Testlabor auf Gleisen: Wie die Zellertalbahn zur Hightech-Teststrecke wird
- Das Unternehmen HITACHI befuhr mit einem Triebwagen der Bauart NE 81 die Strecke, um sie auf ihre digitale Bahnfunk-Versorgung (GSMR) zu überprüfen
- Foto: Förderverein Eistalbahn e.V.
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Eisenberg. Mit vereinten Kräften und großem Engagement arbeiten Ehrenamtliche des Fördervereins Eistalbahn e.V. und die hauptamtlichen Mitarbeiter des Donnersbergkreis daran, die Zellertalbahn wieder in Betrieb zu nehmen. Trotz des ruhenden Ausflugsverkehrs lässt man die Strecke nicht verwildern, sondern beauftragt Vegetationspflege bei Spezialfirmen, die durch Helfer des Vereins begleitet werden.
Dies war auch Voraussetzung für eine erforderliche Sichtprüfung, die Vereinsmitglieder zu Fuß auf den 28 Kilometern erbracht haben. Denn trotz der intensiven Instandhaltungsmaßnahmen an bereits bekannten neuralgischen Punkten wurde sichtbar, dass noch Nachbesserungsarbeiten einzuplanen und auszuführen sind. All dies dient dem Erreichen einer Betriebsgenehmigung durch die zuständige Landeseisenbahnaufsicht, auf die alle Beteiligten gemeinsam hinwirken.
Durch eine sehr flexible und kurzfristige Lösung konnte am 3. Juni 2025 der Einsatz eines besonderen Fahrzeugs auf der Zellertalbahn ermöglicht werden. Das Unternehmen HITACHI befuhr mit einem Triebwagen der Bauart NE 81 die Strecke, um sie auf ihre digitale Bahnfunk-Versorgung (GSMR) zu überprüfen und gleichzeitig die Streckenkonfiguration zu dokumentieren, um später die Erprobung von ETCS-Bauteilen durchführen zu können.
ETCS (European Train Control System) soll der neue Standard in Europa werden, um Zugfahrten per Funksignal zu sichern und zu leiten. Herkömmliche Signaltechnik kann damit zukünftig ersetzt werden. Dazu liefert die Firma HITACHI Komponenten für Gleis und Fahrzeuge, die natürlich entsprechend getestet werden müssen.
Wegen der bewiesenen Flexibilität und den flachen Betriebsstrukturen könnte man sich die Zellertalbahn als neues Testfeld erschließen. Damit würde bereits auch im angestrebten Ausflugsbetrieb eine Nutzung unter der Woche möglich werden, da die entstehenden Zeitfenster im Wochenverlauf hervorragend für die Erprobung genutzt werden können.
Das steigert die Attraktivität der Zellertalbahn auch für andere Firmen, die in der Entwicklung und Verbesserung des Systems ETCS engagiert sind. Die aus der Befahrung gewonnenen Erkenntnisse lassen bereits gute Resultate erkennen und sind ein wertvoller Beitrag zu einer künftigen Nutzung dieser wichtigen Direktverbindung zwischen Worms und Kaiserslautern.
Bereits jetzt wird diese als wichtige Umleitungs- und Entlastungsstrecke dringend benötigt. Alle bereits unternommenen Maßnahmen waren sinnvoll und zielführend, nun gilt es in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den Betrieb zu ermöglichen und diesen dann auch sicher, zukunftsorientiert und stabil anzubieten. Dies wird der Förderverein Eistalbahn e.V. immer unterstützen. red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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