Krippenkunst in Wissembourg & Haguenau
Krippen für Groß und Klein
- PLAYMOBIL-Krippe in Haguenau im Elsass zur Weihnachtszeit.
- Foto: Stephanie Wasem
- hochgeladen von Stephanie Wasem
Im Elsass haben Weihnachtskrippen eine lange und lebendige Tradition. Gleich zwei Städte nahe der Südpfalz verwandeln sich zur Adventszeit in kleine Schatzkammern der Krippenkultur: Wissembourg und Haguenau. Beide Orte liegen nur wenige Minuten von der Grenze entfernt und bieten Besucherinnen und Besuchern faszinierende Einblicke in historische, künstlerische und moderne Darstellungen der Weihnachtsgeschichte.
Wissembourg: Krippen aus aller Welt in der Abteikirche St. Peter und Paul
In der mächtigen Abteikirche St. Peter und Paul präsentiert Pfarrer Jean-Marc Bottai jedes Jahr seine außergewöhnliche Sammlung von über 200 Krippen aus aller Welt. Die Figuren stammen aus Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien und zeigen, wie unterschiedlich Menschen die Geburt Jesu interpretieren.
Sorgfältig arrangiert sind die Krippen nach Herkunft und Materialien gegliedert: Holz, Ton, Keramik, Stoff, Glas oder Naturmaterialien. Jede Darstellung erzählt ihre eigene Kulturgeschichte, mal schlicht, mal farbenfroh, mal kunstvoll geschnitzt. Die Vielfalt schafft einen stillen Raum der Betrachtung.
Haguenau: Die Wiege der Krippenszenen
Nur 30 Minuten südlich von Wissembourg liegt Haguenau, das sich selbstbewusst als „Wiege der Krippen im Elsass“ bezeichnet. Die Stadt zeigt jedes Jahr mehrere aufwendig inszenierte Krippen, überdacht, am Hof der Dekapolis.
1. Die PLAYMOBIL-Krippe – erstmals in Frankreich
Die 25 Quadratmeter große Playmobil-Krippe gilt als eine der größten ihrer Art in Europa. Gezeigt wird eine erweiterte Krippenlandschaft mit einer hügeligen Szenerie, Siedlungen, Stall- und Krippenszene sowie einer Küsten- und Meeresdarstellung mit Schiffen. Sie veranschaulicht das Alltagsleben früherer Zeiten mit verschiedenen Berufen und mehreren biblischen Szenen.
Sammler und Schöpfer dieser außergewöhnlichen Krippenanlage ist der Schweizer Casimir Gabioud. Vor zehn Jahren wurde sie erstmals in einer Schweizer Dorfkirche ausgestellt und wuchs im Laufe der Jahre auf ihre heutige Größe heran.
2. Die Krippe des alten Paris
Ein kulturhistorisches Highlight: Die monumentale Pariser Krippe von Paul Chaland, inspiriert von der Kathedralenzeit und erstmals 1991 in Paris gezeigt. Sie zeigt Notre-Dame als zentrales Element, über 250 Figuren, darunter historische Gewerke, filigrane Mechanik und Lichteffekte. Ein beeindruckendes Stück französischer Krippenkunst, das den Zauber des mittelalterlichen Paris lebendig werden lässt.
3. Die Haguenauer Tonkrippe
Eine weitere Besonderheit ist die Tonkrippe des Töpfers Vincent Remmy aus Betschdorf. Sie wurde 2020 zum 600-jährigen Jubiläum erstmals präsentiert und wird jedes Jahr um neue Figuren ergänzt.
Fazit
Ein Besuch der Krippenausstellungen in Wissembourg und Haguenau ist nicht nur ein stimmungsvoller Ausflug in der Adventszeit, sondern auch eine kulturelle Entdeckungsreise. Die Vielfalt der Materialien, die kunstvollen Inszenierungen und die lange Tradition der Krippendarstellungen machen beide Orte zu lohnenden Zielen, auch für Besucherinnen und Besucher aus der Südpfalz.
Infobox: Öffnungszeiten & Infos
Krippenausstellung Wissembourg
Ort: Abteikirche St. Peter und Paul
Dauer: täglich geöffnet bis zum 2. Februar, jeweils von 9-18 Uhr
Eintritt: frei
Besonderheiten: über 200 Krippen aus aller Welt
Krippenausstellungen Haguenau
Ort: Hof der Dekapolis, Cours de la Décapole
Öffnungszeiten:
• Mo–Fr: 14–18 Uhr
• Sa–So: 10–19 Uhr
• 24.12.: 14–16 Uhr
• 25.12.: geschlossen
Eintritt: frei
Besonderheiten: 25 Quadratmeter große Playmobil-Krippe, die Pariser Krippe und die Haguenauer Tonkrippe
Autor:Stephanie Wasem aus Dahn |
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