BriMel trifft
den pensionierten, passionierten Motorradfreak Jürgen Franke (67)

Jürgen Frankes Päuschen auf der Bank
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Haßloch: An einem sonnigen Donnerstagvormittag sitze ich bei einem Cappuccino am „Verkochbar“ in Haßloch. Ein Mann in Motorradkluft fragt, ob er sich zu mir setzen darf (im Freien gibt es nur zwei Tische). Und so begann ein überaus nettes, interessantes Gespräch, das ich hier nochmal als Interview niederschreibe.

???: Was für eine Maschine fährst du?
Jürgen: Ich fing vor wenigen Jahren mit einer kleinen 125-ccm-Chopper an - das war eine Honda Shaddow. Das Biken hat mir dann so viel Spaß gemacht, dass ich mich entschlossen habe, den richtigen Motorradführerschein zu machen und kaufte mir eine Kawasaki ZR 750.

???: Wie steht‘s mit einer Harley Davidson?
Jürgen: Ist natürlich ein Traum und eine ganz andere Fahrweise als mit einem sogenannten Naket-Bike. Ich bin mit einer zwar schon mal Probe gefahren, ist auch eine tolle Maschine, wäre auch Interesse da, ist aber auch eine Preisfrage. Die Dinger gehen ja so ab 20.000 Euro aufwärts erstmal los. Da brauch ich noch ein bisschen Zeit.

???: Fährst du das ganze Jahr über Motorrad oder nur über den Sommer?
Jürgen: Ich hab das Motorrad das ganze Jahr über angemeldet, weil wir in den letzten Jahren teilweise auch zwischen Weihnachten und Neujahr Witterungsverhältnisse hatten, wo man Motorrad fahren konnte.

???: Was sind deine beliebtesten Ziele, wenn du einen Ausflug machst?
Jürgen: Wir machen hier Planungen in der Umgebung, also teilweise auch nach Frankreich rein, Weißenburg, in die Vogesen und Johanniskreuz; das sind so die beliebten Motorradtreffs. Natürlich auch hier in der Umgebung, Weinstraße entlang, so einfach gemütlich fahren, in Gruppen, teilweise auch allein und dann nehmen wir uns die Zeit, uns mal gemütlich wo hinzusetzen und etwas zu essen und zu trinken. Es ist aber absolute Pflicht ohne Alkohol Motorrad zu fahren.

???: Du hast da einen ganz besonderen Aufkleber auf dem Motorrad. Was steht da drauf? Erzähle bitte etwas darüber.
Jürgen: Da steht „Don’t touch“ drauf, das bedeutet also, dass wir uns gegen sexuellen Missbrauch von Kindern einsetzen. Wir wollen es in unseren Motorradclubs auf jeden Fall verbreiten. Es sind auch Initiativen dadurch entstanden. So werden bei Motorradtreffen Veranstaltungen durchgeführt, die darauf hinweisen, dass man sich gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt gegen Kinder einsetzt. Teilweise gibt es bei uns auch Motorradfahrergruppen und Clubs, die zum Beispiel behinderte Kinder oder Kinder, die solche Erlebnisse hatten, einladen. Die dürfen dann auch auf dem Motorrad mitfahren. Dann werden kleine Ziele angesteuert, so dass die Kinder einen schönen Nachmittag erleben können. Falls sich jemand näher über diese Organisation informieren will, kann dies unter Biker Against Childporn & Abuse e.V. - www.bacaa.eu

???: Motorradfahrer haben ja den Ruf, besonders harte Kerle zu sein. Ich glaub, in den meisten steckt ein weicher Kern. Wie ist das bei dir?
Jürgen: Wir sind nicht in einer sogenannten Rockergruppe, sondern Motorradfreunde, die Spaß am Motorrad fahren und an gemeinsamen Unternehmungen haben. Also harte Kerle sind wir mit Sicherheit nicht, wir sind eher sehr hilfsbereit. Von daher eher der weiche Kern, obwohl wir Lederjacken tragen.

