Schildkröten am Rhein: Warum Experten warnen
- Die Schildkröten sonnen sich bei wärmeren Frühlingstemperaturen. (Archivbild)
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Bobenheim-Roxheim. Am Rhein sind in diesen Tagen vermehrt Schildkröten zu sehen. Spaziergänger beobachten die Tiere auf Ästen und Steinen im Uferbereich, wo sie sich nach der Winterruhe in der Sonne aufwärmen.
Nach Angaben des Naturschutzbunds Rheinland-Pfalz handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um illegal ausgesetzte nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröten. Besonders häufig werden Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten gesichtet. Auffällig sind rote oder gelbe Flecken an den Kopfseiten.
Warum die Art problematisch ist
Die Schmuckschildkröten stammen ursprünglich aus Nordamerika. Beide Unterarten gelten in der Europäischen Union als invasive gebietsfremde Arten. Sie fressen unter anderem Amphibienlarven und konkurrieren mit heimischen Arten um Nahrung und Lebensraum. Besonders betroffen ist die Europäische Sumpfschildkröte, die einzige natürlich in Europa vorkommende Schildkrötenart.
Rückkehr einer heimischen Art
Die Europäische Sumpfschildkröte lebt vor allem in stillen oder langsam fließenden Gewässern sowie in Feuchtgebieten. In Rheinland-Pfalz galt sie lange als ausgestorben. Ursachen waren unter anderem intensiver Fang im Mittelalter sowie der Verlust geeigneter Lebensräume durch Flussbegradigungen und sinkende Grundwasserstände.
Seit 2008 werden im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts junge Europäische Sumpfschildkröten im Bobenheim-Roxheimer Altrheingebiet ausgewildert. Seit 2017 gibt es auch Aussetzungen bei Neuburg am Rhein. Ziel ist es, stabile Bestände der heimischen Art wieder aufzubauen dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |