Der Verein „Storch und Natur Südpfalz“ bietet Blütenpatenschaften an
So einfach geht Nachhaltigkeit

Lukas und Josef Henrich, Gabriele Meder-Schumacher und Sara Schimpf stellten auf dem Frühlingsmarkt ihr Blütenpatenprojekt vor.
  • Lukas und Josef Henrich, Gabriele Meder-Schumacher und Sara Schimpf stellten auf dem Frühlingsmarkt ihr Blütenpatenprojekt vor.
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Nachhaltigkeit. Im Jahre 1973 wurde in Rheinland Pfalz der letzte Storch gesichtet. Im benachbarten Baden-Württemberg startete man bereits zwei Jahre später mit einem Weißstorch-Wiederansiedlungsprojekt. In dieser Storchenaufzuchtstation in Schwarzach absolvierte Frank Steigleder aus Vollmersweiler damals seinen Zivildienst. Zurück in seinem Heimatort beschloss er 1989 den „Verein zum Schutz des Weißstorchs Viehstrich“ zu gründen und wurde dessen 1. Vorsitzender. Unter seiner Leitung wurden zunächst Nisthilfen errichtet, in der Hoffnung, dass Störche auf ihrer Durchreise sich dort niederlassen würden. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht. So wurde beschlossen diesen Tieren quasi „den Tisch zu decken“. Dazu wurden Wiesen extensiv bewirtschaftet und nach und nach Amphibienteiche entlang des Bienwaldes ab Mitte der 90-er Jahre unter der Leitung des ehemaligen 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Horst Taraschewski, tätig im Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Zoologisches Institut, Abteilung Ökologie und Parasitologie, angelegt. Die Ausweitung der Konzeption spiegelte sich fortan in dem neuen Vereinsnamen „Verein zum Schutz des Weißstorchs Viehstrich und Aktion für Biotop- und Landschaftsschutz“ wider. Für die „Lebensmittel“ war nun ebenfalls gesorgt; und das war gut so, denn 1997 wurde in Schwarzach die Storchenaufzuchtstation aufgelöst und auf Initiative von Frank Steigleder wurde ein Paar nach Steinfeld „importiert“ und dort ausgewildert.

Population des Weißstorchs in Rheinland-Pfalz gesichert

Inzwischen ist die Population des Weißstorchs in Rheinland-Pfalz gesichert. Der Verein betreut Nester in den Ortschaften Kapsweyer, Schweighofen, Steinfeld, Schaidt, Freckenfeld, Niederotterbach, Kapellen, Oberhausen und Barbelroth.
Neben dem Engagement für Storch, Wiesen- und Feuchtbiotope wurden ab 2013 auf Initiative der damaligen 2. Vorsitzenden Gabriele Meder-Schumacher auf vereinseigenen Grundstücken in Kooperation mit ortsansässigen Landwirten Blütenäcker angelegt, um dem Artensterben entgegenzuwirken.
Entsprechen der neuen Ausrichtung des Vereins wurde 2016 der Name auf „Storch und Natur Südpfalz“ e.V. mit Sitz in Niederotterbach geändert.
Nach einem Vortrag von Dr. Carsten Brühl, Dozent am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, an der VHS Bad Bergzabern über das Thema „Pestizide und ihre Auswirkung auf die Biodiversität“ trat der Kooperationslandwirt Josef Henrich aus Steinfeld an die 1. Vorsitzende Gabriele Meder-Schumacher mit dem Vorschlag heran, mit Unterstützung der Bevölkerung weitere Blütenäcker anzulegen. Der Vorschlag wurde vom Vereinsvorstand positiv aufgenommen, auch der weitere Kooperationspartner Martinshof in Steinfeld schloss sich dem Vorhaben an.
Die 1. Vorsitzende stellte das neue „Blütenpatenkonzept“ in der Nachhaltigkeitsgruppe Bad Bergzabern vor. Dort einigte man sich schnell darauf, auf dem anstehenden Frühlingsmarkt an einem gemeinsamen Stand für das Projekt zu werben.
Mit Hilfe der Blütenpatenschaften hofft man auf finanzielle Unterstützung. Diese erstrecken sich über zwei Jahre und mit 30 Cent pro Quadratmeter ist man dabei. Solch eine Patenschaft kann jederzeit (!) abgeschlossen werden, auch einmalige Spenden sind herzlich willkommen.
Zwei Hektar Fläche stehen derzeit zur Verfügung. Der Verein ist finanziell in Vorleistung gegangen und so wird das Saatgut auf jeden Fall im Laufe des April ausgesät.
Gabriele Meder-Schumacher weist ausdrücklich darauf hin, dass diese zwei Hektar Land von den Landwirten nicht als ökologische Vorrangfläche geltend gemacht sondern darüber hinaus als Blütenfläche angelegt werden.
Das Geld wird in mehrere Flächen investiert, nichts geht verloren. Der Verein hat dabei eine Kontrollfunktion. Ein weiterer Vorteil für den Spender ist, dass der gespendete Betrag steuerlich abgesetzt werden kann.
Ausgesät wird das Saatgut Veitshöchheimer Bienenweide, eine blütenreiche Mischung aus 50 verschiedenen Wild- und Kulturarten. Nicht nur Bienen und Schmetterlinge fühlen sich dort wohl, auch Käfer und Heuschrecken fühlen sich dort heimisch. Dadurch dass die Flächen den Sommer über nicht gemäht werden, bieten sie Schutz für Bodenbrüter, Feldhasen und Rehkitz.
Eine Blütenpatenschaft macht also Sinn.
Nicht nur für das Tier sondern langfristig auch für den Menschen.
Noch nie waren Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Naturpflege so einfach! beb

Kontaktdaten und Spendenkonto
Storch und Natur Südpfalz e. V.
www.storchenverein.de
1. Vorsitzende
Gabriele Meder-Schumacher
Telefon 06340 8649
gabimederschumacher@
storchenverein.de
Bankverbindung
Sparkasse Südliche Weinstraße
IBAN: DE 70 5485 0010 1700 2258 63
Nachhaltigkeits-AG
Amely Munz, bza-nachhaltig@online.de
Gartentreffen „Green Gardening“
Brigitte und Joachim S.
06343 (Vorwahl bitte immer mitwählen)-9399170

Autor:

Britta Bender aus Annweiler

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