"Kultureller Superlativ" in Kulturscheune Simianer
„Eintracht“ macht Hambrücken mit Robin Hood zur neuen Musicalstadt

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Ja, wo hat es das schon in der Region gegeben? Dass eine kleine Gemeinde mit einer großen Musicalstadt gleichzieht? Wohl nur wenige Laienchöre dürften in dieser Dimension, mit diesem Aufwand und auch mit dieser Klasse ein gar dreistündiges Musical zelebriert haben. Die Legende von Robin Hood holte sich die „Eintracht“ Hambrücken in die Gegenwart – und das gleich zweimal hintereinander in der Kulturscheune des Spargelhofs Simianer, die Platz für rund 400 Besucher bietet.
Nur drei Sekunden nach der Schlussszene schnellen die Zuschauer von ihren Stühlen hoch und applaudieren unaufhörlich. Dass Hambrücken einen kulturellen Superlativ kreiert hat, daran zweifelt niemand. Auf der Haupt- und Nebenbühne stellen mehr etwa 60 hochmotivierte Mitwirkende als Schauspieler, als Sänger und Tänzer das damalige Geschehen dar.
Im 12. Jahrhundert kämpfte er angeblich in England für seinen in Gefangenschaft geratenen König Richard Löwenherz und für die Unterdrückten und Ausgebeuteten, im 21. Jahrhundert zeigt er sich mit seinen Getreuen, Gesetzeslosen und Vogelfreien in Hambrücken. Robin Hood, so der Kern der Geschichte, steht für Anstand und Aufrichtigkeit - und beraubt Reiche, um deren Besitz unter den Armen zu verteilen. Anders als die intrigante weltliche und kirchliche Obrigkeit wird der Gerechtigkeitskämpfer vom Volk geliebt.
Um was geht es? Robin von Locksley kehrt nach einem Kreuzzug in seine Heimat zurück. Löwenherz ist in Österreich in Gefangenschaft geraten. Doch sein zwielichtiger Bruder John, der zuhause an seiner Statt regiert, will das geforderte Lösegeld nicht zahlen. Immer höhere Steuern haben das Volk inzwischen verarmen lassen. Robin, den der Sheriff von Nottingham verfolgt, muss in die Wälder von Sherwood fliehen. Aus einem Räuberlager heraus werden fortan die Reichen überfallen, um einerseits Richard Löwenherz aus seiner Gefangenschaft freizukaufen und andererseits damit den Armen und Entrechteten zu helfen.
Der Sheriff kann ihn gefangen nehmen, doch Marian, die Tochter des Barons, befreit ihn. Wie erwartet, kommt es zu einem Happyend: Robin heiratet nach einigen Wirrungen und Irrungen seine Lady Merian, alle Bösewichter am Königshof werden besiegt und bestraft, Löwenherz kehrt wohlbehalten zurück, die Engländer freuen sich über die gewonnene Freiheit.
„Robin Hood“, inzwischen das dritte große Musical der „Eintracht“, imponiert durch populäre Musik, aufregende Kampfszenen, gefühlvolle Romantik, abwechslungsreiche Choreographie, imposante Bühnenbilder, historische Gewänder. Hinzu kommen eine hinreißende Liebesgeschichte und viel „Action pur“ mit knapp 60 Darstellern, die fast zwei Jahre an dem Riesenwerk gearbeitet haben.
Zum Gesamterfolg beigetragen haben der Jugendchor, der gemischte Chor und der Projektchor, die alle Songs auswendig sangen. „Hauptrollen“ spielten - neben dem wichtigen Dirigenten Thomas Ockert - Benjamin Straßburg als Robin, Kristina Haag als Lady Merian und Mike Schönecker als Sheriff. Weitere Schlüsselrollen besetzten Lisa Notheisen, Larissa Herberger, Meike Hartmann, Elmar Arnold und Leopold Moritz.
(Schmidhuber)

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