Molieres „Der Geizige“ auf der Freilichtbühne „Im Busch“
Geiz ist nicht geil – aber unterhaltsam

Das Personal im Hause des Geizigen (v.l.: T. Novak, T. Frey, G. Schäfer , H. Dries)
5Bilder
  • Das Personal im Hause des Geizigen (v.l.: T. Novak, T. Frey, G. Schäfer , H. Dries)
  • Foto: HFe 2019
  • hochgeladen von Hermann J. Feise

Zwei Stunden klassischer Komödie bietet der Theaterkreis Bobenheim-Roxheim unter der Regie von Andrea Kühn zur Zeit jeden Freitag und Samstag Abend auf der Freilichtbühne „Im Busch“. Einhundertundfünfzig Zuschauer waren am Premierenabend ab der ersten Szene hellauf begeistert. Schon mit den ersten Schritten kann Markus Fischer in der Titelrolle des Harpagon die bedrückende Atmosphäre herstellen, unter der alle Mitbewohner im Haus des Geizigen leiden. Szenenapplaus gab es auch für Hanni Geib und Thorben Frey nach der Pause, die in bester Charlie-Chaplin-Manier den Diebstahl der Schatulle zu verbergen versuchen. Andrea Kühn ist mit ihrer Überarbeitung der Moliereschen Komödie ein kurzweiliges Theaterstück gelungen, welches gerade für die heutige Zeit eine Botschaft hat: Geiz ist nicht geil ... aber unterhaltsam.

Markus Fischer, seit mehreren Jahren erstmals wieder in einer Hauptrolle auf der Freilichtbühne, und Tanja Frey als seine Tochter Elise, lieferten mit ihrem Streit über den richtigen Bräutigam für sie den Höhepunkt des ersten Aktes, den das Publikum mit großem Beifall am Premierenabend bedachte. Tanja Frey ist im Theaterkreis bisher als Regie und Regieassistenz aktiv gewesen und dieses Jahr erstmals als Schauspielerin dabei. Ihre Darstellung der aufbegehrenden Tochter, die sich dem Willen des Vaters bzgl. der Wahl des Bräutigams nicht beugen will, ist absolut überzeugend und bietet Markus Fischer die Möglichkeit, sein großes schauspielerisches Talent zum Tragen zu bringen. Wenn Elise mit Ihrem Trotz noch ein wenig Erfolg zeitigen konnte, so musste die Heiratsvermittlerin Frosine (Mirka Besch) feststellen, dass man aus Harpagon auch unter Einsatz aller Waffen einer attraktiven Frau keinen Heller herausquetschen kann.

Der zweite Teil des Stückes begann mit einer stillen Szene der Diener des Hauses über die schlechte Behandlung durch den Geizigen und die kleinen Freuden des Personals benachbarter Häuser. Danach nahm das Stück mit dem Streit zwischen Vater (M. Fischer) und Sohn (J. Geib) richtig Fahrt auf, so dass das Publikum permanent zwischen Lachen und Szenenapplaus pendelte. Unbestritten die beste Szene des Stückes bieten Cleanthe (J. Geib) und sein Diener (T. Frey), die in bester Charlie-Chaplin-Manier versuchen, das gestohlene Schatzkästchen vor dem nahenden Harpagon in Sicherheit zu bringen.

Der Theaterkreis Bobenheim-Roxheim spielt sein Sommerstück „Der Geizige“ noch am 23./24.8.2019 und am 30. Und 31.08.2019 auf der Freilichtlichtbühne „Im Busch“ an der neuen B9 zwischen Ludwigshafen und Worms. Karten für beide Wochenenden sind online (www.theaterkreis1975.de) oder über die Firmen D. Freer, Roxheim und Bücher Bessler, Worms im Vorverkauf erhältlich. (HFe)

Autor:

Hermann J. Feise aus Lambsheim-Heßheim

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.