„Unzutreffend und haltlos“: Wildpark und Greifvogelzoo Potzberg reagiert auf Razzia
- Nach der rund zehnstündigen Durchsuchung des Wildparks und Greifvogelzoos Potzberg sowie von Wohn- und Geschäftsräumen des Betreibers hat sich der Wildpark in den Sozialen Medien zu den Vorwürfen geäußert. Das Potzberg-Team weist diese entschieden zurück und kündigt an, sich dagegen zur Wehr zu setzen. (Symbolfoto)
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Kreis Kusel. Nach der rund zehnstündigen Durchsuchung des Wildparks und Greifvogelzoos Potzberg sowie von Wohn- und Geschäftsräumen des Betreibers hat sich der Wildpark in den Sozialen Medien zu den Vorwürfen geäußert. Das Potzberg-Team weist diese entschieden zurück und kündigt an, sich dagegen zur Wehr zu setzen.
„Wir nehmen die Vorwürfe gegen unseren Wildpark sehr ernst – und weisen sie entschieden zurück“, heißt es in der Stellungnahme. Die erhobenen Vorwürfe zum Umgang mit den Tieren träfen das Team tief. Das Wohl der Tiere stehe an erster Stelle.
Ermittlungen wegen Rattenzucht und Waffenfund
Hintergrund ist eine Durchsuchung am Mittwoch, 16. September. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt nach Angaben des Polizeipräsidiums Westpfalz und der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern seit Juli gegen den 60-jährigen Betreiber wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.
Beim regulären Tierbestand des Wildparks und Greifvogelzoos ergaben sich nach dem bislang mitgeteilten Ermittlungsstand keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Im Fokus steht allerdings eine Rattenzucht mit vermutlich mehreren tausend Tieren, die als Futter für Greifvögel gehalten werden. Dem Betreiber wird vorgeworfen, Ratten vor der Verfütterung unsachgemäß getötet zu haben. Die Ermittler prüfen deshalb ein mögliches Vergehen nach dem Tierschutzgesetz.
Bei der Durchsuchung des Wohnanwesens stellten die Beamten zudem eine Pistole und Munition sicher, für die der Betreiber nach Behördenangaben keine waffenrechtliche Erlaubnis vorweisen konnte. Die Waffe soll mutmaßlich ein Erbstück sein. Auch hierzu laufen Ermittlungen. Weitere Waffen, die sich legal im Besitz des Betreibers befanden, wurden von der Kreisverwaltung Kusel sichergestellt.
„Wildpark ist sein Lebenswerk“
Der Wildpark widerspricht der Darstellung, beim Umgang mit seinen Tieren gegen tierschutzrechtliche Vorgaben verstoßen zu haben. „Wir halten die gegen unseren Wildpark erhobenen Vorwürfe für unzutreffend und haltlos“, erklärt das Team. Sie entsprächen aus seiner Sicht nicht der täglichen Arbeit und dem Anspruch, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen.
Besonders persönlich wird die Stellungnahme mit Blick auf Betreiber Harald Schauß. Für ihn sei der Wildpark „weit mehr als ein Arbeitsplatz – er ist sein Lebenswerk“. Über viele Jahre seien unzählige Arbeitsstunden, persönliche Hingabe und großer Einsatz in den Park geflossen.
Das Team kündigt an, die Vorwürfe nicht einfach stehen zu lassen: „Wir werden uns sachlich und mit Nachdruck dagegen zur Wehr setzen und alles dafür tun, dass die tatsächlichen Gegebenheiten gesehen werden.“
Zugleich richtet der Wildpark einen Appell an die Öffentlichkeit: „Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Besuchen Sie uns, lernen Sie unseren Wildpark, unsere Tiere und unsere tägliche Arbeit persönlich kennen.“
Der Wildpark und Greifvogelzoo bleibt nach dem derzeitigen Stand unter Auflagen geöffnet. Tiere wurden bei der Durchsuchung nicht sichergestellt. Das Veterinäramt hat den Tierbestand begutachtet; dessen schriftliches Ergebnis steht noch aus. Auch der weitere Umgang mit der Rattenzucht wird derzeit geprüft. Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern an. [anjs]
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |
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