BriMel unterwegs
Sextett mit Dreiakter „Amore mio“ auf der Bühne
- Schauspieltruppe mit Souffleuse
- Foto: Johann-Peter Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Böhl-Iggelheim, OT Böhl. Bereits im 49. Jahr gibt es das Laien-Theater in Böhl und kein Ende abzusehen, denn die Theatergruppe erfreut sich höchster Beliebtheit wie man am 17. Oktober in einer ausverkauften Abendvorstellung in der VT-Halle sehen konnte. Da darf man gespannt sein, was nächstes Jahr zum Jubiläum auf das Publikum wartet. Das heutige Stück mit Pfälzer Mundart stand im Zeichen der Liebe mit „Amore Mio oder Kann denn Liebe Sünde sein?“ Die Theatergruppe der SG Böhl-Iggelheim hat ausgezeichnete Schauspielerinnen und Schauspieler, die mit Herzblut monatelang geprobt haben und heute als Premiere zeigen durften. Das waren
• Auf Freiersfüßen Günther (Holger Schwinge)
• Günthers Schwester Traudl (Silvia Calles)
• Günthers Verlobte Rosa (Claudia Findeisen)
• Der zwielichtige Joe (Michael Oppinger)
• Traudls Freundin und Konkurrentin Maria (Silke Schmitt)
• Als Franzl und Pfarrer Ehrmann am Start (Markus Hendel)
• Undenkbar ohne Souffleuse Monika Seiberth-Hesch
Falls Sie jetzt nach der Beschreibung neugierig geworden sind, können Sie am 23., 24. und 30. Oktober sowie am 7. November unter der E-Mail theater@sg-boehl-iggelheim.de ihr Glück versuchen.
Rasch füllte sich der Saal ab 19 Uhr und die fleißigen SG-Mitglieder hatten schon ordentlich Vorarbeit geleistet, Tische und Stühle in Längsreihen gestellt, Getränkewägen gefüllt und belegte Brötchen hergerichtet. Auch eine opulente runde Sektbar gab es in der Pause geben. Die Jungs und Mädels vom Verein fuhren heute mit ihren Barwägen durch die Reihen und sorgten in den Pausen für Nachschub.
„Amore mio“ von Ute Tretter-Schlicker ist eine Komödie mit folgendem Inhalt:
Pressetext: Günther und Rosa wollen in ein paar Wochen endlich heiraten. Doch Traudl, der Schwester von Günther, ist dies ein Dorn im Auge. Traudl wird einfach das Gefühl nicht los, dass mit Rosa und ihrem Bruder Joe, einem richtigen Weiberhelfen, etwas nicht stimmt. Aber Traudl hat noch viele andere Sorgen; sie möchte unbedingt Pfarrhaushälterin werden bei dem neuen Dorfpfarrer, genau wie ihre Freundin Maria. Beiden ist jedes Mittel recht, um diese Stelle zu bekommen und sie schrecken vor nichts zurück. Würden sie auch dafür morden oder es zumindest versuchen? Und Franzl, der schon längere Zeit hinter Traudl her ist, war in Italien auf einer Sprachreise und bekommt seit dieser Zeit immer wieder heiße Liebesbriefe von einer Italienerin! Und mit „seinem“ neuen italienischen Dialekt bekommt er seiner Meinung nach bestimmt alle Frauen herum! Als sich auch noch ein Stripper ankündigt, fängt die ganze Sache an, Traudl über den Kopf zu wachsen. Traudl legt schließlich großen Wert auf ein „sauberes“ und anständiges Haus. Und plötzlich stellen sich tausend Fragen: Kann Traudl noch Vorsitzende vom Club der „enthaltsamen Jungfrauen“ bleiben? Und wer ist hinter dem kleinen Sündenbuch von Maria her? Was geschah tatsächlich in der Nacht als Maria überfallen wurde? Wird sich Maria wieder erinnern und ist dann Franzl der enttarnte, rücksichtslose Frauenverführer? Und das verbindet Rosa und ihren Bruder Joe in Wirklichkeit“
