Während der Corona Pandemie viele Tiere angeschafft
Ein Freund auf Zeit gibt es nicht!

Wenn Tollwut-Quarantäne Tiere besucht werden, dann nur mit vollem Schutz, damit eine mögliche Krankheit nicht auf die anderen Tierheimtiere übertragen wird.
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  • Wenn Tollwut-Quarantäne Tiere besucht werden, dann nur mit vollem Schutz, damit eine mögliche Krankheit nicht auf die anderen Tierheimtiere übertragen wird.
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Frankenthal.Es ist eingetreten! Während der Pandemie haben sich sehr viele Menschen Haustiere zugelegt. Ob Hund, Katze oder Kaninchen. Jetzt verändert sich die Lage in der Pandemie, dazu kommen die Sommerferien und nun fangen die Probleme an. Die ersten Tiere landen in den Tierheimen. Das Wochenblatt Frankenthal sprach mit dem Frankenthaler Tierschutzverein über die Situation.

Kleine Hundewelpen, Katzenbabys oder Baby Kaninchen. Sie sehen so süß und knuffig aus. Da verliebt sich jeder sofort.
Und gerade in der Corona Pandemie, wo Abstand und die Einschränkung der sozialen Kontakte die Menschen belastet hat, da haben sich viele dazu entschieden, ein neues Familienmitglied aufzunehmen. Doch der Begriff Familienmitglied schient nicht für alle die gleiche Bedeutung zu haben, denn ein Familienmitglied erhält die notwendige Fürsorge und wird nicht einfach abgegeben. So langsam mehren sich die Fälle, bei denen Tiere, die während der Pandemie angeschafft wurden, in den Tierschutzverein abgegeben werden. Hunde, weil sie nun pubertär sind und man mit der Lage nicht mehr klarkommt, Kaninchen deshalb, weil sie sich vermehrt haben. Ein Problem, was der Frankenthaler Tierschutzverein schon letztes Jahr befürchtet hat. Jetzt ist es eingetreten.

Unseriöse Händler – Welpen oftmals schwer krank

„Das Problem mit den Tieren fängt schon bei der „Beschaffung“ an“, berichtet Simone Jurijiw. Seriöse Züchter haben zahlreiche Anfragen erhalten, die sie nicht alle erfüllen konnten. Dann wurde eben das Tier aus dem Ausland beschafft. „Den Händlern aus dem Ausland geht es gar nicht um die Tiere. Hier zählt nur der Profit. Da werden viel zu junge Welpen abgegeben, manchmal mit gefälschten Papieren“. Zu jung, das bedeutet in Deutschland Quarantäne! Denn die notwendige Impfung gegen Tollwut kann erst mit 12 Wochen vorgenommen werden. Für die Welpen ist dies eine Katastrophe. So müssen sie in eine strenge Quarantäne, ohne Kontakt in der so wichtigen sozialen Prägephase. „Wir lassen uns viel einfallen für die Kleinen, von Bällebad, Indoor-Spiele und mehr, aber es fehlen den Kleinen Alltagssituationen. Das bedeutet auch im Umkehrschluss, dass die Tiere später Probleme im Alltag haben können“. Darüber sollten sich potenzielle neue Besitzer vorher Gedanken machen.
Die Welpen Händler lassen sich allerhand einfallen: So findet man im Internet Nachrichten wie, dass das Tier abgegeben wird wegen einer Allergie, die Übergabe findet bei einem Spaziergang statt. „Wir haben schon Welpen erhalten, die in einem Umzugstransporter gelegen haben. So versucht man Kontrollen zu umgehen“. Neben diesen ominösen Machenschaften gibt es aber ein ganz großes Problem dahinter: Viele der Tiere sind schwer krank. Der neue Besitzer kauft dann ein Tier, dass vielleicht zeitnah sterben wird. „Die Tiere bringen Krankheiten wir Giardien, Staupe oder Tollwut mit. Viele dieser Krankheiten sind in Deutschland ausgerottet. Durch sollte Transporte könnte es aber wieder eingeschleppt werden“. Simone Jurijiws Tipp: Wer aus solche einem Transport ein Tier erhalten hat, der sollte sich selbst anzeigen, damit die Polizei gegen die Händler vorgehen kann.

Junghunde werden zu Problemhunden

Wer bereits vergangenes Jahr ein Haustier angeschafft hat, der hat mittlerweile ein pubertierendes „Etwas“ an der Leine. Wer sich vorher nicht mit der Rasse auseinandergesetzt oder sich professionellen Rat geholt hat, der ist schnell überfordert mit der Situation. „Wir haben einen von der Rasse her kleinen Hund hier aufgenommen, der hat alles gebissen und gezwickt, selbst uns Helfer. Überfordert wurde das Tier bei uns abgegeben, die neuen Besitzer werden viel Arbeit mit dem Kleinen haben“. Simone Jurijiw erwartet noch mehr dieser Tiere, die dann doch nicht in das Familienleben passen.

Genau überlegen, bevor man sich ein Tier anschafft

„Ein Freund auf Zeit gibt es nicht. Deswegen fragen wir immer sehr genau nach, wieso jemand sich gerade jetzt ein Tier anschaffen will. Fragen wie: Wieso hat man das nicht schon vor der Krise gemacht, was passiert mit dem Tier im Urlaub und so weiter, werden abgefragt. Potenzielle neue Tierhalter haben wir während der Corona Pandemie via Videochat besucht, damit wir einen Einblick über die Familie und das neue Zuhause bekommen“. Dreifach so viele Anfragen wie vor der Pandemie hat der Frankenthaler Tierschutzverein aktuell. „Bisher sind keine Tiere, die vom Tierschutz in dieser Zeit vermittelt wurden, zurückgekommen. Was dafür spricht, dass die genaue Beratung und das Kennenlernen funktioniert“. Und wer aktuell einen Junghund zu Hause hat, der sollte sich professionelle Hilfe holen. Gute Hundeschulen können helfen.

Kaninchen sind keine Schmusetiere

Es ist aber nicht immer der Hund. Sehr viele Kaninchen wurden in den Zoohandlungen gekauft, meist zu zweit. „Mal abgesehen davon, dass Kaninchen viel Auslauf brauchen und nicht zum Schmusen gedacht sind, haben viele Käufer nicht auf das Geschlecht der Tiere geachtet. Aktuell kommen immer mehr Tiere aus einer unerwünschten Vermehrung zu uns“. Das hätte nicht passieren müssen.
Hund, Katze oder Kaninchen, wer sich ein Haustier anschafft, der sollte vorher genau überlegen, ob das Tier wirklich in den persönlichen Alltag passt. Die Corona Pandemie wird auch irgendwann vorbei sein und es gibt nichts Schlimmeres für ein Tier, wenn es wieder abgestoßen wird. Es sind Lebewesen, die Liebe und Zuneigung brauchen und keine Gegenstände, die man einfach wieder abgegeben kann. gib

Wenn Tollwut-Quarantäne Tiere besucht werden, dann nur mit vollem Schutz, damit eine mögliche Krankheit nicht auf die anderen Tierheimtiere übertragen wird.
Wegen Tollwut-Quarantäne in der so wichtigen Prägephase leider weggesperrt: Zwei Huskeys haben das im Frankenthaler Tierschutzverein durchgemacht. Dabei haben sich die Tierschützer viel einfallen lassen, um die zwei zu beschäftigen.
Autor:

Gisela Böhmer aus Frankenthal

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