Grünes Frankenthal die Sorgenkinder
Der Götterbaum
Überall wohin ich gehe, sehe ich kleine Bäumchen, mittlere Bäumchen, große Bäumchen, alles Götterbäume, das mir schwindelt.
Er ähnelt dem Essigbaum, ABER seine Blätter sind ganzrandig.
Er kann in kleinsten Ritzen Fuß fassen, auf sehr magerem Boden wachsen und wächst sehr schnell und hoch.
Eine Bekannte machte mich vor Monaten darauf aufmerksam, das bei mir ein Götterbaum im Garten wüchse.
Nun hatte bei uns ein kleiner Essigbaum gestanden, den ich entfernt hatte vor 2 Jahren, nur um zu sehen, daß an der gleichen Stelle etwas Ähnliches kam, nur mit glatten Blatträndern und einer glatten Rinden.
Ich dachte mir wenig dabei, ließ das Bäumchen erstmal stehen.
Seitdem ich nun weiß, was das ist, sehe ich überall Götterbäume wenn ich durch die Stadt gehe.
Auf Brachflächen, im Rinnstein, an Hauswänden, auf den Grünstreifen, einfach überall.
Da der Götterbaum als invasive Art gilt, die andere Pflanzen verdrängt und auch Schäden anrichten, dort, wo er sich durchzwängt, schadet er den einheimischen Wildpfanzen, auch wenn er in der Stadt wächst.
Die Stadt Darmstadt schrieb dazu einen recht guten Artikel unter: https://www.darmstadt.de/leben/umwelt/im-gruenen/baeume/goetterbaeume.
In diesem riet sie dazu, den Götterbaum gezielt einzudämmen.
Auch in Frankenthal gibt es Altbäume, weibliche und männliche. Nun wird geraten, die männlichen Bäume stehen zu lassen und nur, wenn nötig, die weiblichen Bäume zu fällen, wenn überhaupt.
Diese haben einen großen Nutzen trotz allem für die Beschattung der Innenstadt, für Bienen, Vögel.
Eine Frau Betty Smith schrieb 1943 in "A tree grows in Brooklyn." folgendes: „Es ist der einzige Baum, der aus Zement wächst. Er wächst üppig... überlebt ohne Sonne, Wasser und scheinbar ohne Erde. Man würde ihn für schön halten, wenn es nicht so viele davon gäbe.“
Verwunderlich ist seine Ausbreitungsgeschwindigkeit. ABER:
Der Götterbaum wächst rasend schnell. Er wächst unter widrigsten Bedingungen, erträgt, Dürre, Hitze, Wassermangel, Schwermetalle, Umweltgifte UND er selber gibt beim Wachsen Stoffe ab, die das Wachstum anderer Pflanzen hemmt, abgesehen von den Folgen seiner Beschattung. Er entzieht dem Boden viel Wasser.
Selbst wenn man einen Götterbaum fällt, regt sein Tod quasi andere Bäumchen in der Umgebung an, schneller zu sprießen.
Das wird dann zum Problem, da er dafür sorgt, das irgendwann man etwas zu viel Götterbäume hat und einheimische Arten verschwinden.
Seine Pollen können allergieauslösend sein, Hautkontakt zu Ausschlag führen und evtl. sogar eine Entzündung des Herzmuskels verursachen.
Deshalb geht der allgemeine Rat dahin, kleinere Bäumchen zu entfernen - mit Handschuhen. Blätter und Stämmchen sind giftig.
Man kann ihn heraus reißen und dann über den Restmüll entsorgen, da diese verbrannt wird.
Ältere Bäume kann man NACH GENEHMIGUNG durch die Stadt fällen, muss man aber nicht. Auch da sollte man abwägen, was überwiegt: die Gefahr als invasive Art und/oder den Nutzen als Beschatter im Klimawandel.
Wurzeln nach Fällung und Wurzelausläufer, die bis zu 30 Meter weiter wieder an die Oberfläche kommen können, sollte man entfernen.
Kleine Bäumchen sollte man ausreißen, größere ringeln oder mit einem schwarzen Sack bedecken und nach einem halben Jahr entfernen.
Und man wird dann ca. einmal die Woche nachkontrollieren müssen, um neue Bäumchen zu entfernen.
Eine andere Frage ist, was danach kommt und den Götterbaum ersetzen kann.
Wobei der Götterbaum erst durch die sich ständig erhöhenden Temperaturen das Milieu jetzt hat, wo er sich wohlfühlt und freudigst vermehrt.
Jemand schlug deshalb schon Kudzu vor, die Pflanze aus der Hölle, die in Amerika schon ganze Farmen verschlang.
Das wäre dann eine Plage, die man wegessen könnte, denn das ist essbar. Und man findet so auch kleinere Gebäude wieder.
Es ist problematisch, wenn eine invasive Pflanze ihr Optimum an Wachstumsbedingungen vorfindet.
Dem entgegen zuwirken, erfordert die Mithilfe aller.
Autor:Maiken Liefeith aus Frankenthal |
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