Engagement, das Frankenthal bewegt
Drei Serviceclubs zeigen, wie Gemeinschaft und Verantwortung vor Ort konkret gelebt werden
- 1.500,-€ war nur die Spende aus den Eintrittskarten, dazu kamen nochmals 1.000,-€ an Sofortspenden der Besucher vor Ort
- Foto: Klaus Seibold, Rotarymitglied Frankenthal
- hochgeladen von Kristien Weidenmann
Mit einer gemeinsamen Benefiz-Kino-Matinee haben der Rotary Club Frankenthal, der Lions Club Frankenthal und die Soroptimisten Frankenthal ein starkes Zeichen gesetzt. Am 11. Januar füllte sich das LUX Kino um 11:00 Uhr fast vollständig, um den sehr empfehlenswerten Film "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" zu sehen – eine Komödie mit Tiefgang rundum die Wende und Journalismus. Der Erlös der Veranstaltung diente vollständig einem guten Zweck.
Oberbürgermeister Nicolas Meyer eröffnete die Matinee persönlich – direkt vom Fußballspiel seines Sohnes kommend – und brachte die Bedeutung solcher Initiativen auf den Punkt. Angesichts leerer kommunaler Kassen, in Frankenthal wie bundesweit, seien Leistungen von Serviceclubs unverzichtbar. Sie sprängen dort ein, wo Mittel nicht ausreichen, und engagierten sich mit Zeit, Ideen und Geld für das Gemeinwohl. In diesem Zusammenhang stellte Meyer auch das neue Spendenportal der Stadt vor, das Helfende und Hilfesuchende zusammenbringen soll.
Die Soroptimisten Frankenthal schlugen als diesjährigen Spendenzweck die Eltern-Kind-psychiatrische Abteilung der Stadtklinik Frankenthal vor. Vertreterinnen der Klinik und Dr. Matthias Münch erläuterten eindrücklich den Bedarf. Die spezialisierte Einheit, deren Umsetzung im Rahmen des Klinikneubaus für April 2026 geplant ist, wird dringend benötigt. Vergleichbare Angebote gibt es in der Region nur in Alzey und Wiesloch – der Bedarf im Großraum Frankenthal wächst jedoch stetig.
In der geplanten Abteilung sollen psychisch erkrankte Mütter gemeinsam mit ihren Kindern behandelt werden. Das ist besonders in der Zeit rund um die Geburt von großer Bedeutung, denn das Risiko postnataler Depressionen ist hoch und wird häufig unterschätzt. Nähe statt Trennung lautet das Prinzip, gerade in den sensiblen Wochen nach der Geburt. Die Spendengelder fließen konkret in die Umsetzung des Marte-Meo-Konzepts: Mit Videokamera, Stativ und Laptop werden positive Alltagsinteraktionen zwischen Mutter und Kind sichtbar gemacht und stärken so Perspektiven, Selbstvertrauen und Hoffnung.
Diese Benefizveranstaltung zeigt eindrucksvoll, was Serviceclubs leisten können: Sie schaffen Perspektiven, geben Hoffnung – und verbinden den Sinn ihres Engagements direkt mit dem Wohl der Menschen vor Ort.
Autor:Kristien Weidenmann aus Frankenthal |
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