlich belasten. In der Regel ist der Schmutzwasserkanal nicht für große Wassermassen ausgelegt“.
So zeigt der Nebeltest mögliche Fehlanschlüsse
Für die Prüfung bläst der EWL dichten, weißen Nebel in den Schmutzwasserkanal. Normalerweise sollte er vor allem über die Dachentlüftung eines Gebäudes sichtbar werden. Tritt er zusätzlich aus Regenrohren oder Hofabläufen aus, kann das darauf hinweisen, dass Niederschlagswasserleitungen an den Schmutzwasserkanal angeschlossen sind.
Der EWL hat nach eigenen Angaben Hinweise zur Entwässerung einzelner Grundstücke gewonnen. Das Team wertet diese nun fachlich aus und gleicht die vorhandenen Anschlüsse mit den Entwässerungsgenehmigungen ab. Wenn weiterer Klärungsbedarf entsteht, nimmt der EWL Kontakt zu den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern auf.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |