BriMel unterwegs
Böhler Hofflohmarkt – vom Dosenwerfen bis zu Pokémon
- Hier wurde man sehr freundlich empfangen
- Foto: Brigitte Melder
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Böhl-Iggelheim, OT Böhl. Nachdem am letzten Wochenende der Ortsteil Iggelheim seinen Hofflohmarkt hatte, startete nun am 9. Mai der Ortsteil Böhl durch. Gerechterweise hatte Petraus auf beide Tage von 10 bis 16 Uhr ein wohlwollendes Auge und schickte Sonne satt vom Himmel. Es ist bereits der 5. Hofflohmarkt in der Doppelgemeinde und man war froh, dass sich Carmen Hildebrand bereit erklärt hatte, ihn unter erschwerten Umständen dieses Jahr zu organisieren. Aber die Bevölkerung war froh darum, dass es nicht eingeschlafen ist und räumte fleißig Keller, Garage und Dachgeschoß leer, so dass letztendlich 41 Höfe anzusteuern gewesen wären. Anhand der aushängenden Luftballons sah man schon von weitem, dass ein weiterer Hof geöffnet hatte und manche kreativen Köpfe hatten sich im vornherein die Mühe gemacht, eigene bunte Plakate zu entwerfen und auszuhängen. Da Baby/Kindersachen für mich passé waren, suchte ich ein paar passendere Höfe zunächst in der Hauptstraße auf.
Da stand schonmal etwas außergewöhnliches auf dem Gehweg zum Verkauf, nämlich ein Motorrad und im Hof lockte neben allerlei Deko-Artikeln und einem Rotationslaser für Baumaßnahmen der Kuchenstand der katholischen Kindertagesstätte St. Simon und Judas Thaddäus. Vom Elternausschuss war Isabell Geib, von der Kita-Leitung Christiane Roth und als Erzieherin Melanie Kade mit dem Kuchenverkauf beschäftigt, dessen Erlös der Kita zugutekommt. Der Hausbesitzerin Ulrike Höning-Ruf wars Recht, denn Hunger und Durst lockt Menschen an.
Frau Otto bot einen Motorroller in top Zustand an und eine gebrauchte funktionstüchtige Waschmaschine Marke „Indesit“ wollte sie sogar verschenken. Ob sie wegging? Die Oldtimer-Radios und eine Drohne vom Ehemann waren im Angebot; bei den heutigen PKWs hat man nun mal keine Autoradios mehr drin, sind also eher etwas für Oldtimer. Vier Frauen teilten sich auf dem Hof die Verkaufsfläche und eine davon war Frau Heuser aus Heidelberg, die über die Verwandtschaft von dem Flohmarkt erfahren hatte, ihr Auto mit ihrem gefüllten Kofferraum gen Böhl chauffierte und nun Mitausstellerin war. Die vier Damen waren sehr freundlich und wiesen gleich darauf hin, dass man bei Bedarf auch gerne die Außentoilette benutzen kann und boten Getränke an.
Neben den vielen Menschen, die sich heute durch den Ortsteil aufmachten dürfte der kleinste und leichteste Flohmarktbesucher der Yorkshire-Malteser „Blue“ gewesen sein. Mit seinen 4,5 Kilogramm Gewicht und seinem einen blauen und dem anderen braunen Auge war er im Fahrradkörbchen ein Hingucker.
Bei der Nr. 75 traf man interessierte Kundschaft aus Böhl an, die gerne ins Ausland reisen und von dort immer Souvenirs mitbringen. Auf diesem Hof hatten sie ordentlich etwas zum Gucken, denn ein Stand war voller Handarbeiten aus Afrika und Asien, teils aus Holz, teils aus Messing oder Kupfer. Für ihre Sammlung wechselten dann auch ein paar schöne Gegenstände den Besitzer. Aus Ludwigshafen war Eveline Teister-Loch als Gastverkäuferin mit auf dem Hof und gemeinsam mit den drei weiteren Frauen Sandra Cartolano, Ingrid und Hauseigentümerin Babs waren sie ein gutes Team.
