Unwetterfolgen im Viehstrich: Zuschüsse für Ernteversicherungen sichern
- Nach Unwettern wie Hagel prüfen viele Betriebe, ob sie sich mit einer Ernteversicherung künftig besser absichern.
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Schweighofen. Knapp vier Wochen nach dem schweren Unwetter am Abend des 16. Juli wächst im Viehstrich die Sorge um die kommende Weinlese. Wer im Weinbau eine Ernteversicherung abschließt, kann dafür noch bis zum 30. September Zuschüsse bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße beantragen.
Landrat Dietmar Seefeldt hat sich in Schweighofen im Familienbetrieb von Birgit und Stefan Fischer ein Bild von den Schäden gemacht. Neben kaputten Rollläden, verbeulten Autos, umgestürzten Bäumen und abgedeckten Dächern traf es laut Bericht der Familie vor allem die Weinberge.
Viele Rebstöcke entlaubt, 60 Prozent ohne Ertrag
Im Weingut Fischer hat das Unwetter nach Angaben der Familie alle Flächen getroffen. „Wir haben keinen Weinberg, der nichts hat. Etwa 60 Prozent unserer Flächen werden dieses Jahr wohl gar keinen Ertrag bringen“, berichtet Birgit Fischer. Die Rebstöcke wurden teils vollständig entlaubt, viele Beeren zerstört. Neue Trauben wachsen laut Familie frühestens im nächsten Jahr, an stark beschädigten Anlagen möglicherweise auch 2027 noch in reduzierter Anzahl.
Seefeldt sagt, vieles wirke inzwischen wieder aufgeräumt. Gleichzeitig betont er, dass die Folgen besonders landwirtschaftliche Betriebe weiter treffen. Er appelliert außerdem an die Bevölkerung, beim Einkauf bewusst zu Produkten aus der Region zu greifen.
Karl-Friedrich Junker, SÜW-Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., verweist auf die Abhängigkeit der Betriebe von der Natur und auf die angespannte Lage in der Landwirtschaft. Er nennt niedrige Preise etwa für Mais, Weizen, Zuckerrüben und Wein sowie aufgebrauchte Rücklagen.
So funktioniert die Förderung für Mehrgefahrenversicherungen
Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Prämien für sogenannte Mehrgefahrenversicherungen (MGV) im Weinbau mit 50 Prozent. Gleichzeitig steigt der maximale Förderbetrag von 200 Euro auf 250 Euro je Hektar versicherter Rebfläche.
Voraussetzung ist, dass die Versicherung mindestens die Risiken Hagel und Frost abdeckt und die Versicherungsprämie bis zum 30. September bezahlt ist. Gefördert wird höchstens die in der Weinbaukartei hinterlegte Rebfläche.
Antragsformular, Förderrichtlinie und Ausfüllhinweise stellt das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten online bereit: Förderseite Ernteversicherungen im Weinsektor. Die Unterlagen müssen spätestens bis zum 30. September bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße eingereicht werden.
Die Auszahlung der Förderung erfolgt im Frühjahr 2027 auf Grundlage der endgültigen Daten der Weinbaukartei. Wie es nach dem Ende der aktuellen EU-Förderperiode Ende 2027 weitergeht, ist laut Land Rheinland-Pfalz noch offen. Das Weinbauministerium schreibt dazu: „Weinbaubetriebe sollten diese Unsicherheit bei ihren Planungen für das betriebliche Risikomanagement berücksichtigen“.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |