3 Jahre „Miteinander-Füreinander“ – Projekt gegen Einsamkeit endet und hinterlässt Spuren
- Im Rahmen des Projekts "Miteinander - Füreinander" Nina Baxmann mit ihrer Hündin Gela zu Besuch bei Rentnerin Monika (links)
- Foto: Heike Schwitalla
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Kreis Germersheim. Nach drei Jahren intensiver Arbeit ist das vom Bund geförderte Projekt „Miteinander – Füreinander“ der Malteser abgeschlossen. Ziel war es, Einsamkeit zu begegnen und neue Formen des Miteinanders zu schaffen – ein Vorhaben, das in vielfältiger Form umgesetzt wurde. Was 2022 als „zartes Pflänzchen“ begann, hat sich zu einem lebendigen Netzwerk aus Begegnung, Unterstützung und Gemeinschaft entwickelt.
Vielfältige Angebote aus konkretem Bedarf heraus entstanden
Im Landkreis Germersheim, mit dem Schwerpunkt in Hatzenbühl, sowie in Neustadt a.d.W. wurden in diesem zeitraum zahlreiche ehrenamtliche Angebote aufgebaut:
- Besuchsdienste – mit und ohne Hund – bringen rund 30 Seniorinnen und Senioren regelmäßig Nähe und Gesprächsmöglichkeiten ins eigene Zuhause.
- Leihgroßeltern schenken Familien Zeit, Erfahrung und Zuwendung; aktuell engagieren sich 14 Personen, von denen 10 Familien profitieren.
- Treffpunkte für Alleinstehende, Spielenachmittage und Mittagstische schaffen Orte für Begegnung, Austausch und neue Freundschaften.
- In Neustadt unterstützen die Malteser zusätzlich die Plauderspaziergänge und das monatliche Mittagessen in der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick.
Mehr als 80 neue Ehrenamtliche engagierten sich während der Projektlaufzeit. Viele blieben über die Projektphase hinaus aktiv, manche überwanden dabei sogar ihre eigene Einsamkeit. „Miteinander-Füreinander“ bot nicht nur Hilfe für andere, sondern wurde auch für viele Helfende selbst zu einer Kraftquelle.
Vom Alleinsein zum Mitgestalten
„Menschen, die selbst mit dem Alleine-Sein zu kämpfen hatten, fanden durch das Ehrenamt eine neue Aufgabe und Gemeinschaft“, berichtet Marion Karl, Projektleiterin im Landkreis Germersheim. „Eine Frau wurde zunächst von uns besucht und hat sich im Laufe der Zeit entschlossen, Leihoma zu werden“, so Karl. „Eine andere Engagierte hat durch ihr Ehrenamt so viel Selbstvertrauen geschöpft, dass sie nach langer Krankheit wieder ihren Beruf aufgenommen hat.“
Nachhaltigkeit durch Anbindung an bestehende Strukturen
Das Projekt knüpfte an vorhandene Angebote an, ergänzte Lücken und wuchs organisch – ohne große Werbung, aber mit viel Engagement. Die Ehrenamtlichen erhielten Schulungen, Begleitung und Unterstützung durch die Malteser. „Das Projekt hat gezeigt, wie wichtig niedrigschwellige, ehrenamtlich getragene Angebote gegen Einsamkeit sind – und wie viel Herzblut es braucht, sie zu starten und am Leben zu halten“, zieht Marion Karl Bilanz. „Es braucht einen Kümmerer – und dann passiert ganz viel. Aus einzelnen Ideen wurde ein Netzwerk der Menschlichkeit.“
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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