„Die pälzisch Krumbeer“
Ein Song beschreibt die Bedeutung der Kartoffel in der Pfalz

Deutschland ist ein Kartoffelland (3). Immer auf der Suche nach alten Geschichten über seine Heimat, entdeckte unser Redakteur Jürgen Bender in Großmutters Bücherschrank hinter verstaubten Folianten ein kleines, vergilbtes Buch: „Bunte Erzählungen aus alten und jungen Tagen“ vom alten Veteranen und Sänger Philipp Stich (1846-1922). Wie auf dem Umschlag zu lesen war, hatte der Verfasser das Büchlein 1913 im Selbstverlag herausgegeben. „Annahme schriftlicher Arbeiten, Dichtungen über iedes Thema, Feiern und Feste, Lehre in Gesang und Gitarre, Aquarellmalerei, Monogramme, Wandsprüche.“ So war es um die Jahrhundertwende auf dem Firmenschild am Eingang seiner Künstlerklause im Klemmhof zu lesen. Zu finden sind in dem Büchlein neben Erzählungen auch Mundarttexte, die der Sänger Philipp Stich zur Laute gesungen hat. Mit viel Liebe und Humor packt er die Themen an, und viele seiner Lieder treffen auch heute noch ihr Ziel.Da keine Tondokumente aus dieser Zeit vorliegen hat Jürgen Bender, selbst als Pfälzer Liedermacher unterwegs, seine Gitarre genommen und einige der originellen Gedichte vertont, so auch „Die pälzisch Krumbeer“ in einen Blues verpackt. 

Hier der Text: Die Krummbeer war vunn alter Zeit en Troscht fer unser Pälzer Leit.
Fascht feden Owend sie gequellt unn Sauermilch dezu geschtellt.
Aach Blunz unn ordinäri Worscht, Geelrüwekaffee fer de Dorscht,
en Hering awer nor mit Lack, defor war´s Häwelche im Sack.
Als mol sauer unn geröscht, Krummbeerknöpp die henn getröscht;
Aach als Salat unn Zwewle nei, Rahmkrummbeere war´n als fei.
Unn morgens hott eem deß ergötzt,
Krummbeere uff de Offe gsetzt.
Grüschtlscher die henn gekracht, deß hot de Kinner Freed gemacht.
Ins Kraut hot mer se aach gedhu, zu Bohne nemmt mer se dezu,
aach Pannekuche war als do - korzum, Krummbeere machen froh.
Un Supp defuu mit Nierefett, deß war jo alles schee unn nett.
Heit lebt mer flotter, sell is wohr, die Welt isch jo in allem vor.
Doch isch die Krummbeer als noch do unn uhne die isch mer net froh.
Uff jeder Dafl kann mer seh die Krummbeer beim Brot doschtehe.
Der Begnügte dankt seim Gott, wann er nor satt Krummbeere hott.
Un wu kee Krummbeer isch im Haus,
do sieht es öd unn traurig aus.

Und hier der Song:

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