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Sängerheim wird zum Kinosaal
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Böhl-Iggelheim, OT Iggelheim. Am 14. Oktober verwandelte sich das Sängerheim der Sängervereinigung Iggelheim kurzerhand in einem Kinosaal. Gezeigt wurde beim 17. Europäischen Filmfestival der Generationen der Metropolregion Rhein-Neckar ein Film über das Älterwerden für Alt & Jung. „Die Ironie des Lebens“ mit den wundervollen Hauptdarstellern Corinna Harfouch und Uwe Ochsenknecht sowie den jüngeren Schauspielern Emilia Schüle, Liza Tzschirner und Robert Gwisdek hatte vielleicht der ein oder andere bereits beim Festival des Deutschen Films auf der Parkinsel in Ludwigshafen gesehen, aber für die meisten der über 100 Filmgäste war es eine Premiere. Eine Premiere war es auch für das Sängerheim, das bei diesem Projekt erstmals mitmachte.
Zusammenfassung des Filmes: Edgar (67 Jahre) ist ein erfolgreicher Comedian, der sich in seiner Bühnenshow über das Älterwerden lustig macht: gescheiterte Ehe, sich verschlechternde Gesundheit, nachlassende Libido, allgemeine Nutzlosigkeit oder den nahenden Tod. Doch kaum ist die Show vorbei, bleibt ein einsamer Mensch zurück, der seine leeren Abende mit Online-Shopping und Alkohol zu füllen versucht. Als ihn nach einem Auftritt seine schwerkranke Ex-Frau Eva (65 Jahre) aufsucht, beginnen die beiden – nach 25 Jahren Funkstille – sich wieder anzunähern. Irritiert, dass Eva jegliche medizinische Behandlung ablehnt, ermuntert er sie, ihn auf seiner Comedytour durch Deutschland zu begleiten. Eine Reise im Zeichen ihrer fortschreitenden Krankheit, die Edgar zurückbringt zu sich selbst und irgendwann sogar zu seinen entfremdeten Kindern. Ein unterhaltsamer Film mit Tiefgang über Leben und Tod, Liebesglück und Familienzwist; beeindruckend gespielt von Uwe Ochsenknecht und Corinna Harfouch.
Der Veranstalter war der Mehrgenerationen-Arbeitskreis Böhl-Iggelheim. Wer hätte gedacht, dass aus dem Sängerheim einmal ein Kinosaal mit allem was „Kino“ ausmacht werden würde? So gab es frisch gepopptes Popcorn, belegte Brötchen, Tacos und neben den gängigen Getränken sogar Cocktails von den Helferinnen des Sängerheimes. Für die Technik waren Lukas Zielske und Armin Klostermann verantwortlich. Die Begrüßung und Einführung in den Abend machte Karl-Heinz Hasenstab. „Keine Angst vor der ersten Reihe, liebe Kinobesucher, das hat keine Konsequenzen wie bei Comedyveranstaltungen normalerweise zu befürchten ist“ flachste er mit Blick auf die beiden leeren Sitzplätze. Man befinde sich zwar nicht im Flugmodus, solle aber trotzdem das Handy ausschalten. Deutschlandweit gibt es vom 01.10. bis 30.11. dieses 17. Europäische Filmfestival mit ausgewählten Filmen. Nach der Filmvorführung könne man sich noch darüber unterhalten und die von Christa Bug ausgeteilten Fragebögen beantworten, wie einem der Film gefallen hat. Danke an alle, die das Sängerheim zu einem Kino „gezaubert“ haben, den Raum zur Verfügung gestellt haben, an den Vorstand Richard Croissant, der die Organisation betreut hat, an die Gemeindeverwaltung, die Mitarbeiter des Bauhofes und den Arbeitskreis. Auch der „Hausherr“ begrüßte die Gäste und würde sich freuen, wenn man auch noch anschließend ein bisschen hier verweilen würde. Noch ein Hinweis auf die große Veranstaltung am 14. November um 19 Uhr in der Wahagnieshalle mit der Sängervereinigung und dem Musikverein Iggelheim. Aber dann hieß es „Film ab!“
Der alternde Star freut sich über Selfiewünsche und hat seit Jahren einen eigenen Chauffeur. Zum Glück hat er auch einen Hund zum Kuscheln an seinen einsamen Abenden. Beim Deutschen Comedyball steht er gemeinsam mit seiner Ex-Frau auf dem roten Teppich. Du kannst nach dem Tode zur Musik werden in Form einer LP, die aus Deiner Asche gemacht wird. „Halt Dich an Deiner Liebe fest!“ Beide saßen am Piano und spielten zusammen. Und dann wäre da noch das ganz besondere Mundspray, das sie ihm kurzerhand verabreicht, damit er etwas lockerer wird. Weite Strände, weite Rapsfelder, tolle Landschaftsaufnahmen! Er ist im Begriff, über seine herablassenden Jokes zu seiner Ex-Frau in seinen Comedyshows nachzudenken. Er hat eine wunderbare Ex-Frau, die ihrer Krankheit mit so viel Würde begegnet, aber seinen Sohn macht sein Verhalten richtig sauer. Top Schauspieler! Der Chauffeur durfte immer nur zur Stelle sein, private Worte und Anerkennung Fehlanzeige bis Edgar ihm Wertschätzung entgegenbrachte. Ein perfektes Paar eigentlich, das sich nach 25 Jahren wiedergefunden hat. Es tut ihm ehrlich leid, dass er sie in seinen Shows zu schlecht dastehen gelassen hat. Das Ende nahte und zur Beisetzung gab es eine große Party mit ihrer Lieblingsmusik. Die Tochter trat in die Fußstapfen ihres Vaters, machte Comedy und hielt ihrem Vater so den Spiegel vor. „Wann kommst du zurück?“ war die Schlussfrage. Der sehr emotionale Film, mal zum Lachen, mal zum Weinen berührte die Zuschauer. Die Diskussion gab es nicht mehr, da doch viele in Aufbruchstimmung waren. Aber Michaela Bott war begeistert über diesen Film-Mittwoch beim Sängerheim.
Am 16. Oktober (Freitag) um 20 Uhr gibt es ein weiteres Kino-Highlight beim MGV-Sängerheim Böhl mit dem Film „Es sind die kleinen Dinge“. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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