???: Hast du gerade frei oder bist du schon pensioniert?
Jürgen: Ich bin seit letztem Jahr in Pension, aber nur Pensionär zu sein und faul auf der Couch zu liegen ist natürlich nicht das, was ich mir im Pensionsalter vorstelle. Ich engagiere mich in vielen Bereichen. Neben Sport und Motorrad fahren habe ich noch einen Nebenjob angenommen, der mir sehr viel Spaß macht, weil ich einfach die Zeit nutzen möchte. Ich will fit bleiben, mich gesund ernähren und so teile ich mir meinen Tag ein.

???: Was für eine Sportart treibst du?
Jürgen: Ich spiele Tennis und momentan auch aktiv Turniere und das andere ist, um Kondition zu bekommen, Inlineskating – da hab ich so meine Strecke, die ist 17 km lang.

???: Darf man fragen, was für einen Nebenjob du hast?
Ich überführe für Mercedes alle Fahrzeugmodelle bundesweit.

???: Mit wieviel PS und Stundenkilometern bretterst du da im Schnitt über die Autobahn?
Jürgen: Also da es Fremdfahrzeuge sind, geht es nicht ums schnell fahren, sondern um die Fahrzeuge sicher zu überführen. Natürlich hat man auch PS-starke Fahrzeuge, durchaus auch Fahrzeuge über 600 PS, die über 300 km/h laufen. Aber es macht natürlich Spaß, in einem solchen Fahrzeug mal zu fahren.

???: Hast du sonst noch sportliche Ambitionen?
Jürgen: Ja, wie gesagt Tennis spielen. Da sind im Sommer immer die Medenrunden und momentan die Vereinsmeisterschaften, am liebsten spiele ich dann Mixed und Doppel. Das hält mich fit, macht mir Spaß und stärkt die Gemeinschaft im Verein. Dieses Jahr haben wir in unserem Tennisclub Rot-Weiß Haßloch 50-jähriges Jubiläum. Viele kennen den VfB-Fußballplatz und der Tennisverein ist noch ein Stückchen weiter im Wald auf der linken Seite. Da freuen wir uns natürlich, wenn zu diesem Jubiläum am 11. August sehr viele Gäste kommen. Da wird jetzt schon ganz viel vorbereitet. Es werden Musikbands spielen, es ist für Essen und Trinken gesorgt und es gibt Trainerstunden zum Schnuppern. Es ist gewiss interessant, dort mal vorbeizuschauen. Es würde uns natürlich freuen, wenn wir dadurch auch neue Mitglieder gewinnen könnten.

???: Was hast du eigentlich beruflich vorher gemacht, also bevor du die Luxuskarossen überführt hast?
Jürgen: Ich war viele Jahre in einem höheren Angestelltenverhältnis bei einer Versicherungsgesellschaft, hatte mehrere Bezirksdirektionen als Organisationsdirektor betreut. In den 90er Jahren begann ich nochmal ein Studium als Wirtschaftsinformatiker. Nach dem Abschluss bin ich in die Immobilienbranche reingerutscht und hab dann angefangen Immobilienvertrieb und Hausverwaltung aktiv zu machen bis zum Jahr 2017. Dieses Jahr habe ich mein Geschäft dann aufgegeben, aber die Kontakte zu meinen Stammkunden bestehen noch. Ich mache natürlich nicht mehr die vollen Arbeitsstunden, aber das ein oder andere Objekt betreue ich noch.

???: Du scheinst viele Leute hier im Ort zu kennen. Jeder Zweite winkt dir zu oder grüßt dich. Woher kennst du so viele Leute? Bist du in Haßloch geboren?
Jürgen: Es ist so, dass ich durch den langjährigen Geschäftsbetrieb in Haßloch und engerer Umgebung bekannt bin und auch durch den Sport. Aber ich bin auch ein Ur-Haßlocher, also hier geboren und versuche mit jedem gut auszukommen. Mit dem ein oder anderen trinke ich auch mal einen Kaffee und halte gerne ein Schwätzchen.

???: Und wo geht’s jetzt hin? Hast du heute noch etwas Besonderes vor?
Jürgen: Heute hab ich mal frei, wenn man mal von den privaten Erledigungen absieht. Ansonsten bin ich im Ort und im Moment trinke ich mit meiner netten Reporterin einen Kaffee und so ist dann die Freizeitgestaltung, wenn nichts anderes anliegt.

???: Vielen Dank für die nette Unterhaltung.
(mel)

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