GV Männerchor 1844 Wörth am Rhein e.V.
Chor goes Pop – Rückblick auf ein besonderes Konzert

Matthias Tropf, seit 10 Jahren Chorleiter beim GV Männerchor 1844 Wörth am Rhein e.V. | Foto: GV Männerchor 1844 Wörth am Rhein e.V.
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  • Matthias Tropf, seit 10 Jahren Chorleiter beim GV Männerchor 1844 Wörth am Rhein e.V.
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Es ist 18:50 Uhr, die Sänger des Männerchors stehen nervös, aber mit großer Vorfreude im Foyer der Festhalle Wörth. Chorleiter Matthias Tropf hat zu der Zeit bereits mehrfach die Festhalle umrundet und mehr als 10000 Schritte auf seinem Schrittzähler. Die Anspannung ist groß, hat er und die Sängerinnen und Sänger des GV Männerchor 1844 Wörth am Rhein doch eineinhalb Jahre auf diesen Tag hingearbeitet.

10 Jahre ist es her, als der damals 25-jährige (noch kurzhaarige) Lehramtsstudent Matthias Tropf aus dem badischen Neudorf beim „Männerchor“ vorstellig wurde. Es war schnell klar, dass der Männerchor und der Sohn von Wolfgang Tropf, ein überregional bekannter Chorleiter, sehr gut zusammen passen. Nun war der große Tag gekommen, das Jubiläumskonzert „Chor goes Pop – 10 Jahre Chorleiter Matthias Tropf“ stand am Samstag, 22.11.2025 kurz bevor. Die ca. 830 Gäste in der fast ausverkauften Festhalle freuten sich auf einen schönen Abend.

Zum Lied „Music“ von John Miles schritten die 74 Sänger der Chorgruppe Männerchor durch den Saal zur Bühne, gefolgt von ihrem Chorleiter Matthias Tropf. Ohne weitere Ansage stimmte er das Stück „Rivers of Babylon“ von Boney M. an. Der fehlerfreie, stimmgewaltige Gesang wurde von Mathias Wöschler am Klavier und Lukas Wiebelt am Schlagzeug begleitet.

Im Anschluss begrüßte Jürgen Stieber, der Geschäftsführer des Vereins, die Konzertgäste, bevor er das Wort an Martina Blandfort, die charmante, wie kompetente Moderatorin des Abends übergab. Auch sie begrüßte nochmals die Besucher und eröffnete den ersten Gesangsblock des Männerchors mit der Vorstellung der 4 Stücke.

Der „Wellerman“ wurde von einer 8-köpfigen Sologruppe eröffnet. Auch dieses Stück zeigte die Stimmgewalt der 74 Männerchor-Sänger. Bei „Blowing in the Wind“ gab es eine Besonderheit. Die erste Strophe wurde vom Chor nur gesummt und Moderatorin Martina Blandfort sprach den Text auf deutsch ein. Die folgenden beiden Strophen wurden dann vom Chor auf englisch darbegracht. Begleitet wurde das Stück von Karl Geideck, der parallel Mundharmonika und Konzertgitarre spielte. Ohne Zweifel ist „Über siebe Brücken“ ein Klassiker der Musikgeschichte. Mit Klavierbegleitung war das Stück besonders stimmungsvoll.

Nach dem ersten Block folgten die 45 Sängerinnen und Sänger von Living Voices. Sie setzten die Maffey-Serie fort und stimmten das Lied „Ich wollte nie erwachsen sein“ ein. Den Solopart übernahmen Michaela Heilmann und Jette Rudloff. „Ten little Indians“, auch bekannt unter dem Titel „Only one Women“ folge darauf. Die Solostimme von Günther Rudloff, dem Vater von Jette, klang durch die Festhalle, bevor der Chor einsetzte. Bei „Imagine“ von John Lennon wechselte der Solist. Dieses mal übernahm Lukas Wiebelt, der ansonsten auch am Schlagzeug mehrere Stücke begleitete. Den Abschluss dieses Blocks machte das Stück „Down on the Corner“ – ein mitreißenden Lied.

Martina Blandfort entließ daraufhin die Konzertbesucher in die Pause, bei der das Team der Altrheinnarren die vielen Gäste hervorragend versorgte. Bereits jetzt war schon die Begeisterung bei den Gästen und den Sängerinnen und Sängern spürbar. In vielen Gesprächen wurde die erste Hälfte nochmal Revue passieren gelassen.

Nach der Pause machten die Sängerinnen und Sänger von Living Voices weiter. Gefolgt von Karl Geideck’s Gitarrenintro wurde das Lied „Hymn“ hervorragend vom Chor vorgetragen. Das Lied „Angels“ von Robbie Williams ist natürlich jedem bekannt. Insofern war es erstaunlich, wie Chorleiter Matthias Tropf dieses und die vielen anderen Stücke ins Chorformat gebracht hat. Weiter im Programm ging es dann mit Peter Fox‘ „Haus am See“ mit dem Solopart von Lukas Wiebelt. Das letzte Lied des Living Voices Block war schließlich „Get on my Love“, einer der „Kracher“ des Abends.

