Studie der Fachhochschule Trier zeigt Lösungen auf
Wege aus dem Pflegenotstand

Bei der Vorstellung der Pflegestudie im Kundencenter von Seniocare24, von links: Staatssekretär Dr. Gebhart, Professor Kammlott, hinten Geschäftsführerin Renate Föry, wissenschaftliche Mitarbeiter.
  • Bei der Vorstellung der Pflegestudie im Kundencenter von Seniocare24, von links: Staatssekretär Dr. Gebhart, Professor Kammlott, hinten Geschäftsführerin Renate Föry, wissenschaftliche Mitarbeiter.
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  • hochgeladen von Stefan Endlich

Kandel. Die Fachhochschule Trier hat unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Kammlott und mit Unterstützung von Seniocare24 eine Studie zur „Pflege von morgen“ durchgeführt.
Die Ergebnisse wurden von Prof. Kammlott und wissenschaftlichen Mitarbeitern am 17. Juni im Kundencenter von Seniocare 24, Marktstraße 25c, in Kandel vorstellt.
Anwesend war auch der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium.
Aus der Auswertung unterschiedlicher Pflegestudien und Datenquellen wurden Trends bis 2030 ermittelt: Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stärker als das Angebot an Pflegekräften, die Kosten nehmen weiter zu. #
Von den derzeit 3,4 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland befinden sich 800.000 Personen in stationärer Pflege, ebenso viele in ambulanter Pflege und die übrigen 1,8 Millionen werden zuhause gepflegt ohne die Hilfe ambulanter Pflegedienste.
Dabei ist zu beachten, dass einige hunderttausend 24-Stunden-Betreuungskräfte in deutschen Haushalten tätig sind. Die fehlende Anerkennung dieser Kräfte führt dazu, dass im Vergleich zur ambulanten und stationären Pflege weniger staatliche Förderung gezahlt wird.
Dabei ist, wie die Studie belegte, die 24-Stunden-Betreuung unter Berücksichtigung der gesamten Kosten in Pflegegrad 4 und einzelfallabhängig in Pflegegrad 3 die günstigste Pflegeart. Sie bietet eine Alternative zur ambulanten und stationären Pflege.
Bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen auf ca. 4,1 Millionen Personen zunehmen, dann werden – bei Fortsetzung der heutigen Trends – ca. eine halbe Million Fachkräfte fehlen. Notwendig sind Maßnahmen, um dem Mangel an Pflegepersonal entgegenzuwirken und die Finanzierbarkeit der Pflege zu sichern.Ob das System der Pflege in Deutschland zukunftsfähig ist, hängt entscheidend von der Frage ab, wer die steigende Zahl der Pflegebedürftigen versorgen wird. „Ein hochaktuelles Thema, vieles wurde treffend zusammengefasst“, sagte Dr. Gebhart zu der Studie. Die Herausforderungen können seines Erachtens nur durch ein Bündel von Maßnahmen gemeistert werden. Ein wichtiger Schritt sei das Pflegepersonalstärkungsgesetz, das zum 1. Januar im Kraft getreten ist und das mehr Anerkennung für Pflegeberufe, bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen bringt.
Dr. Gebhart: „Am Ende geht es um die Frage: Wie stellen wir uns die Gesellschaft der Zukunft vor? Ich will, dass wir in einer menschlichen Gesellschaft leben, und zu einer menschlichen Gesellschaft gehört, dass wir Menschen, die hilfs- oder pflegebedürftig sind, auch helfen.“
Renate Föry, Geschäftsführerin von Seniocare24, eine Vermittlungsagentur für 24-Stunden-Bretuungskräfte, wies darauf hin, dass 24-Stunden-Kräfte eine wichtige Rolle im Pflegemix spielen. Die finanzielle Benachteiligung dieses Modells in der Pflegeversicherung sollte korrigiert werden. Die Nachfrage sei groß, auch ärmere alleinlebende Menschen wünschten sich ein würdevolles Alter im eigenen Zuhause. hb

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