Große Symbolkraft und Impulse für die Region
25 Jahre Biosphärenreservat

Entscheiderinnen und Entscheider für das Biosphärenreservat Nordvogesen: Vize-Präsident beim SYCOPARC Bertrand Wahl, Pfälzerwald-Direktorin Dr. Friedericke Weber, Nordvogesen-Direktorin Rita Jacob Bauer, Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder und Vize-Präsidentin beim SYCOPARC Nathalie Marajo-Guthmuller (v.l.n.r.)   | Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald
  • Entscheiderinnen und Entscheider für das Biosphärenreservat Nordvogesen: Vize-Präsident beim SYCOPARC Bertrand Wahl, Pfälzerwald-Direktorin Dr. Friedericke Weber, Nordvogesen-Direktorin Rita Jacob Bauer, Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder und Vize-Präsidentin beim SYCOPARC Nathalie Marajo-Guthmuller (v.l.n.r.)
  • Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald
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Pfälzerwald/Klingenmünster. „25 Jahre sind seit der Anerkennung als grenzüberschreitendes Biosphärenreservat im Dezember 1998 vergangen. Ich glaube, in dieser Zeit hat sich viel verändert, in unserer gemeinsamen Biosphäre und im Miteinander der Verantwortlichen“, sagte Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz, und in dieser Funktion verantwortlich beim Bezirksverband Pfalz, dem Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald.
Mehr als 40 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen in den Nordvogesen und im Pfälzerwald haben sich in Klingenmünster mit Mitarbeitenden des Biosphärenreservats getroffen. Die beiden Geschäftsstellen des deutsch-französischen Biosphärenreservats hatten zu der Zusammenkunft eingeladen, um Themen aus der grenzüberschreitenden Biosphärenarbeit zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Das Treffen stand im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums als grenzüberschreitendes Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und fand am Internationalen Tag der Biosphärenreservate statt, den die Unesco seit 2022 am 03. November ausruft.
„Hinter solchen Projekten, wie es der damalige Bezirkstagsvorsitzende Werner Ludwig und der damalige Vorsitzende des Naturparks Nordvogesen Jean Westphal mit viel Einsatz vorangetrieben haben, steht immer eine Version. Solche Visionen umzusetzen, ist das Ergebnis großer Bemühungen und harter Arbeit auf beiden Seiten der Grenze“, ergänzte Wieder. „Es ist sehr wertvoll – gerade in Zeiten mit großen Konflikten in der Welt –, dass hier in der Grenzregion kein Konflikt zwischen unseren beiden Ländern mehr vorstellbar ist. In diesem Kontext dürfen wir Projekte umsetzen, die den Menschen und der Natur und der Entwicklung der Region und zugutekommen.“
„Seit 25 Jahren dient unsere deutsch-französische Zusammenarbeit auch als Modell für andere Einrichtungen. Dank dieser Partnerschaft können wir zum Beispiel gemeinsame Finanzmittel über die Europäische Union erreichen und unsere Region weiterentwickeln“, erklärte Nathalie Marajo-Guthmuller, Vize-Präsidentin des SYCOPARC, Träger des Regionalen Naturparks Nordvogesen. „Die Kooperation bietet uns auch eine Möglichkeit, unsere Kenntnisse zu erweitern und die Projektarbeit zu vertiefen und zu verbessern, und das möchten wir auch in Zukunft gemeinsam tun und stetig weiterentwickeln. Ich bedanke mich bei allen, die sich für die deutsch-französische Zusammenarbeit stark machen. Über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, ist ein starkes und hoffnungsvolles Symbol“, sagte Marajo-Guthmuller.
Dr. Friedericke Weber, Direktorin des deutschen Teils des Biosphärenreservats, führte aus, wie sich in den 1990er Jahren die Bestrebungen von beiden Seiten intensiviert haben, um ein gemeinsames Biosphärenreservat zu schaffen. „Unser deutsch-französisches Biosphärenreservat ist nicht nur das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas, sondern auch Heimat von 337.000 Menschen und Heimat des Luchses. Das verdeutlicht für mich auf schöne Weise, dass es in unserem Biosphärenreservat um Mensch und Natur gemeinsam geht.“
Rita Jacob Bauer, Direktorin des französischen Teils des Biosphärenreservats, gab Einblicke in die praktische Zusammenarbeit zwischen den beiden Biosphären-Teams und den vielen engagierten Menschen, die sich für die Umsetzung der Projekte einsetzen. „Beim aktuellen „Projekt Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ geht es zum Beispiel darum, wie jeder und jede etwas im eigenen Garten für die Artenfreundlichkeit tun kann. Und es geht darum, Kommunen und Professionelle aus den grünen Berufen dafür zu sensibilisieren, artenfreundliche und klimaangepasste Entscheidungen bei ihren Planungen und Projekten zu treffen.“
Die beiden Direktorinnen luden die Anwesenden ein, sich noch ausgiebig mit den anwesenden Kolleginnen und Kollegen aus den Geschäftsstellen des Biosphärenreservats auszutauschen, sich kennenzulernen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erörtern.
Den beiden Biosphären-Teams war es ein Anliegen, dass Akteure und Akteurinnen der Kommunalpolitik beider Teile des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen grenzüberschreitend miteinander ins Gespräch kommen, sich mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen und Aktiven aus dem französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats vernetzen und zu den Herausforderungen, Perspektiven und Möglichkeiten von Kommunen und kommunalen Gebietskörperschaften im gemeinsamen Biosphärenreservat diskutieren.
Nach der Vorstellung der Aktivitäten im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat durch die beiden Direktorinnen tauschten sich alle Teilnehmenden zu verschiedenen Fragen rund um die weitere Entwicklung des Biosphärenreservats aus kommunaler Sicht aus.
Anschließend stellten die Biosphären-Teams beim lockeren und informativen Beisammensein verschiedene deutsch-französische Projekte und Arbeitsfelder genauer vor.
Die Gäste nutzen die Gelegenheit, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstellen in La Petite-Pierre und Lambrecht in Austausch zu kommen und Fragen rund um typische Tätigkeitsfelder wie Naturschutz, Biodiversität, Regionalentwicklung, regionale Produkte, Kulturlandschaftspflege, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Kommunikation zu vertiefen.

