Traditionsberufe: Scherenschleifer Roman Winter
- Roman Winter bei der Arbeit.
- Foto: Winter
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Bobenheim-Roxheim. Gemüse schneiden, Rasenmähen oder beim Friseur: Die Werkzeuge Messer, Schere und Co. sind dabei unersetzlich. Dafür, dass die Geräte auch immer schön geschliffen sind, sorgt Roman Winter. Der 39-Jährge ist einer von noch wenigen Scherenschleifer in Rheinland-Pfalz.
Roman Winter hat vom Schwiegervater gelernt
Das Küchenmesser glänzt. Winter hat es geschärft und poliert. „Mein Schwiegervater hat mich als praktisch zu diesem Beruf gebracht“, sagt Winter und betont: „Er hat mich zu seiner Arbeit mitgenommen und mir hat diese Tätigkeit wirklich gleich sehr gut gefallen.“ In Zeiten von Wegwerfmentalität oder unbesetzter Azubistellen in diesem alten Beruf sind Scherenschleifer eine kleine Minderheit geworden. Winter ist bei seinem Schwiegervater in die Lehre gegangen. Mittlerweile hat er den Familienbetrieb fortgeführt – es ist bereits die vierte Generation. „Insgesamt ist der Beruf leider vom Aussterben bedroht“, sagt der 39-Jährige, der betont: „Ich bin wirklich sehr stolz, einer der vielleicht letzten Scherenschleifer zu sein.“
Scherenschleifer ist ein mobiler Beruf
Roman Winter hat derzeit bei Globus in Bobenheim-Roxheim seinen Stand aufgeschlagen. "Noch bis zum 6. März von 10 bis 16.30 Uhr kann man dort bei mir angeschlagene Werkzeuge vorbeibringen", sagt er lächelnd. Der Beruf des Scherenschleifers ist ein sehr mobiles Handwerk geworden. Schon immer. Reisen und Fahrten in über Land und in die Stadt , ist der Scherenschleifer gewohnt. So findet sich sein Ursprung im 16. Jahrhundert, als sich im Metier des Waffenschmieds dessen Gehilfen darauf spezialisierten, die hierfür nötigen Messer und Scheren zu schärfen und sich daraus schließlich ein eigener Berufsstand entwickelt. Roman Winter schleift und poliert allerdings nicht nur, sondern berät über die richtige Schneidgeometrie und -form, nietet abgebrochene Spitzen auf und erneuert Griffe; und das bei den verschiedensten Messer-, Scheren-, Spaten- und Beilarten. Essentiell hierfür ist sein Werkzeug: Auf seiner Werkbank findet sich eine Vielzahl an Schleifböcken, Schleifpapier sowie Schleifstahl.
Nachhaltigkeit und Qualität im Fokus
Immer wieder kommen Kunden dankbar vorbei, wenn sie hören, dass Roman Winter wieder irgendwo aufschlägt und bringen im ihre stumpf gewordenen Geräte vorbei. Sie achten dabei nicht nur bei Erbstücken, sondern auch bei anderen Werkzeugen darauf, dass die Utensilien geschliffen werden, anstatt sie einfach zu ersetzen, was in der heutigen Wegwerfgesellschaft besonders erfreulich sei. Nachhaltigkeit ist demnach auch gerade in diesem Metier von großer Wichtigkeit, versichert Winter. „Das Ziel ist, ein Werkzeug so lange wie möglich zu erhalten und wegzukommen von dem Trend, Artikel einfach auszuwechseln“, sagt Roman Winter und verspricht: „Mit Leidenschaft, Erfahrung und Präzision mache ich aus Alt wieder Neu. Wegwerfen ist von gestern. Nachhaltigkeit ist meine Überzeugung. Alles wird wieder scharf. Versprochen.“ Infos zu den nächsten Terminen gibt es auf Nachfrage unter chleifexpresswinter@gmail.comoder auf https://www.facebook.com/SchleifexpressWintere Infos zu den nächsten Terminen gibt es auf seiner Website. Seit dem 23. Februar und noch bis zum 6. März ist Roman Winter mit seinem Stand auf dem Globus in Bobenheim-Roxheim. [rgb]
Autor:Reiner Bohlander aus Frankenthal |
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