Ebenfalls in der Hauptstraße hatte die Organisatorin Carmen Hildebrandt ihr Domizil aufgeschlagen. Letzte Woche in Iggelheim versuchte sie im 8. Monat schwanger die restlichen Kleidungsstücke und Gegenstände loszuwerden und hatte eine besondere Idee, nämlich Dosenwerfen. Ihr Mann und die Vermieterin haben ihr Gottseidank die schweren Kisten getragen und alles arrangiert. Mit drei Bällen für 50 Cent hatte man die Möglichkeit einen Dosenturm abzuwerfen. Räumte man alle Dosen ab, hatte man freie Auswahl an ihren Ständen, aber keiner musste traurig gehen, denn für die Kinder gab es Dinge aus der Kruschdelkiste und für Erwachsene Schals geschenkt.
Am Ende der Hauptstraßenfahrt kam man zu Marit Eckl, die in ihrer Garage und im Hobbyraum ausstellte: Modeschmuck, Kleidung, Handarbeiten von ihrer Mutter und Bekannten und vieles mehr. Sie ist froh, dass sich dieses Jahr Carmen Hildebrandt trotz Schwangerschaft bereit erklärt hat, den Flohmarkt zu organisieren. Aber wie sieht es nächstes Jahr aus? Darüber können sich die BewohnerInnen schon einmal Gedanken machen, denn wer macht sich die Mühe und Arbeit der Organisation? Tische aufstellen und Luftballons raushängen sind kein Hexenwerk, da ist man froh, wenn jemand die Organisation in die Hand nimmt.
In der Ludwigstraße bei Frau Steidel duftete es nach frischen Waffeln, Dampfnudeln mit Wein- oder Vanillesoße, Kartoffelsuppe und Nussecken. Sie hatten auch einen Verkaufstisch mit verschiedenen Sachen aufgestellt, vermissten aber noch den Zulauf. Die Grundschüler seien noch in der Schule bei den Bundesjugendspielen. Wenn die rum seien würden vielleicht noch ein paar Kinder mit ihren Eltern vorbeikommen.
Alles rund um Pokémon gab es im Zelt von Dominic Kling und seiner Freundin Jana Lübow, die passend zu ihrem Stand die Kopfbedeckung als absoluten Eyecatcher trugen. Keine Chance auf Verkauf, die Mützen blieben auf. Aber es gab Pokémon-Zubehör und T-Shirts zu kaufen. Die Pokémon-Karten steigen an Wert erzählte Dominic, deshalb darf man sich nicht über den Tisch ziehen lassen. Händler versuchen zu feilschen und Unwissende abzuziehen. Er hat sage und schreibe ca. 10.000 Karten dabei und ist mit dem Flohmarktverlauf zufrieden. Kinder bekommen an seinem Stand Extras. Er freut sich über viele glückliche Kinder und darauf kommt es ihm an. Nebenan hatte seine Mutter Alexandra Kling einen Tisch mit Modeschmuck und niegelnagel neuen Schuhen, einen großen Teddy und eine echte alte Schildkrötpuppe.
Der Abschluss der Rundreise war in der Weedstraße, die wegen des abmontierten Straßenschildes ohne Ortskenntnis nicht zu finden war. Hier in der Straße hatten die drei Damen Klemmt, Reinig und Obser mit ihren Kindern einen Stand und die Kinder waren fleißig am Waffeln backen. Die Familien sind jedes Jahr mit von der Partie und verkaufen neben Kleidung und Modeschmuck allerlei an Nützlichem oder auch nur Deko.
Resümee des Tages: Einige waren zufrieden, aber wie immer in den Nebenstraßen eher weniger „Verkehr“ und Enttäuschung machte sich breit. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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