Auf die Living Voices folgten dann wieder die Sänger des Männerchors. Mit ihrem A-Capella-Stück „Engel“ von Rammstein, unterstützt durch Nebel und stimmungsvoller Beleuchtung, zauberte der Chor den Besuchern die Gänsehaut auf den Rücken. Bei „Lady in Black“, ein Rockklassiker aus den 70er Jahren, in einer Chorfassung von Ulli Kofler, brachen bereits Jubelschreie im Zuschauerraum aus. Das Stück beeindruckte bereits durch den Gesang, aber durch die Klavier- und Schlagzeugbegleitung, sowie der E-Gitarre von Jakob Weingärtner gewann es deutlich an Dynamik. Die Sportfreunde Stiller komponierten das anspruchsvolle Stück „Ein Kompliment“, das durch schnelle, arhythmische Texte glänzt. Mit voller Unterstützung durch Matthias Wöschler, Lukas Wiebelt und Jakob Weingärtner brachte der Männerchor das Stück hervorragend zum Klingen. Das letzte Stück des Männerchors war dann „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Mit einer schon fast unheimlichen Kraft und Dynamik wurde die Festhalle aufgeladen, was sich schließlich in tosendem Applaus löste.

Es folgten die obligatorischen Danksagungen an alle Unterstützer des Konzerts, aber besonders an den Jubilar Matthias Tropf. Er hat natürlich den größten Anteil am Erfolg des Konzerts und dem Erfolg des Männerchors und der Living Voices. Die heute schon fast unglaublichen Zahlen der Sängerinnen und Sänger sind der beste Beweis dazu. Hier kann der GV Männerchor Wörth optimistisch in die Zukunft blicken.

Das große Finale bestritten dann der Männerchor gemeinsam mit Living Voices. Mit zwei abschließenden Stücken „Way to Amarillo“ und „Hey Jude“ wurde der Abend (fast) beschlossen. Dass „Amarillo“ ein Gassenhauer ist, bei dem jeder mitsingen kann ist unstrittig. Der ganze Saal hat mitgesungen und mitgeklatscht. „Hey Jude“ wurde durch ein Solo von Melanie Merten eröffnet. Beim ikonischen Refrain konnte auch hier wieder der ganze Saal mitsingen. Und so war es nicht verwunderlich, dass noch eine Zugabe gefordert wurde. Diese wurde natürlich gerne eingelöst. Ein Badener, der das „Pfalzlied“ anstimmt gibt es auch nicht jeden Tag. Aber es wurde dankbar angenommen – mit einem Chor von 940 Stimmen! Und so ging ein super Konzert zu Ende, an das viele sicherlich noch lange gerne zurückdenken.

Wir, der Gesangverein Männerchor 1844 Wörth am Rhein e.V., danken an dieser Stelle unserem Chorleiter Matthias Tropf für die vergangenen 10 Jahre. Er hat den Männerchor seine Visitenkarte verpasst und ihm eine Zukunft gegeben. Auch wenn das Konzert unter dem Motto „Chor goes Pop“ stand, wird in Zukunft nicht nur Pop-Musik gesungen. Wie hat er im Rückblick auf das Konzert gesagt: „Der Männerchor hat mit dem Konzert gezeigt, dass er nun alles singen kann – modern und klassisch“. Auch die klassischen/traditionellen Stücke werden nicht vernachlässigt und auch in Zukunft noch gesungen. Die Übernahme der Living Voices durch Matthias Tropf im Jahr 2019 war ebenfalls ein Glücksgriff. Die Zahlen der Aktiven stieg sehr stark an, was auch an der gleichwertigen Beteiligung am Konzert deutlich wurde. Beide Chorgruppen freuen sich, dass die Vorstandschaft mit Matthias Tropf bereits die Zusammenarbeit für die nächsten 10 Jahre vereinbart hat.

Auch wenn die Sängerinnen- und Sängerzahlen im Vergleich zu anderen Chören sehr hoch sind, sind neue Sängerinnen und Sänger in den Chorproben herzlich willkommen. Living Voices probt immer am Montag, 18:30 – 19:45 Uhr, der Männerchor probt ebenfalls am Montag, 20:00 – 21:30 Uhr. Geprobt wird im großen Saal des Bayerischen Hof in Wörth. Einfach vorbei kommen, mitsingen oder einfach nur mal zuhören – wir würden uns freuen!

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Autor:

Michael Stüber aus Wochenblatt Wörth

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