Alsenz
Rundgang zu jüdischen Einrichtungen
- Ehemalige Synagoge Alsenz
- Foto: Arno Mohr
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Alsenz. Einen weiteren Rundgang zu früheren jüdischen Treffpunkten und Einrichtungen in Alsenz bietet der Historische Verein der Nordpfalz Alsenz e.V. am Sonntag, 8. November, 14 Uhr, an. Starten wird der Rundgang beim Pfälzischen Steinhauermuseum am Marktplatz. Geleitet wird die Führung vom Alsenzer Schornsteinfegermeister Michael Bauer, der laut Veranstalter über profunde Kenntnisse der jüdischen Historie in Alsenz verfügt. Verschiedene Orte werden besichtigt: unter anderem der 1710 angelegte Judenfriedhof, der Gottscho-Platz an der Kreuzung Hauptstraße/Kalkofer Straße mit den dort verlegten Stolpersteinen, die ehemalige Synagoge sowie die zwischen 1762 und 1765 errichtete jüdische Schule. Begonnen hat die jüdische Gemeinde in Alsenz im 17. Jahrhundert. 1801 gab es 53 jüdische Mitbürger, 1825 waren es 97 und 1910 dann nur noch 41. Ihre Anzahl nahm infolge der Repressalien der Nationalsozialisten weiter ab. 1933 wurden die Synagoge und die Schule verkauft – an einen örtlichen Landwirt, der sie danach als Lager- schuppen nutzte. Nur dadurch entging das jüdische Gotteshaus dem Pogrom im November 1938.
Synagoge steht unter Denkmalschutz
Die ehemalige Synagoge gilt weit über die Nordpfalz hinaus als eine der am besten erhaltenen. Sie steht unter Denkmalschutz. Zwei weitere von jüdischen Mitbürgern bewohnte Häuser sind damals vom Nazi-Mob verwüstet worden. Die einstige Synagoge hat 1981 der Frankfurter Pfarrer Klaus Knerr erworben. Er hat sie saniert und darauf geachtet, dass so viel wie möglich im Original erhalten blieb. Knerr gab auch mehrere Bücher zur Historie der Alsenzer Juden heraus. Mittlerweile gehört das Gebäude neuen Eigentümern. August Kopp (1886 bis 1970) war ein in Alsenz geborener, langjähriger Rehborner Pfarrer sowie späterer Oberkirchenrat der pfälzischen Landeskirche. Er veröffentlichte ein Buch unter dem Titel „Dorfjuden in der Nordpfalz – dargestellt an der Geschichte der Jüdischen Gemeinde Alsenz ab 1655“. Diese und weitere Informationen über das ehemalige jüdische Leben in Alsenz werden bei der Führung vermittelt. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 5 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Autor:Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel |
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