BriMel unterwegs
Julian Thome rockt mit Sommer-Abschlusskonzert
- Julian Thome in Action
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Böhl-Iggelheim, OT Iggelheim. „Sing zum Abschied ganz laut Servus“ konnte man am Abend des 30. September singen, denn es war das letzte Open-Air-Konzert an der legendären Strandbar am Niederwiesenweiher bevor es im Kuh-Stall dann in die Herbst-/Wintersaison geht. Über den Sommer gaben sich im wöchentlichen Turnus viele Künstlerinnen und Künstler „die Hand“ und den würdigen Abschluss bildete der Tausendsassa Julian Thome mit seiner unverkennbaren Stimme. Kurzer schmerzloser Soundcheck um 17.45 Uhr und dann ab in die Garderobe, um in seinem Standard-Outfit die Bühne Punkt 18 Uhr zu betreten.
Auf und im Niederwiesenweiher zogen noch ein paar wenige Schwimmer, Paddleboarder und Schwäne ihre Bahnen. Noch einmal gab die Sonne all ihre Kraft; Julian und Petrus hatten einen Deal. Das Publikum war zu Beginn noch etwas verhalten, aber das änderte sich
im Laufe des Abends. Die Außenbar befand sich schon im Herbst-/Wintermodus und war geschlossen, Getränke gab es nur noch in der Strandbar. Organisator Sebi Hochwarth traf ebenfalls zum Abschluss ein.
Der Singer/Songwriter, Schauspieler und Produzent Julian Thome (geb. 1991) wohnt in Worms und ist gern gesehener Gast in Böhl-Iggelheim, denn seine Live-Shows sind legendär. Er kommt immer wieder gerne, weil er sich hier wohl fühlt. Als Opener sang und
begleitete er sich auf der E-Gitarre mit dem selbst geschriebenen Song „Don’t Lie To Me“ von seinem neuen Album. Wer Julian Thome noch nicht kennt, wird sich ihn merken, denn seine Stimme, die über erstaunliche vier Oktaven reicht, und seine Mimik vergisst man nicht. Auch die kleinen Kiekser zwischendurch sind nur ihm zuzuschreiben. Er ist nicht nur Rock/Popsänger, sondern auch Filmproduzent und Multi-Instrumentalist. Einer seiner Spitznamen ist „Voice of Germany“, der sich ironischerweise, seit seiner Ablehnung zur Teilnahme der TV-Sendung „The voice of Germany“ noch mehr verbreitete. Mit einer stark veränderten Version im Country-Style performte er von Dire Straits „So Far Away“. Er hatte auch sein eigenes „Keyboard“ dabei, in handlicher Form praktisch für die Handtasche, das er für die folgenden Songs mit einbettete. Ein Mann mit einer Gitarre und einem Keyboard ersetzte eine ganze Band. Er entschuldigte sich dafür, dass auf einigen Flyern wohl eine falsche Uhrzeit stand, aber das kann ja mal passieren, Hauptsache er ist da. „Bring it on home to me" von Sam Cooke und ein Medley aus „Trying to get to you“ von Elvis Presley und „Ain't no sunshine“ folgten. Mit „Ain’t no sunshine“ von Bill Withers und unheimlich viel Timbre in seiner Stimme verzauberte er das Publikum. Er hat nicht nur gecovert, sondern allen Songs seinen besonderen Stempel aufgedrückt. „Crazy“ von Seal und „Learning to fly“ von Tom Petty gab es außerdem noch vor der ersten Pause.
Anschließend holte er seine Bariton-Gitarre heraus, die eine tiefere Stimmung erzeugte. „Summertime“ von George Gershwin (auch bekannt durch Janis Joplin), „Wild Horses“ von The Rolling Stones, „Everytime you go away“ von Paul Young, „Room with a view“, dem
Gänsehaut bescherenden „House of the rising sun“ von The Animals, „People are Strange“ von The Doors, „Livin’ on a Prayer“ von Bon Jovi in einer sehr langsamen Version performt wären eigentlich der Abschluss des zweiten Sets gewesen. Aber da er ja sozusagen „im
Verzug“ war hängte er das dritte Set mit der E-Gitarre gleich dran. Das nächste Medley mit „Fly away“ von Lenny Kravitz, „Fly like an eagle“ von der Steve Miller Band und „Don’t let me be misunderstood“ von The Animals (auch bekannt durch Santa Esmeralda) dauerte
komplett fast 15 Minuten. Der Bluesrock-Klassiker „See see rider“ von The Animals und nochmal ein Medley der besonderen Art folgte mit „We gotta get out of this place“ von The Animals, „Proud Mary“ von CCR und „Heroes“ von David Bowie rockte er gemeinsam mit
„Sebi rockt“. „Another love“ von Tom Odell, „When I Was Young“ von Eric Burdon, „Johnny B“ von The Hooters, „Another cup of coffee“ von Mike and the Mechanics und „Private Emotion“ folgten bevor noch mehrere Zugaben verlangt wurden. „This Magic Moment“ von The Drifters, sein eigener Song „Lies“, ein Blues Medley: Before you accuse me“ (ein Eric Clapton-Klassiker), „Baby What's Wrong“ (u.a. bekannt durch Jimmy Reed und The Rolling Stones) und „Hey Joe“ von Jimi Hendrix bildeten dann um 22 Uhr den tatsächlichen
Abschluss als der abnehmende Mond den Niederwiesenweiher in sphärisches Licht hüllte und zum Abschied ein „leises Servus“ hinunterrief. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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