49 Jahre „Theater in Böhl“, die Vorstufe zum Jubiläum, musste gefeiert werden. Der Vorhang war noch geschlossen, aber Monika Seiberth-Hesch machte sich aus ihrem Souffleusenkasten schon mal bemerkbar. Ein Zeichen, dass es losgehen konnte und der zweite Vorstand Jürgen Anton begrüßte das Publikum, bedankte sich bei den Sponsoren und allen Beteiligten und wies darauf hin, dass man nach der Veranstaltung sein Handy wieder einschalten könne. „Also sprach Zarathustra“ und der Vorhang ging auf. Der gut aufgelegte Günther sang beschwingt „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ und bewunderte seinen selbst gedeckten Kaffeetisch für seine Liebste. Im Takt klatschte das Publikum begeistert mit. Traudl erschien und lästerte los. Ein kommen und gehen war in der Gaststätte „Zur Dorflinde“ und nach Rosa betrat auch ihr „Bruder“ Joe mit „Superman“-T-Shirt die Bühne. Ein kleines Geheimnis zwischen den beiden klärt sich im späteren Verlauf auf. Von Schweigegeld ist die Rede. Er ist der Meinung, Frauen sollen ihre Männer immer schön verwöhnen. Ooooooh, da gab es dann schon ein paar Buhrufe aus dem Publikum von den selbstbewussten Frauen. Im Strand-Outfit betrat Franzl die Bühne und radebrechte sein frisch erworbenes Italienisch. Da fehle aber noch die „Obaggerstrategie“. Joe hält sich für den Obaggerkänisch und Schneckenchecker und will Franzl diesbezüglich gerne ein bisschen unter die Arme greifen. Während eines Telefonates stellt er seine Wortgewandtheit unter Beweis. Die blond gezöpfte Maria trat mit einem schwarzen Notizbuch in Erscheinung und in diesem Buch stehe einfach alles minutiös drin. War es Schicksal, dass sich Maria und Josef „Joe“ hier begegneten?
Im zweiten Akt kamen Macho und Frauenversteher Joe, der hyperaktiv wirkende Franzl und Traudl auf die Bühne. Völlig „zerfleddert“ kam Maria hinzu, die letzte Nacht missbraucht worden war, ihrer Kostbarkeit beraubt wurde und sich an nichts mehr erinnern konnte. Es war eine exzellente Darbietung von Silke Schmitt, die mit viel Applaus bedacht wurde. Im dritten Akt ging es um den Heiratsantrag und die Geheimnisse lüfteten sich allmählich. Während Traudl mit Gesichtsmaske und Gurkenscheiben auf den Augen am Tisch saß und Selbstgespräche führte, näherte sich Rosa mit dem Koffer in der Hand zur Verabschiedung. Pfarrer Kurt Ehrmann erschien und wollte die beiden Bewerberinnen persönlich kennenlernen, um eine Auswahl zu treffen. Er wollte zwei Halbtagsplätze anstatt einer Ganztagsstelle anbieten, dann hätten beide etwas davon. Und schon war die Verwechslung da, denn man wartete ja eigentlich auf einen Stripper. Wie zu erwarten ging es dann sehr turbulent zu. Das Publikum amüsierte sich prächtig und beömmelten sich vor Lachen. „Jetzt aber Butter bei die Fische“, der Pfarrer sollte endlich á la „Magic Mike“ zu strippen anfangen. Zum Glück kam Günther hinzu, der den Pfarrer begrüßte und er seinerseits mit „Grüß Gott, die Damen“ ansprach. Oh je, die Keuschheit der beiden Damen war nach ihrer tänzerischen Einlage wohl dann nicht mehr glaubhaft, aber eine Freundschaft geboren. „Amore mio, mir kummen!“ Tosender Applaus für das Ensemble der Theatergruppe.
Vorhang auf zur Vorstellung der einzelnen Darsteller. Bereits zum 25. Mal war Markus Hendel mit von der Partie und Dank an die Souffleuse, die heute zur Premiere nur wenig Hilfestellung leisten musste, es aber keiner merkte. Alle freuten sich über die gelungene Premiere. Dankesworte allen Helfern, Silvia Calles und Markus Hendel (Regie), Lena Rudy (Maske), Silke Schmitt (Frisuren), Lite-Tech Veranstaltungstechnik GmbH, Mannheim (Ton), Klaus Hartmann, Roman Calles und Markus Hendel (Kulissenbau), Walter und Hans Peter (Bühnenbild), Claudia und Michael Ritter (Kartenverkauf), Peter Baumann (Presse und Öffentlichkeitsarbeit), Joao Guimaraes (Layout) und Michael Ritter (Gesamtleitung).
Und Sie dürfen sich gleich noch den „Frohsinn“, eine Komödie von Dagmar Möller notieren. Am 05., 12. und 19.Dezember sowie am 9. Januar 2027 wird in der SG-Halle Iggelheim, Am Neugraben 14, gespielt. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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