Pfarrer Gerhard Kästel beendet Amtszeit
Feierlicher Abschied

Pfarrer Kästel bei seinem Abschiedsgottesdienst.

Schwanheim. Die überaus zahlreich erschienenen Besucher in der Sankt-Hubertus-Kirche spürten beim Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Gerhard Kästel auch ein wenig Wehmut und Rührung, als das Kreuz voran, gefolgt von Abordnungen der Vereine und Organisationen mit ihren Fahnen, Pfarrer Kästel, Dekan Johannes Pioth, Pfarrer i.R. Peter Berger und Franziskaner-Minoriten-Provinzial Pater Bernardin in das schmucke Gotteshaus einzogen.
In seinem letzten Gottesdienst verabschiedete sich Pfarrer Gerhard Kästel nach knapp zwei Jahrzehnten von seinen Gläubigen aus der großen neuen Pfarrei Heilige Katharina von Alexandrien (Hauenstein-Schwanheim-Lug) von seinem aktiven Priesterdienst, dem der 73 jährige Pfarrherr 37 Jahre lang diente. In seiner Heimatgemeinde Geinsheim wird er sein weiteres Leben verbringen.
In die Amtszeit des scheidenden Pfarrers, der fast 20 Jahre, einer der großen ländlichen Pfarreien des Bistums vorstand, fiel eine umwälzende Reform der „Neuzeit unseres pastoralen Zusammenlebens, das die Gläubigen mehrerer Pfarreien in einem funktionierenden Bund zusammenführte“. Mit ein bisschen Stolz verweist Pfarrer Kästel, der 1946 im vorderpfälzischen Geinsheim in eine große Landwirtsfamilie mit sieben Kindern hineingeboren wurde, auf ein Schreiben vom 19. Dezember 2018 , das der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Domkapitular Franz Vogelgesang (Speyer) an die Gläubigen der neuen Großpfarrei im Osten den Landkreises gewidmet hatte: „Als sechste Pfarrei im Bistum Speyer hat die Pfarrei Heilige Katharina von Alexandrien ihr pastorales Konzept entwickelt“. Mit Genugtuung, aber auch mit der ihm eigenen ruhigen Art registriert der scheidende Pfarrer, dass in den letzten Monaten auch noch die große Renovierung der im Jahre 1933 erbauten Pfarrkirche kurz vor seinem Weggang abgeschlossen werden konnte, nachdem vor wenigen Jahren die „alte Kirche“ Sankt Bartholomäus runderneuert wurde und im barock--neoklassizistischen Glanz neu erstrahlt.
Viel schwieriger sei anschließend aber die umfangreiche Turmerneuerung der „alten Kirche“ gewesen. Jahrzehntelang schwelte der Streit um die Baulast des Turmes. Die Gerichte haben jetzt wohl ein weitreichendes Urteil gesprochen mit der Maßgabe, dass nicht die politische Gemeinde, sondern die Kirche der Baulastträger sei.
Die letzte große „Baustelle“ ist wieder eine Kirche: In den letzten Wochen hatten sich die Gremien entschieden das dringend renovierungsbedürftige Gotteshaus der Friedenskirche in der Waldenburger Straße abzureißen.
Aus der Bevölkerung kommen jetzt wiederholt Stimmen von Liebhabern der vertrauten modernen Kirche, vielleicht doch noch andere Lösungen zu finden.
Pfarrer Gerhard Kästel ist ein „Spätberufener“ und kam nach Jahren als Bankkaufmann zu seiner eigentlichen Berufung und zum Theologiestudium. Nach seiner Priesterweihe war er u.a. auch Kaplan in Dahn und Pfarrer in der Großpfarrei Ramstein-Miesenbach. Viele Erscheinungsformen der säkularisierten Welt sehe er heute „wie die meisten meiner geistlichen Mitbrüder mit Sorge, bisweilen auch sehr entmutigend“. Viele Sorgen bereitet ihm die große Entfremdung der Katholiken von ihrer Kirche. „Ich bin aber überzeugt , dass die Kirche sich in vielerlei Formen anpassen muss und anpassen wird“. Ob vielleicht eine Antwort zu den beängstigenden Abkehr der Menschen von ihrer Kirche nicht auch im allzu doktrinären Festhalten an alten Zöpfen in einer statisch- starren Hierarchie liege, fragen wir den 73 jährigen Priester. „Manches braucht noch viel Zeit, aber wir als Kirche müssen uns dem Neuen viel mehr stellen, wir brauchen viel Mut, das notwendige neue Pofil und neue Glaubensformen anzunehmen“. Es freue ihn zu seinem Abschied sehr, dass das Kooperieren und Zusammenarbeiten in den einzelnen Teilen der neuen Großpfarrei Heilige Katharina von Alexandrien in kurzer Zeit Dörfer-übergreifend gut funktioniere. „ ein Zeichen – so meint der Pfarrer, dass es mit unserer Kirche auch in schwierigen Zeiten in alten und in neuen Formen weitergehen wird. ws

Autor:

Jürgen Bender aus Annweiler

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