Auch 2019 werden beim Badischen Fußballverband Fußballer zu „Lebensrettern“ ausgebildet
„Lebensretter sein – Fußballer lernen Wiederbelebung“

Foto: Manuel Romero von der Deutschen Herzstiftung erklärt den Schulungsteilnehmern beim FV Ettlingenweier die Funktion eines Defis.  | Foto: Deutsche Herzstiftung
  • Foto: Manuel Romero von der Deutschen Herzstiftung erklärt den Schulungsteilnehmern beim FV Ettlingenweier die Funktion eines Defis.
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Ettlingenweier. Im Rahmen der Aufklärungskampagne „Lebensretter sein – Fußballer lernen Wiederbelebung“ war am Montag, 7. Januar 2019, die Deutsche Herzstiftung beim FV Ettlingenweier vor Ort. 16 Vereinsmitglieder lernten bei der Laien-Reanimationsschulung, was im Ernstfall zu tun ist.

Dass dieses Schulungsangebot Fußballvereinen in Baden kostenlos zu Verfügung steht, habe Simone Wein über den Badischen Fußballverband (bfv) erfahren. Sie ist zweite Vorsitzende des FVE, dessen Herren- und Frauenmannschaft in der Landesliga kickt. „Es hat sich doch Vieles bei der Reanimation vereinfacht, das ist sehr positiv“, fasst Wein den Schulungsabend zusammen. Kompakt sei dieser mit 1,5 Stunden gewesen und fand direkt im Vereinsheim statt. „Vom Zeitaufwand war das sehr gut“, lobt Wein, die selbst noch aktiv bei den Frauen spielt.

Gemeinsam mit Trainern und Verantwortlichen der Fußballteams lernte sie, dass es vor allem wichtig ist, bei einem Herzkreislaufstillstand keine Zeit zu verlieren. Nach dem Absetzen des Notrufs über die „112“ – die übrigens europaweit gilt – sollte nach kurzer Prüfung der Atmung sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Idealerweise parallel zum Notruf, falls ein weiterer Helfer vor Ort ist. Heute gilt: etwa 5 bis 6 Zentimeter tief drücken mit einer Frequenz von 100- bis 120-mal pro Minute. Auf Beatmung wird dabei verzichtet. Letzteres war auch für Wein neu. Warum dies so ist, wurde den Schulungsteilnehmern kompetent durch Oberarzt Dr. Johannes Royl von den St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe erklärt. Anschließend ging es mit Manuel Romero von der Deutschen Herzstiftung an die Übungspuppe. Hier lernten die FVEler auch die Anwendung eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) kennen. Das gemeinsame Üben gebe Sicherheit und baue Hemmungen ab, so das Fazit der Teilnehmer, die durchweg mit der Schulung zufrieden waren. Und diese Sicherheit sei notwendig, betont Romero, denn nur etwa 30 bis 35 Prozent der Zeugen eines Herzkreislaufstillstandes würden eine Herzdruckmassage durchführen.

„Auf jeden Fall werden wir die gelernten Faustregeln im Vereinsheim aushängen“, so Wein. Und auch die Anschaffung eines Defis werde überlegt. Dass dies auf und neben dem Fußballplatz Leben retten kann, zeigte sich im vergangenen Oktober beim TV Mörsch, als der Gästetorhüter der GSK Karlsruhe plötzlich zusammenbrach. Fünf Zuschauer vor Ort wurden so zu Lebensrettern. Sie erkannten die lebensbedrohliche Situation sofort und wussten, was zu tun ist.

„Wir sind mit dem Verlauf der Veranstaltung ebenfalls sehr zufrieden und freuen uns auf die nächsten Termine. Außerdem möchten wir uns ganz herzlich beim bfv für die tolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken. Wir freuen uns auf die Fortsetzung des Projekts in 2019“, so Romero, der bereits diesen Monat die nächsten Schulungen im Kooperation mit dem bfv plant.

Interessierte bfv-Vereine können sich jederzeit gerne melden bei Uwe Ziegenhagen unter uwe.ziegenhagen@badfv.de oder 0721/4090411.

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Autor:

Jo Wagner

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