Kater stirbt nach mutmaßlicher Misshandlung in Heidelberg: PETA schaltet sich ein
- Der kleine Kater wurde in Heidelberg-Boxberg in lebensbedrohlichem Zustand gefunden und ist an seinen schweren Verletzungen verstorben.
- Foto: Berufstierrettung Rhein-Neckar
- hochgeladen von Charlotte Basaric-Steinhübl
Heidelberg. Ein von einer Tierrettung geschilderter Vorfall sorgt derzeit für Entsetzen. Am Sonntagabend gegen 19 Uhr wurde die Polizei über eine junge Katze informiert, die vor einem Wohngebäude im Boxbergring in Heidelberg-Boxberg schwer verletzt aufgefunden worden sein soll.
Eine Polizeistreife traf vor Ort auf das Tier in schlechtem Gesundheitszustand. Die Katze wurde zunächst zum Polizeirevier gebracht und anschließend an die Tierrettung Rhein-Neckar übergeben. Nach Angaben der Tierrettung sei das Tier erstversorgt und in eine Tierklinik gebracht worden. Dort hätten Veterinäre versucht, das Leben des etwa vier Monate alten Katers zu retten. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen habe das Tier jedoch eingeschläfert werden müssen.
Für besonderes Aufsehen sorgen weitere Angaben der Tierrettung. Nach deren Darstellung sollen bei Untersuchungen Spuren festgestellt worden sein, die nun Gegenstand polizeilicher Ermittlungen seien. Die Organisation spricht in diesem Zusammenhang von einem möglichen schweren Fall der Tierquälerei.
Strafrechtliche Ermittlungen laufen
Die Polizei bestätigte inzwischen, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Dieses wird vom fachlich zuständigen Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt beim Polizeipräsidium Mannheim geführt. Nach Angaben der Ermittler ist bislang unklar, woher die Verletzungen des Tieres stammen. Deshalb werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Heidelberg und Polizeipräsidium Mannheim dauern an.
PETA setzt Belohnung aus
Inzwischen hat sich auch die Tierrechtsorganisation PETA in den Fall eingeschaltet. Wie die Organisation mitteilt, werde geprüft, Strafanzeige zu erstatten. Zudem setzt PETA eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung einer tatverantwortlichen Person oder mehrerer Personen führen. Die Organisation beruft sich dabei auf Medienberichte, wonach der etwa vier Monate alte Kater nach einer mutmaßlichen Misshandlung verendet sei.
Tierklinik äußert schweren Verdacht
Neue Details kommen zudem von der behandelnden Tierklinik in Frankenthal. In einem in sozialen Medien veröffentlichten Statement schreibt die Klinik, bei der Untersuchung hätten sich „Befunde und Verletzungen“ gezeigt, die „den dringenden Verdacht auf massive Gewalteinwirkung und sexualisierte Gewalt an diesem Tier begründen“. Die Klinik schildert damit ihre medizinische Einschätzung der festgestellten Verletzungen. Eine strafrechtliche Bewertung des Falls ist Gegenstand der Ermittlungen, die nach Angaben der Polizei bereits aufgenommen wurden.
Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise zum Geschehen geben können, sich unter der Telefonnummer 06221/3418-0 beim Polizeirevier Heidelberg-Süd zu melden. Auch die Tierrettung hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, in sozialen Netzwerken keine Spekulationen über mögliche Täter oder Hintergründe zu verbreiten.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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