Gradierwerke starten an Ostern
KH und BME
- Gradierwerk im Salinental
- Foto: Arno Mohr
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Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg. Salzwasser marsch: Zu Ostern 2026 gehen der Solezerstäuber und die Gradierwerke in Bad Kreuznach sowie in Bad Münster am Stein-Ebernburg wieder in Betrieb. Nach der Befüllung der großen Soletröge wird das Salzwasser aus den großen Soleträgen über die Pumpwerke auf die Salinenkronen gepumpt. Von hier aus rieselt die Sole dann an den Schwarzdornenwänden der Gradierwerke herunter. Unten wird das Salzwasser wieder in großen Trögen aufgefangen und der Kreislauf beginnt wieder von vorne. Dabei verdunstet auch viel Solewasser und der der Salzgehalt steigert sich auf diese Weise von 1,5 Gramm auf 20 Gramm pro Liter. Seit rund 300 Jahren wird diese Gradiertechnik in den beiden Kurstädten an der Nahe angewandt. 1730 wurden die Anlagen errichtet, um ausschließlich kostbares Salz zu gewinnen. 1999 endete die Salzgewinnung im Nahetal und die Salinen. In der Umgebungsluft macht sich der Salzgehalt durch eine erfrischend salzhaltige Luft -vergleichbar dem Meeresklima- bemerkbar. Deshalb erfolgt seit dem 19. Jahrhundert die Nutzung der Salinen auch als Kuranlagen für die Gesundheit. Das Salinental zwischen Bad Münster und Bad Kreuznach wird von der örtlichen Gesundheit und Tourismus GmbH (GuT) auch als das größte Freiluftinhalatorium Europas beworben. 20.000 Quadratmeter Berieselungsfläche machen es zu einer natürlichen Klimaanlage. Sechs über einen Kilometer lange Gradierwerke, Wasserräder, Triebwerksgräben und weitere Anlagen machen das Salinental auch zu einem aktiven Erlebnis-Event der Salinengeschichte. Das 150 Meter lange Gradierwerk im Bad Münsterer Kurpark und weitere Anlagen wurden im letzten Jahr aufwendig erneuert. Mehr als eine halbe Million Euro waren alleine dafür fällig. Für die Kurstadt an der Nahe ist die Unterhaltung aller Gradierwerke eine wirkliche Mammutaufgabe, die jährlich viel Geld benötigt. Derzeit wird in der finanziell nicht üppig ausgestatteten Stadt Bad Kreuznach über eine Kürzung der Gradierwerke um 70 Meter diskutiert, um Kosten einzusparen. Ein städtischer Ausschuß hat diese dem Stadtrat nach langer Diskussion so empfohlen. Dagegen gibt es allerdings vor Ort Widerstände. Das Gradierwerk an der Karlshalle -neben dem Brauwerk- kann an Ostersonntag und -montag von 14 bis 17 Uhr kostenfrei besichtigt werden. Dabei wird den Besuchern eine Begehung der Krone ermöglicht. An Ostermontag beginnt am Haus des Gastes, Kurhausstraße 22-24 unter dem Thema "Ohne Salz keine Kur" eine Führung mit Wolfgang Bartels. Sie führt am Solezerstäuber mit den zwei kleineren Gradierwerken durch den Kreuznacher Kurpark bis zur Saline Karlshalle mit Besteigung der Krone. In Bad Münster ist am gleichen Tag um 14 Uhr eine Führung mit Michael Vesper, Chef der GuT, die am Kurmittelhaus im Kurpark beginnt.
Fotos: Arno Mohr
[table]Arno Mohr <arnomohr@t-online.de>Do., 26. März, 11:34 (vor 5 Tagen)an Rheinpfalz-Redaktion[/table]Bad Kreuznach. Salzwasser marsch: Zu Ostern 2026 gehen der Solezerstäuber und die Gradierwerke in Bad Kreuznach sowie in Bad Münster am Stein-Ebernburg wieder in Betrieb. Nach der Befüllung der großen Soletröge wird das Salzwasser aus den großen Soleträgen über die Pumpwerke auf die Salinenkronen gepumpt. Von hier aus rieselt die Sole dann an den Schwarzdornenwänden der Gradierwerke herunter. Unten wird das Salzwasser wieder in großen Trögen aufgefangen und der Kreislauf beginnt wieder von vorne. Dabei verdunstet auch viel Solewasser und der der Salzgehalt steigert sich auf diese Weise von 1,5 Gramm auf 20 Gramm pro Liter. Seit rund 300 Jahren wird diese Gradiertechnik in den beiden Kurstädten an der Nahe angewandt. 1730 wurden die Anlagen errichtet, um ausschließlich kostbares Salz zu gewinnen. 1999 endete die Salzgewinnung im Nahetal und die Salinen. In der Umgebungsluft macht sich der Salzgehalt durch eine erfrischend salzhaltige Luft -vergleichbar dem Meeresklima- bemerkbar. Deshalb erfolgt seit dem 19. Jahrhundert die Nutzung der Salinen auch als Kuranlagen für die Gesundheit. Das Salinental zwischen Bad Münster und Bad Kreuznach wird von der örtlichen Gesundheit und Tourismus GmbH (GuT) auch als das größte Freiluftinhalatorium Europas beworben. 20.000 Quadratmeter Berieselungsfläche machen es zu einer natürlichen Klimaanlage. Sechs über einen Kilometer lange Gradierwerke, Wasserräder, Triebwerksgräben und weitere Anlagen machen das Salinental auch zu einem aktiven Erlebnis-Event der Salinengeschichte. Das 150 Meter lange Gradierwerk im Bad Münsterer Kurpark und weitere Anlagen wurden im letzten Jahr aufwendig erneuert. Mehr als eine halbe Million Euro waren alleine dafür fällig. Für die Kurstadt an der Nahe ist die Unterhaltung aller Gradierwerke eine wirkliche Mammutaufgabe, die jährlich viel Geld benötigt. Derzeit wird in der finanziell nicht üppig ausgestatteten Stadt Bad Kreuznach über eine Kürzung der Gradierwerke um 70 Meter diskutiert, um Kosten einzusparen. Ein städtischer Ausschuß hat diese dem Stadtrat nach langer Diskussion so empfohlen. Dagegen gibt es allerdings vor Ort Widerstände. Das Gradierwerk an der Karlshalle -neben dem Brauwerk- kann an Ostersonntag und -montag von 14 bis 17 Uhr kostenfrei besichtigt werden. Dabei wird den Besuchern eine Begehung der Krone ermöglicht. An Ostermontag beginnt am Haus des Gastes, Kurhausstraße 22-24 unter dem Thema "Ohne Salz keine Kur" eine Führung mit Wolfgang Bartels. Sie führt am Solezerstäuber mit den zwei kleineren Gradierwerken durch den Kreuznacher Kurpark bis zur Saline Karlshalle mit Besteigung der Krone. In Bad Münster ist am gleichen Tag um 14 Uhr eine Führung mit Michael Vesper, Chef der GuT, die am Kurmittelhaus im Kurpark beginnt (moh). Fotos: Arno Mohr
Autor:Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel |
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