Neue Ausgabe von „Frankenthal einst und jetzt“ erschienen
Stadtgeschichte festgehalten

Frankenthal. Ab sofort ist „Frankenthal einst und jetzt“ für das Jahr 2019 erhältlich. Die von der Stadt Frankenthal in Zusammenarbeit mit dem Frankenthaler Altertumsverein herausgegebene Zeitschrift enthält Beiträge zur vergangenen und gegenwärtigen Stadtgeschichte. Seit mehr als 60 Jahren trägt sie einen großen und unschätzbaren Fundus an stadtgeschichtlichem und heimatkundlichem Wissen zusammen, das ansonsten verloren gegangen wäre.
In der neuesten Ausgabe setzen neun Autorinnen und Autoren aus Politik, Gesellschaft und Verwaltung auf 85 Seiten verschiedene Akzente auf die Geschichte unserer Stadt. So berichtet Gerhard Stärk unter dem Titel „Gemeinnutz vor Eigennutz“ über die Anfänge der Frankenthaler Stadtgeschichte 1562 bis 1600 und kommt dabei zu einer interessanten Neuinterpretation der Zeichnung „Schlachthaus und Mühlen von Frankenthal“ aus dem Jahre 1598, eine der ältesten Darstellungen der Stadt. Dieter Weinlein portraitiert das von der Aufklärung geprägte Leben des Johann Valentin Lorch. Ursprünglich Gerber wurde er zum „Churpfalzisch privilegierten Experimentalphysikus“ und eröffnete eine Manufaktur für Blitzableiter und „elektrische Maschinen und Geräthschaften“ in Frankenthal. Karl-Heinz Deußer beschreibt im zweiten Teil seiner Geschichte der in der Frankenthaler Glockengießerei Andreas Hamm gegossenen Kaiserglocke für den Kölner Dom den Weg der Glocke nach Köln, die Schwierigkeiten, sie dort zum Läuten zu bringen und schließlich ihre Zerstörung im Ersten Weltkrieg. Stadtarchivar Gerhard Nestler zeichnet unter dem Titel „Auf dem Weg zu Groß-Frankenthal“ – einem zeitgenössischen Zitat – die Eingemeindungen von Flomersheim, Mörsch und Studernheim nach und analysiert die Interessen der Stadt und der drei Gemeinden, die diesen Prozess bestimmten. Dieter Schiffmann nimmt das 100-jährige Bestehen der Baugesellschaft Frankenthal zum Anlass, um die wichtigsten Entwicklungsphasen ihrer Geschichte zu dokumentieren und diese in den Gesamtzusammenhang der Frankenthaler Geschichte zu stellen. Dieter König blickt zurück auf den Ersten Weltkrieg und die Inflationsjahre der Weimarer Republik, als auch in Frankenthal städtisches Notgeld ausgegeben werden musste und die Frankenthaler so „zu Milliardären wurden“ – ohne dass sie sich dafür allerdings viel hätten kaufen können. Mechthilde Wieder-Fücks skizziert die Entwicklung der Städtischen Musikschule, die in diesem Jahr 50. Geburtstag feiern konnte, und Judith Veth stellt Frankenthals neue Partnerstadt Rosolini auf Sizilien vor. Im Abschnitt „Fundstücke“ präsentiert Werner Schäfer eine kürzlich entdeckte, äußerst interessante Fotografie: Sie zeigt das KSB-Werksgelände westlich des Bahnhofs, das anlässlich des Besuchs von Prinzregent Ludwig in Frankenthal im Jahre 1913 festlich geschmückt war.
Impressionen aus 150 Jahren Frankenthaler Bahnhof, eine Chronik der letzten Monate und eine „Frankenthaler Bibliographie“, die über neue Publikationen zur Frankenthaler Geschichte informiert, ergänzen die Artikel. Die reich bebilderte Zeitschrift ist am Infoschalter im Rathaus und in der Buchhandlung Thalia erhältlich. Das jährlich erscheinende Heft kann auch beim Stadtarchiv, Gerhard Nestler, unter 06233 89-276, abonniert werden. ps

Autor:

Gisela Böhmer aus Frankenthal

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