Vertreterversammlung stärkt Vorstand den Rücken
Volksbank sucht richtigen Weg zur Zukunftsfähigkeit

Aufsichtsrat und Vorstand bei der Vertreterversammlung: v.l. Michael Emig, Dieter Schmidt, Sabine Mack und Christian Dietrich (stehend), Christoph Thomann, Ulrich Wiegand, Dr. Doris Bertges  und Wolfgang Krück.
  • Aufsichtsrat und Vorstand bei der Vertreterversammlung: v.l. Michael Emig, Dieter Schmidt, Sabine Mack und Christian Dietrich (stehend), Christoph Thomann, Ulrich Wiegand, Dr. Doris Bertges und Wolfgang Krück.
  • Foto: Horst Cloß
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Nanzdietschweiler. Die Volksbank Glan-Münchweiler hatte zu ihrer Vertreterversammlung in die Kurpfalzhalle - hier ist sie seit 1993 regelmäßig zu Gast - eingeladen. 87 stimmberechtigte Vertreter nahmen ihr Stimmrecht wahr. Die Begrüßung hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Thomann vorgenommen und dabei sowohl Vorstand als auch Mitarbeiterinnen seinen Dank für die geleistete Arbeit ausgesprochen. Der Jahresabschluss 2017, so Thoma, sei auch vom Genossenschaftsverband geprüft in Ordnung befunden worden. Sabine Mack und Christian Dietrich, die beiden Vorstände, berichteten über die geschäftliche Entwicklung der regionalen Genossenschaftsbank. Mit einem Rück- und Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Lage ging Sabine Mack auf die Fusionswelle im Bankensektor ein. Dabei stellte sie allerdings in Frage, dass die Verschmelzungen zu größeren Einheiten letztlich den Kunden und der Region zum Vorteil gereichen würden. Auf jeden Fall ginge die Nähe zum Kunden verloren, gerade in einer strukturschwachen Region wie der Westpfalz. Der Volksbank sei allerdings der persönliche Kontakt zu den Kunden ein wichtiges Element. „Die Kunden und Mitglieder entscheiden bei uns, ob die Volksbank Glan-Münchweiler selbständig bleibt“, so Sabine Mack. Der Vorstand jedenfalls sei bestrebt, die Eigenständigkeit zu bewahren. Eine Bank müsse sich auch mehr mit ihren Kunden beschäftigen als mit Regulatorik und Prozess-Optimierung.
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Banken aktuell im Zinsbereich keine Gewinne erzielen könnten, müsse auch der Blick über das reine Bankgeschäft hinaus gehen. „Aktuell spricht nichts dafür, in Fusionsgespräche einzutreten und unsere Selbständigkeit in Frage zu stellen“, bezog Sabine Mack eine klare Position.
Sie begrüßte, dass im Koalitionsvertrag zur Bildung der neuen Bundesregierung die Einlagensicherung der Sparguthaben von deutschen Bürgerinnen und Bürgern Bestand habe. Die Zeit für gemeinsame europäische Sicherungseinrichtung sei noch nicht reif.
Christian Dietrich nahm Stellung zur Finanzmarktregulierung, um zu betonen, dass die Bankenregulierung differenziert zu betrachten sei und Banken mit geringerem Risiko von Bürokratie und übertriebenem Meldeaufwand zu entlasten.
Die Volksbank plant in Ramstein, ein Projekt zum Bau von Wohnungen und Gewerbeeinheiten zu installieren, um das Mittelzentrum Ramstein zu stärken. Das Projekt sei ein Mehrwert für Stadt und Region, so Sabine Mack. Keineswegs wolle die Volksbank damit in Konkurrenz zu Bauträgern treten. Die Verwirklichung sei aber daran gebunden, ob es gelingt, einen Pflegedienst im Haus als Mieter zu bekommen.
Die Volksbank beabsichtige nicht, die Zahl ihrer Zweigstellen zu reduzieren. Ganz das Gegenteil sei der Fall, denn durch den Rückzug von Mitbewerbern aus der Fläche habe die Volksbank Zugewinne zu verzeichnen. Deshalb seien auch Investitionen in Gebäude und Personal geplant, so Sabine Mack.
„Wir werden das seitherige Verbandsgemeindegebäude“, so Christian Dietrich, das ja das „Geburtshaus“ der Volksbank sei, zurückerwerben.
Die Entwicklung der Kundenforderungen habe um knapp fünf Prozent gesteigert werden können, in erster Linie durch Wohnbaufinanzierungen. Um Risiken bei langfristigen Finanzierungen zu vermeiden, seien ein Teil dieser Neugeschäfte über Verbundpartner abgewickelt worden.
Die Kundeneinlagen seien trotz geringerer Verzinsung minimal angestiegen. 585 Millionen Euro Kundeneinlagen seien der Volksbank 2017 anvertraut worden. Die Ertragslage sei auch 2017 erfolgreich gewesen, die Bank habe ihre Ziele erreicht. Dazu hätte auch das Kostenverhalten von Vorstand und Mitarbeitern beigetragen. Im Vergleich mit anderen Genossenschaftsbanken sei mit 1,07 Prozent ein überdurchschnittliches Betriebsergebnis erzielt worden.
rund 8000 Mitglieder hätten für ein Geschäftsguthaben von 3,7 Mio. Euro gesorgt. „Wir sehen uns damit sehr gut aufgestellt“, zog Christian Dietrich ein Fazit, um aber trotzdem eine weitere Steigerung des Eigenkapitals zu fordern.
Die Volksbank wolle speziell im Marktgebiet ihre Chancen nutzen und die Beziehungen zu den bestehenden Kunden ausweiten. Zuwächse seien vor allen Dingen in den Randgebieten machbar. „Man nimmt uns die regionale Identifikation ab“, resümierte Sabine Mack.
Die Vertreterversammlung stimmte einstimmig dem Jahresabschluss 2017, der Verwendung des Jahresüberschusses und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu.
Die Amtszeit der beiden Aufsichtsratsmitglieder Michael Emig (Altenglan) und Wolfgang Krück (Bruchmühlbach-Miesau) war abgelaufen, beide Personen stellten sich zur Wiederwahl und wurden einstimmig bestätigt.
Die Änderung der Mustersatzung im Bereich „Erweiterung der Geschäftstätigkeit“ wurde bei zwei Gegenstimmen vorgenommen.

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