25 Jahre grenzüberschreitendes Biosphärenreservat

Die Biosphären-Teams in den Nordvogesen und im Pfälzerwald haben gemäß dem MAB -Programm der UNESCO bei der Anerkennung als deutsch-französisches Gebiet im Jahr 1998 den Auftrag übernommen, Ideen für eine nachhaltige Nutzung und für eine Erhaltung der natürlichen Ressourcen zu entwickeln und umzusetzen – und das über die deutsch-französische Grenze hinweg. Dafür entwickeln die Biosphären-Teams gemeinsam mit vielen Menschen in der Region Projekte, die als Modell für andere dienen können.
Eine bewegte Geschichte und die gemeinsame Natur verbinden die beiden Regionen. Schon seit den 1980er Jahren haben sich die Verantwortlichen des damaligen Naturparks Pfälzerwald und des Regionalen Naturparks Nordvogesen für eine deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich des Naturschutzes starkgemacht. Früh entwickelte sich die Absicht, zwei nationale Biosphärenreservate zu schaffen, mit dem vornehmlichen Ziel der Schaffung eines deutsch-französischen Biosphärenreservats. Die nationalen Anerkennungen fanden in Frankreich 1989, für den Pfälzerwald als deutsches Gebiet 1992 statt.
Vor 25 Jahren wurde das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen dann als erstes grenzüberschreitendes Biosphärenreservat in der Europäischen Union anerkannt.
Im Jahr 2023 gibt es 748 Biosphärenreservate in 134 Ländern, nur 23 davon sind wie das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen grenzüberschreitend. bebr/red

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Autor:

Britta Bender aus Annweiler

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